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18
September
2019
18.September.2019

„Wir gehören zusammen“

Erzbischof Hans-Josef Becker zu den Vorbereitungen des „Synodalen Weges“

Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker ist den über 40 Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), die sich am vergangenen Wochenende in Fulda zu Vorbereitungsgesprächen für den im Advent dieses Jahres startenden „Synodalen Weg“ getroffen haben, für „ihren Einsatz und die gute Vorbereitung“ dankbar. Für den bereits im Frühjahr von den deutschen Bischöfen selbst angestoßenen innerkirchlichen Reformprozess hänge viel von einer „zielgerichteten Organisation und intensiven Vorbereitung“ ab, sagte Erzbischof Becker am Mittwoch, 18. September, in Paderborn.

„Für ein gelingendes Miteinander als Glaubensgemeinschaft ist es entscheidend, dass wir bei der Beschäftigung mit ernsten Themen und zukunftsweisenden Fragestellungen formal und inhaltlich gut aufgestellt sind“, betonte der Paderborner Erzbischof. Das gelte für jede Zeit und grundsätzlich für alle, die sich der Kirche zugehörig und verbunden fühlen. „Wir stehen als katholische Kirche in Deutschland vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam und in enger Verbindung mit Gott bestehen können. Ohne den aufrichtigen Willen zum Zusammenhalt laufen wir Gefahr, für die Zukunft mehr zu verlieren als zu gewinnen.“

Geschwisterlich im Glauben

Für Erzbischof Becker komme es bei den anstehenden gemeinschaftlich zu beratenden Reformplänen besonders darauf an, auf die Einheit der Kirche zu achten. „Als Bischof stehe ich im Dienst der Einheit und ich kann wenigstens für mich sagen: Ich will keine Spaltung“, bringt es Paderborns Oberhirte auf den Punkt. „Wir gehören zusammen, sind geschwisterlich im Glauben aufeinander verwiesen und dürfen erst gar nicht damit anfangen, wenn uns etwas am Gegenüber nicht passt, anderen das Katholisch-Sein oder gar den Glauben abzusprechen.“ Pluralität und Meinungsvielfalt schade dem kirchlichen Leben nicht, sie fördere die Lebendigkeit einer Gemeinschaft und habe auch das Potenzial, zur Vergewisserung und Stärkung des je persönlichen Glaubens beizutragen.

Keine Perspektive außer Acht lassen

Eine gute Hilfe bei der Sorge um den Erhalt von Einheit trotz Vielfältigkeit und möglicher Meinungsverschiedenheiten, die es immer geben könne, könnten aus Sicht von Erzbischof Becker „ein paar Faustregeln“ sein. Dazu gehöre zuallererst, dass „das Gespräch miteinander“ dem „vorschnellen Abwinken“ immer vorzuziehen sei. Auch sei wichtig, „stets die jeweils andere Seite zu hören und ernst zu nehmen, ob die des Bischofs oder die einer engagierten Verbandsvorsitzenden“. Keine Perspektive dürfe außer Acht gelassen werden. „Immer wieder haben wir uns die Frage zu stellen, ist auch wirklich alles hinreichend bedacht.“ Außerdem erfordere vieles im Leben Geduld, „die auch mir manchmal schwer fällt, selbst wenn manches einfach Zeit braucht“.

Erzbischof Becker zeigt sich zuversichtlich, dass die anstehenden Gespräche und gründlichen Debatten um die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland einen guten Verlauf nehmen können. „Was wir sicher gebrauchen können, ist Mut genauso wie gegenseitiges Vertrauen. Gemeinsam werden wir manchen Schritt hoffnungsfroh in die Zukunft gehen können.“

 

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