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28
Februar
2020
28.Februar.2020

Wächter des Waldes

Themenspecial “Klimwandel”: Gegen den Klimawandel bestehen – Michael Eilinghoff schützt den Wald im Erzbistum Paderborn

„Was willst du denn hier schon wieder?!“. Wenn Michael Eilinghoff derzeit bei einigen Waldbesitzern auftaucht, ist das nicht gerade ein gutes Zeichen. „Ich komme derzeit immer nur mit schlechten Botschaften“, erzählt der Revierförster aus Olsberg im Sauerland. Natürlich übertreibt er mit diesen Formulierungen ein wenig. Doch die anhaltende Borkenkäferplage in unseren einheimischen Wäldern, auf die der 42-Jährige hindeutet, macht Waldbesitzern und dem Förster schon lange zu schaffen: Viele Bäume sind befallen und müssen deshalb gezwungenermaßen abgeholzt werden.

Um die Ausbreitung in Grenzen zu halten, kontrolliert Michael Eilinghoff gerade Fichten, die Leibspeise der Borkenkäfer, regelmäßig auf möglichen Befall. In seinem Revier Valmetal, das zum Regionalforstamt Soest-Sauerland gehört, kümmert er sich sowohl um Privat- als auch um Kommunal-Wald. Weil einige Wälder kleiner, andere größer sind, ist er für die Wälder von insgesamt rund 150 verschiedenen Waldbesitzern zuständig. Einer davon: das Erzbischöfliche Priesterseminar, dem ein etwa 100 Hektar großes Gebiet bei Bestwig-Wasserfall gehört. In enger Absprache mit den jeweiligen Besitzern plant und überwacht der Sauerländer beispielsweise die Holzernte, bestellt neue Pflanzen und pflegt sie. Quasi ein Wächter des Waldes.

„Ich kann mich in der Natur an so vielen Dingen erfreuen, da weiß ich es schon zu schätzen, dass ich einen Beruf habe, an dem ich so oft draußen bin.“

Michael Eilinghoff

„Mein Interesse für die Natur war schon immer da“, sagt Michael Eilinghoff. Weil seine Familie ebenfalls ein Waldgebiet besitzt, sei er schon früh mit Wäldern in Berührung gekommen. „Ich kann mich in der Natur an so vielen Dingen erfreuen, da weiß ich es schon zu schätzen, dass ich einen Beruf habe, an dem ich so oft draußen bin.“

„Wir sind zwar schon schlimm dran hier, aber im Vergleich zu anderen Revieren geht es noch.“

Mit schweren Schuhen und im typisch dunkelgrünen Outfit stapft Michael Eilinghoff durch den tiefen Neuschnee des zum Erzbischöflichen Priesterseminar gehörenden Waldes bei Bestwig-Wasserfall. Auf schmalen Wegen zwischen weiß eingehüllten Laub- und Nadelhölzern kommt man nur schwer voran. An vielen Stellen sind jedoch die Auswirkungen des Borkenkäfers zu erkennen: große, kahle Flächen, an denen befallene Bäume schon abgeholzt wurden. „Wir sind zwar schon schlimm dran hier, aber im Vergleich zu anderen Revieren geht es tatsächlich noch“, erklärt Eilinghoff. In einigen Regionen wird die Fichte in den kommenden Jahren komplett verschwinden, prognostiziert er.

Erkennt Michael Eilinghoff bei seinen Rundgängen befallene oder vom Wind umgestürzte Bäume. Letztere werden austrocknen und daher zu perfektem Brutmaterial, dann muss er schnell sein. „Wenn die Käfer noch unter der Rinde sitzen, müssen wir die Bäume schnell abholzen und abtransportieren. Nur dann haben wir eine Chance.“ Denn aus der Borkenkäfer-Population eines einzigen Baumes kann eine potenzielle Nachkommenschaft von 1,5 Milliarden Käfern im Folgejahr entstehen.

Michael Eilinghoff untersucht einen vom Borkenkäfe befallenen Baum. Fotos: Till Kupitz

Dass der Borkenkäfer sich so schnell vermehrt, hängt laut dem Förster auch mit der Witterung zusammen. Der Klimawandel trifft die Wälder hart. Dagegen zu bestehen, sei für Eilinghoff die derzeit „größere Herausforderung“ als Revierleiter. „Immer höhere Temperaturen, immer weniger Niederschlag, da bekommen die Bäume dann schnell sogenannten Wasserstress und sind somit anfälliger für Schadinsekten“, erklärt der studierte Forstwirt. Es helfe, klimastabilere Bäume anzupflanzen und Fichtenbestände in Mischwälder umzubauen.

„Ich möchte den Waldbesitzern ein verantwortungsvolles Wirtschaften mit auf den Weg geben.“

Wer Michael Eilinghoff zuhört, merkt schnell, wie viel Begeisterung er in sich trägt. Ein gesunder, vitaler Wald, der auch nachfolgenden Generationen noch nutzt, ist ihm besonders wichtig. In seinem Job wahrt der Familienvater die Schöpfung – und achtet auf den richtigen Umgang mit den Ressourcen: „Ich möchte den Waldbesitzern ein verantwortungsvolles Wirtschaften mit auf den Weg geben.“ Nie mehr Holz entnehmen als auch nachwächst, das wünscht sich Michael Eilinghoff, wenn nicht gerade der Borkenkäfer dazwischenfunkt. Dann hätten auch noch Enkel etwas davon. „Wer einen Wald hat oder pflanzt, muss sich klarmachen, dass es ein Generationenauftrag ist“, sagt er. „Jeder Waldbesitzer sollte seinen Nachkommen einen vitalen Wald hinterlassen.“

„Es gibt keinen Montag, an dem ich nicht motiviert arbeiten gehe.“

Denn Wälder sind wichtig für die Gesellschaft, so der Förster. Zum einen erbringen sie existenzieller Ökosystemleistungen wie Luftreinhaltung, Wasser- und Bodenschutz oder Schutz vor Erosion. Aber auch als Wirtschaftskraft durch eine nachhaltige Holzproduktion, die Arbeitsplätze schafft und als Erholungsort. Die Menschen sollten schätzen, dass sie so eine reichhaltige Natur in ihrer Heimat haben.

Im Wald des Erzbistums Paderborn beeindruckt Michael Eilinghoff vor allem eines: ein 25 bis 30 Meter hoher Wasserfall, der größte natürliche in ganz NRW. Hier im Naturschutzgebiet kommen seltene Pflanzen wie das einzige zweiblütige Veilchen in NRW oder das letzte große Silberblatt vor. Das Wasser in die Tiefe fallen zu sehen, ist beeindruckend – wie so ziemlich alles, was Michael Eilinghoff tagtäglich unternimmt, um die heimischen Wälder zu schützen. Man glaubt es ihm sofort, wenn er sagt: „Es gibt keinen Montag, an dem ich nicht motiviert arbeiten gehe.“

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