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5
September
2019

Verbundenheit mit Weißrussland und Ukraine gestärkt

So greifbar sind die schrecklichen Folgen der Naziherrschaft kaum noch zu erleben – bei einer Reise in die Ukraine und Weißrussland haben Weihbischof Matthias König und Monsignore Gregor Tuszynski mit einer kleinen Delegation eine Überlebende des Zweiten Weltkriegs getroffen. Zwischen  1941 und 1944 zwangen die deutschen Truppen Weißrussland unter ein brutales Besatzungsregime. Ein Drittel der Bevölkerung von Weißrussland kam ums Leben, oft auf brutale Weise. Fast alle Juden wurden umgebracht. So auch im Dorf von Frau Leonora, die der Paderborner Delegation berichtete.

Frau Leonora berichtete Weihbischöf Matthias König und Msgr. Gregor Tuszynski, wie Nazi-Truppen ihr Dorf in Weißrussland abbrannten.

Weihbischof König rekonstruiert, was die Weißrussin als Kind erlebte: „Die Truppen kamen und selektierten die Leute nach arbeitsfähig oder nicht. Dann transportierten sie die einen nach Westen und trieben die Kinder und alten Leute in eine Scheune – und zündeten sie an, so dass alle umkamen. Das Dorf wurde, wie hunderte anderer Dörfer, verbrannt.“ An diese „verbrannten Dörfer“ und die Hunderttausenden Menschen, die getötet wurden, erinnere ein großes Denkmal in Chatyn nahe Minsk.

Diese Begegnung war der bedrückendste Moment, während einer ansonsten spannenden und von Freundschaft geprägten Reise. Die Delegation folgte der Einladung der Kapuzinerkustodie und ihres Leiters Pater Aleh Shenda ofm cap. Die Kapuziner bauen am Stadtrand der wachsenden Hauptstadt Minsk eine neue Gemeinde auf und errichten dort auch ein Kloster. Denn nicht nur die Stadt wächst, sondern auch die Gemeinschaft. Angefangen mit drei Patres in einem winzigen Appartement außerhalb der Stadt ist die Gemeinschaft nun in der Lage, ein richtiges Konventsgebäude für 12 Mönche zu bauen.

In der Neubausiedlung gegenüber, die in den letzten vier Jahren förmlich aus dem Boden gewachsen ist, gibt es viele junge Familien mit Kindern und Jugendlichen, für die in der neuen Pfarrei attraktive Angebote geschaffen werden sollen. Der Kirchbau wurde großzügig aus Deutschland unterstützt: Renovabis hat geholfen, Kirche in Not einen Beitrag gegeben. Aber auch das Erzbistum Paderborn hat Solidarität gezeigt. Dass diese Hilfe gut angelegt ist, konnten die Besucher bei einer Besichtigung der Baustelle sehen: Viel schneller, als ursprünglich gedacht, ist der ganze Komplex gewachsen. Das Kloster soll Anfang nächsten Jahres bezugsfertig sein, in der kleinen Klosterkapelle wird schon die Sonntagsmesse gefeiert. Darüber ist ein Jugendraum entstanden, der bereits zum 1. September bezogen worden ist.

Von der Lebendigkeit der Gemeinde konnten sich die Besucher am Sonntag überzeugen. Nach einem freundlichen Empfang vor der Kapelle feierten Weihbischof König, Msgr. Tuszynski, der Pfarrer Pater Andrei und der leibliche Bruder von Pater Aleh, Pater Yury Shenda OP, der in Berlin eingesetzt ist, die Heilige Messe. Auffällig sei gewesen, dass viele junge Familien die Messe besuchten, sagt Weihbischof König. Nach der Messe erfuhr er, wie dankbar die Gläubigen für die Verbundenheit mit den Christen in Deutschland sind. So haben die Malteser aus Hövelhof und Paderborn einen Tabernakel und einen Kreuzweg aus der aufgelösten Kapelle der britischen Garnison in Bielefeld nach Minsk transportiert.

Die Gastgeber begleiteten den Weihbischof und die kleine Gruppe auch nach Gomel im Südosten des Landes, wo die Caritas des Bistums Pinsk ein Behindertenheim betreibt, das vom Erzbistum Paderborn unterstützt wird. In Gomel sind auch Missionarinnen der Nächstenliebe, der Schwestern von Mutter Teresa, ansässig, die sich dort um Arme und Obdachlose kümmern und während der Ferien Freizeiten für Kinder und Jugendliche anbieten.

Von dort aus ging es weiter in die Ukraine – in die griechisch-katholische Eparchie Uzghorod-Mukacewo. Dort empfing Bischof Milan Sasik die Delegation und zeigte Projekte, die teilweise auch mit Paderborner Hilfe verwirklicht werden konnten. Der Bischof musste rund 200 neue Kirchen (von der Größe einer Garage bis hin zu einem stattlichen Kirchenneubau) errichten, da die Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg die griechisch-katholische Kirche in der Region Transkarpatien vernichteten. Im Untergrund organisierte sich die Kirche weiter und wurde nach 1989 wieder erlaubt. Jedoch gelang nur ein kleiner Teil der damals konfiszierten Gebäude wieder in den Besitz der Eparchie.

Wie lebendig das kirchliche Leben in der Region heute ist, das konnte Weihbischof König bei einer Jugendpilgerfahrt auf den Spuren des seligen Bekennerbischof Theodor Romscha erfahren. Zum Abschluss der Reise ging es nach Lemberg, wo das Erzbistum Paderborn im römisch-katholischen Priesterseminar einige Projekte gefördert hat, die mit dem jugendlichen Weihbischof Edward und dem Prokurator Pfarrer Biskup besichtigt werden konnten. Weihbischof König resümiert: „Die Reise hat die Verbundenheit mit den Regionen gestärkt und die Notwendigkeit der solidarischen Hilfe noch einmal sehr deutlich werden lassen.“

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