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12
August
2020
12.August.2020

Urlaub vom Alltag

Themenspecial “Mutmacher”: Bei den Internationalen Kulturferien machen Geflüchtete gemeinsam mit deutschen Familien Urlaub

„Der oder die Mais?“, fragt Abdullah Muradi und hält sein selbstgemaltes Bild in den Händen: eine blaue Maispflanze vor gelbem und grünem Hintergrund. „Der Mais ist richtig“, antwortet Annegret Meyer, die selbst gerade ein Bild zeichnet. Aber es heiße die Maispflanze, fügt sie hinzu. Abdullah Muradi lächelt, fährt mit den Fingern über sein Bild und redet dann weiter: „Der Mais, die Maispflanze, der Maiskolben…“. Er überlegt kurz: „… und die Wurzel“, sagt er, während Annegret Meyer zustimmend nickt.

Romina Muradi mit Arnhild Wöste aus Warburg. Die Lehrerin gestaltet die Kulturferien als Ehrenamtliche mit. Foto: Till Kupitz.
Romina Muradi mit Arnhild Wöste aus Warburg. Die Lehrerin gestaltet die Kulturferien als Ehrenamtliche mit. Foto: Till Kupitz.

Abdullah Muradi aus Afghanistan war mit seiner Familie bereits im letzten Jahr dabei. Sie wohnen in Paderborn und sind gerne auch in diesem Jahr wieder hergekommen. Seine Tochter Romina hat sich extra Urlaub genommen. Sie macht derzeit eine Ausbildung zur Erzieherin, erzählt sie, während sie ihr Bild zeichnet. „Mir hat es einfach sehr gefallen letztes Jahr“, sagt sie in perfektem Deutsch. „Der Zusammenhalt, die Spiele, miteinander zu reden: Das hat richtig Spaß gemacht. Gerade durch die Spiele habe ich auch viele deutsche Wörter gelernt.“

Zusammen eine gute Zeit erleben – darum geht’s

Was hier im Kleinen geschieht, macht Mut und auch Hoffnung: Menschen verschiedener Kulturen mit völlig unterschiedlichen Geschichten erleben zusammen eine gute Zeit. Sie lachen und reden miteinander. Sie hören sich zu, lernen voneinander und genießen die gemeinsamen Stunden. „Genau darum geht’s hier auch: Ferien für alle“, sagt Annegret Meyer. „Wir wollen zusammen diese Erfahrungen hier machen und manchmal einfach auch gemeinsam zusammensitzen und uns etwas erzählen.“

Bei Märchenerzählen, Lagerfeuer oder Sprachspielen fänden die Geflüchteten immer wieder den Kontakt zur deutschen Kultur und würden sie besser verstehen. Dazu bekommen sie unter anderem auch gezeigt, wie man Word-Dokumente oder PDF-Dateien für eine Bewerbung erstellt. Bei einer Städtewanderung durch Warburg lernen sie mehr über die Geschichte der Stadt. Oder alle bekommen bei einem Ausflug zum Verein „gewaltfrei handeln e.V.“ gezeigt, was gewaltfreie Kommunikation bedeutet. „Jeder soll erleben, was es hier im Umland so alles gibt – das wissen teilweise nicht mal die Deutschen“, erklärt Annegret Meyer und lacht.

Die Teilnehmenden haben das Programm selbst mitgestaltet

Was zeigt, wie viel Lust die Teilnehmer auf die Kulturferien hatten: Teilweise haben die, die im letzten Jahr schon dabei waren, das Programm in diesem Jahr selbst mitgestaltet und eigene Ideen eingebracht. Unter anderem das macht Annegret Meyer Mut, dass die Tage wirklich langfristig Mehrwert haben: „Denn auch wir Ehrenamtliche wollen ja gar nicht extra etwas für die Leute machen, sondern miteinander diese Zeit erleben.“ Ein Urlaub, wie ihn andere Familien eben auch verbringen. Je normaler, desto besser, findet die Ehrenamtliche aus Holtheim.

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Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Freier Mitarbeiter
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