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16
April
2021
16.April.2021

Unterm Krummstab ist gut leben

Der Krummstab als Teil des Waldskulpturenwegs Wittgenstein–Sauerland ist gebeugt und doch lebendig

Der Rothaarkamm ist mehr als ein Mittelgebirgszug – er markiert eine alte kulturelle, sprachliche und konfessionelle Grenze. Auf der nordwestlichen Seite liegt das kurkölnische Sauerland: Hier siedelten im frühen Mittelalter die Sachsen. Die Sprache ist niederdeutsch, die Konfession katholisch und die Bauernhöfe entsprechen dem Typus des Hallenhauses. Auf der südöstlichen Seite liegt das Wittgensteiner Land: Im Frühmittelalter war es von den Franken dominiert, daher sprechen die Menschen dort eine fränkische Mundart. Nach der Reformation wurde die Gegend mit den Grafen von Wittgenstein protestantisch – und bei den Bauernhöfen gruppieren sich Wohnhaus, Ställe und Scheune um einen Innenhof.

Ein Wanderweg, der verbindet

„Die Grenzziehung blieb lange in den Köpfen der Menschen bestehen“, sagt Pastor Ulrich Stipp, der seit 20 Jahren rund um Schmallenberg tätig ist. „Bis ins 20. Jahrhundert hinein heiratete man nicht über den Rothaarkamm hinweg und ging nicht mal rüber zum Einkaufen.“ Das mit dem Einkauf gilt heute noch. Das liegt aber nicht an alten Sprach- und Kulturgrenzen. Vielmehr muss das Rothaargebirge östlich oder westlich umfahren werden, für den Autoverkehr gibt es keine ganz direkte Verbindung zwischen Schmallenberg und Bad Berleburg. Dafür führt der 23 Kilometer lange Waldskulpturenweg mit elf Landschaftskunstwerken internationaler Künstlerinnen und Künstler durch die unberührte Natur. Der Wanderweg wird von den Menschen gut angenommen. Auch Pastor Stipp schnürt gern die Wanderstiefel, um Gottes freie Natur zu durchstreifen.

Der Krummstab

Ein zentrales Kunstwerk des Waldskulpturenwegs ist der in den Jahren 2002 bis 2005 entstandene Krummstab des Künstlers Heinrich Brummack. Wer diese Landmarke am Rothaarkamm besuchen will, muss dafür nicht den ganzen Wanderweg auf sich nehmen. Der Schmallenberger Ortsteil Schanze – der Name des Weilers rührt von einer Landwehr her, mit der die Straße zwischen dem kurkölnischen Sauerland und dem nassauischen Siegen gesperrt werden konnte – ist gut mit dem Auto zu erreichen. Von Schanze aus führt der Weg kerzengerade hoch zum siebeneinhalb Meter hohen Krummstab.

Bistumskalender 2021: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg.

Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor. Den Bistumskalender können Sie weiterhin bestellen:

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