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2
Dezember
2019

Und langsam wird es immer heller

Auf eine Kaffeelänge mit Spiritual Christian Städter

In der Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns auf einen Kaffee mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Wir sprechen mit ihr über Themen, die den Alltag des jeweiligen Gesprächspartners bewegen. Dabei können die Personen in ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Erzbistum stehen oder lediglich ihren Wohnsitz im Bereich des Erzbistums haben. Die einzige Vorgabe der Serie ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Dieses Mal haben wir uns mit Christian Städter getroffen, Spiritual im Erzbischöflichen Priesterseminar in Paderborn. Er ist für den geistlichen Teil der Ausbildung der zukünftigen Priester zuständig.

Redaktion

Der Advent hat zwar schon begonnen, aber wie bereitet man sich darauf vor, bzw. wie startet man gut in diese Zeit?

Christian Städter

Auf den Advent muss man sich nicht vorbereiten, er ist ja die Vorbereitungszeit. Die Frage ist eigentlich: Wie bereitet mich der Advent auf das Weihnachtsfest vor? Ich finde, die Lichtsymbolik des Advents, dass etwas dunkel beginnt und langsam heller wird, sich über vier Wochen beispielsweise am Adventskranz steigert, führt einen auf das hin, was am Ende ist. Dass da etwas hell ist – die Weihnachtsbotschaft, die eine Bedeutung für mich hat, die Helligkeit in mein Leben bringt.

Redaktion

Die Adventszeit ist eine Fastenzeit…

Christian Städter

Historisch gesehen auf jeden Fall. Früher gab es viele Fastenzeiten, die auf Hochfeste vorbereitet haben. Am augenscheinlichsten wird uns das vor Ostern mit der bekanntesten Fastenzeit, aber der Advent gehört dazu.

Spiritual Christian Städter, hier im Foyer des Erzbischöflichen Priesterseminars, ist für den geistlichen Teil der Ausbildung der zukünftigen Priester zuständig.

Redaktion

Wie viel ist denn zwischen Lebkuchen und Spekulatius und Weihnachtsmarktbesuch davon noch übrig?

Christian Städter

Das Wichtige am Advent ist, dass wir noch eine Steigerung wahrnehmen und uns diese bewahren. Wenn wir natürlich am ersten Tag alles in Fülle haben, also so dass wir schon 24 Tage Weihnachten feiern, dann ist es natürlich keine Vorbereitungszeit mehr. Dann verliert auch Weihnachten seinen Reiz und seine Schönheit.

Redaktion

Wie halten Sie es denn persönlich mit dieser Zeit? Gibt es die Weihnachtsplätzchen erst ab dem 25. Dezember?

Christian Städter

Die Weihnachtsplätzchen sind ja nur ein kleines äußeres Zeichen. Die gibt es bei mir auch vorher schon mal. In dieser Zeit soll etwas Geistliches in mir geschehen. Die grundlegende Frage ist doch immer, was hat Weihnachten mit mir zu tun? Was bedeutet es mir, dass vor 2000 Jahren ein Kind, dieser Jesus, geboren wurde. Mir hilft dabei, die biblischen Texte anzuschauen. In einem Jahr habe ich mich bewusst durch biblischen Figuren, die im Advent eine Rolle spielen – Johannes der Täufer, der hl. Josef, Jesaja – inspirieren lassen. Am Ende habe ich dann gespürt, dass an Weihnachten Jesus wieder ein Stück mehr in mir Mensch geworden ist.

Redaktion

Wenn ich jetzt kein Theologe oder Spiritual bin und die Bibel bei mir im Schrank ziemlich eingestaubt ist, was würden Sie dann empfehlen, wie ich mich in vielleicht drei kleinen Schritten diesem Fest annähern kann?

Christian Städter

Erstens würde ich empfehlen, ganz bewusst in diesen vier Wochen eine Kerze mehr auf dem Adventskranz anzumachen. Und das nicht nur als Ritual, sondern sich dabei zu fragen, was passiert da gerade und was geschieht in mir, wenn es immer heller wird.

Zweitens würde ich empfehlen, doch die Bibel aus dem Schrank zu nehmen und die Weihnachtsgeschichte zu lesen.

Drittens: Weihnachten ist immer ein Fest des Friedens, der Freude und des Miteinanders. Da würde ich empfehlen, einer Person, die ich besonders lieb oder gern habe, bewusst einen Kuss zu geben oder sie ganz fest zu drücken.

Redaktion

Ein starkes Symbol in dieser Zeit ist auch das Friedenslicht aus Betlehem, das die Pfadfinder in unser Erzbistum bringen. Was halten Sie davon?

Christian Städter

Solche Symbole sind natürlich toll, da wir uns durch die Aktion gemeinsam für den Frieden und ein Miteinander in der Gesellschaft einsetzt können. Diese Friedenslicht macht uns ganz einfach deutlich, was Weihnachten bedeutet: Licht bringen in diese Welt.

Redaktion

Die Hausgemeinschaft des Priesterseminars war vor kurzem in Israel, im Heiligen Land, unterwegs. Wie wirkt so eine Reise?

Christian Städter

Solche Pilgerreisen helfen einem natürlich unwahrscheinlich, wenn man mit Geschichten aus der Bibel, wie der Weihnachtsgeschichte, konfrontiert wird. Ich habe dann einfacher das Bild vom Ort vor Augen und kann mich etwas besser in die Handlung hineinversetzen.

Redaktion

Wenn Sie sich den Ort für das diesjährige Weihachten aussuchen könnten: Die bekannten Hirtenfelder im Heiligen Land oder in Ihrer Heimatkirche in Dortmund?

Christian Städter

Weihnachten in meiner Heimatgemeinde. Das ist mein Ort. Ich feiere sehr gerne dort die Gottesdienste. Viele Menschen kommen und lassen sich vom Weihnachtsfest, von der Botschaft anrühren. Das ist für mich eine sehr große Freude.

Redaktion

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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