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1
Februar
2021
1.Februar.2021

Steh auf und iss – sonst ist der Weg zu weit für dich

Editorial zum Themenspecial Kraftquellen (nach 1 Kön 19)

Müdigkeit, Kraftlosigkeit – mit diesen Zuständen haben so ziemlich alle Menschen einmal zu kämpfen, auch jene, die immer stark und überzeugend wirken. Auch die Bibel erzählt von Menschen, die einfach nicht mehr können. Da ist zum Beispiel der Prophet Elija aus dem Alten Testament, den man eigentlich als unbeirrbaren Kämpfer für den einzig wahren Gott kennt.

Das erste Buch der Könige erzählt im 19. Kapitel davon, wie auch dieser Elija seine Kraft verliert. Voller Angst vor seinen Feinden, die ihm nach dem Leben trachten, flieht er in die Wüste. Nach Jahren des kämpferischen und kräftezehrenden Eintretens für Gott hat er genug. Er setzt sich unter einen Ginsterstrauch, wüscht sich den Tod und schläft ein.

Auch der Prophet Elija konnte irgendwann nicht mehr. Er floh in die Wüste und suchte Schutz bei einem Ginsterstrauch. Foto: Shutterstock / Arnold O. A. Pinto
Auch der Prophet Elija konnte irgendwann nicht mehr. Er floh in die Wüste und suchte Schutz bei einem Ginsterstrauch. Foto: Shutterstock / Arnold O. A. Pinto

Doch kaum ist er eingeschlafen, rührt ein Engel ihn an und fordert ihn auf zu essen. Elija entdeckt einen Laib Brot und einen Krug Wasser neben sich, isst und trinkt und legt sich dann wieder schlafen. Doch der Engel bleibt hartnäckig und weckt ihn erneut: „Steh auf und iss“, sagt er zu ihm. „Sonst ist der Weg zu weit für dich.“ (1 Kön 19,7) Und tatsächlich gewinnt Elija neue Kraft.

Es ist Zeit, Kraft zu tanken

Kraft- und mutlos wie Elija unter dem Ginsterstrauch dürften sich viele Menschen derzeit fühlen. Die nicht enden wollende Corona-Pandemie lastet schwer auf der Seele, ein Ende scheint noch weit entfernt. Die Sorgen sind groß: um die Kinder, die nicht zur Schule gehen können, um das wirtschaftliche Überleben, um die eigene Gesundheit und die der Familie. Trotzdem muss der Alltag irgendwie weitergehen…

Am liebsten würde man sich manchmal die Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr sehen, nichts mehr hören. Dann ist auch heute noch die Zeit für einen Engel gekommen, der sanft daran erinnert, dass es nun darum geht, für sich zu sorgen. Dass es Zeit ist, Kraft zu tanken oder sich dem zuzuwenden, was neue Kraft gibt. Einen Engel mit der Botschaft: „Steh auf und iss – sonst ist der Weg zu weit für dich.“

Das Themenspecial des Monats Februar stellt solche Kraftquellen in den Mittelpunkt. Es lässt Menschen zu Wort kommen, die erzählen, woraus sie neue Kraft schöpfen. Anlässlich des Karnevals fragt es nach der „Kraft der Narrenfreiheit“ und stellt Angebote der Fastenzeit vor, die neue Kraft geben können. Am Valentinstag geht es um die „Kraftquelle Partnerschaft“. Tipps zur Stärkung der eigenen Resilienz zählen außerdem zu den Beiträgen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre – und viel Kraft auf dem Weg zu hoffentlich leichteren Zeiten.

Mehr aus dem Themenspecial "Kraftquellen":

Ein Beitrag von:

Dr. Claudia Nieser
Redaktion