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Pressemeldung
18
Juni
2021
Paderborn

„Stärkt euch im gemeinsamen Glauben!“

Papst Johannes Paul II. besuchte vor 25 Jahren Paderborn

Ein Jahrhundertereignis für Paderborn jährt sich in den kommenden Tagen zum 25. Mal: Vom 21. bis 23. Juni 1996 besuchte Papst Johannes Paul II. die Stadt an der Pader. Sechs Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung setzte der Heilige Vater unter dem Leitwort „Einig in der Hoffnung“ mit seinem Pastoralbesuch in Paderborn und anschließend in Berlin ein Ausrufezeichen für die Einheit. 80.000 Menschen aus dem ganzen Erzbistum Paderborn feierten mit dem Papst in der Senne bei Bad Lippspringe am 22. Juni 1996 unter freiem Himmel die Heilige Messe. Eine ökumenische Gebetsstunde im Paderborner Dom mit Vertretern christlicher Kirchen war ein weiterer ausdrucksstarker Schwerpunkt des Besuchs unter dem Leitwort der Einheit.

Mit 80.000 Menschen feierte Papst Johannes Paul II. am 22. Juni 1996 die Heilige Messe in der Senne bei Bad Lippspringe. Vor dem Gottesdienst fuhr er mit dem Paderborner Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt im Papamobil zwischen den Gläubigen entlang. Archivfoto: Erzbistum Paderborn

Im Jahr 799 legten Papst Leo III. und der spätere Kaiser Karl der Große an den Quellen der Pader den Grundstein für die Gründung des heutigen Erzbistums Paderborn. 1.197 Jahre später betrat mit Papst Johannes Paul II. am Freitagabend, 21. Juni 1996, erstmals wieder ein katholisches Kirchenoberhaupt den Boden der ostwestfälischen Erzdiözese. Knapp 4.500 Menschen hießen den Pontifex bereits auf dem Flughafen-Rollfeld willkommen, darunter auch damalige Würdenträger wie Bundespräsident Roman Herzog, NRW-Ministerpräsident Johannes Rau und der Paderborner Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt.

Bei der anschließenden Fahrt im Papamobil durch Paderborn zu seiner Unterkunft im Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Leoninum begrüßten den Papst weitere rund 10.000 Menschen an den Straßen. Marlies Fricke, heute Sekretärin im Bischofshaus, war damals Sekretärin im Leokonvikt. Ein landestypisches, einfaches Abendessen habe sich der Papst bei seiner Ankunft gewünscht, erinnert sie sich: „So durfte ich dem freundlichen und bescheidenen Mann in der weißen Soutane zusammen mit meiner Kollegin Margret Wimbert eine Westfälische Kartoffelsuppe aus der Küche des Leokonvikts servieren.“ Sie habe dem Papst gut geschmeckt, schiebt Marlies Fricke hinterher.

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Erinnerungen, Begegnungen, Hintergründe

Der Papst in Paderborn – ein Jahrhundert-, vielleicht sogar eher ein Jahrtausendereignis. Schließlich war der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Paderborn der erst zweite Papstbesuch in Paderborn.

In diesem Video erinnern sich vier Zeitzeugen an die Begegnung mit dem Papst in unserem Erzbistum: Winfried Deppe (damals Hausmeister im Leokonvikt, der Unterkunft des Papstes), Franz Jöring (übernahm in der Senne den Ordnungsdienst), Pfarrer Michael Kleineidam (organisierte die Gottesdienste) und Christina Diekmann (überreichte dem Papst als Kommunionkind die Gaben). Einzigartige Highlights, die in Erinnerung bleiben.

Im Hohen Dom zu Paderborn feierte Papst Johannes Paul II. mit Vertretern christlicher Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst. Archivfoto: Erzbistum Paderborn
Im Hohen Dom zu Paderborn feierte Papst Johannes Paul II. mit Vertretern christlicher Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst. Archivfoto: Erzbistum Paderborn

Symbolträchtiger ökumenischer Gottesdienst im Dom

Ein Treffen mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen läutete das Nachmittagsprogramm von Papst Johannes Paul II. in Paderborn ein. Um 17 Uhr betrat der Heilige Vater dann den Hohen Dom und damit die Bischofskirche des Erzbistums Paderborn. Er feierte mit Vertretern der christlichen Kirchen einen symbolträchtigen ökumenischen Gottesdienst – Bilder, die durch die Medien gingen und vielen Paderbornerinnen und Paderborner unvergessen bleiben.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Prälat Bruno Kresing, von 1974 bis 2002 Generalvikar des Paderborner Erzbischofs, blickte vor fünf Jahren in einem Interview zum 20-jährigen Jubiläum des Papstbesuches auf die damaligen Ereignisse zurück: Die ökumenische Gebetsstunde am Nachmittag im Hohen Dom sei ein bewusster Schwerpunkt des Papstbesuches gewesen. „Alle Vertreter der christlichen Kirchen saßen mit dem Papst im Altarraum“, beschrieb Kresing das damalige Bild, das in seinen Augen das Leitwort des Besuchs „Einig in der Hoffnung“ eindrucksvoll zum Ausdruck brachte. Er habe den Papst als sehr menschlich und von einer tiefen Gläubigkeit geprägt erlebt, so der frühere Generalvikar, der im August 2020 verstorben ist.

Hintergrund: Heiliger Papst Johannes Paul II.

Karol Józef Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren. Am 16. Oktober 1978 wurde er zum Papst gewählt – er war der erste slawische Pontifex. Sein Pontifikat umfasste 26 Jahre und fünf Monate. Er starb am 2. April 2005 in der Vatikanstadt. Am 1. Mai 2011 wurde er von seinem Nachfolger Benedikt XVI. in Rom seliggesprochen, am 27. April 2014 sprach ihn Papst Franziskus heilig. Sein Gedenktag ist der 22. Oktober.

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse