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Pressemeldung
22
November
2020
Paderborn

Seliger Niels Stensen hat jetzt einen festen Platz im Paderborner Dom

Erzbischof Becker verabschiedet Weihbischof Berenbrinker als Weihbischof in Paderborn

Für Weihbischof Hubert Berenbrinker war das Pontifikalamt am Christkönigsonntag in doppelter Hinsicht ein besonderer Gottesdienst: Sein lang gehegter Wunsch erfüllte sich und eine Reliquie des seligen Niels Stensen fand in der Vitus-Kapelle des Paderborner Domes einen dauerhaften Ort und ist dort jetzt Gläubigen zugänglich. Zudem verabschiedete Erzbischof Hans-Josef Becker am Ende des Gottesdienstes Weihbischof Hubert Berenbrinker offiziell als Weihbischof in Paderborn, nachdem Papst Franziskus dessen Rücktrittsgesuch im September angenommen hatte. Niels Stensen war von 1680 bis 1683 Weihbischof in Paderborn. Der Naturwissenschaftler und Bischof wurde 1988 selig gesprochen. Gläubige konnten den von Weihbischof Berenbrinker zelebrierten Gottesdienst via Livestream mitfeiern.

Der selige Niels Stensen hat jetzt einen festen Platz im Paderborner Dom: Weihbischof Hubert Berenbrinker brachte eine Reliquie des ehemaligen Weihbischofs in Paderborn in die Vitus-Kapelle. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„In der Vitus-Kapelle des Domes können wir nun eine Reliquie des seligen Niels Stensen sehen. Aber was wichtiger ist: Wir können uns von ihm, seinem Leben und Zeugnis für Christus berühren lassen“, betonte Weihbischof Berenbrinker in seiner Predigt. Der selige Niels Stensen sei kein Mann der Mittelmäßigkeit gewesen, stellte Berenbrinker den ehemaligen Weihbischof in Paderborn vor. Was der selige Niels Stensen als Naturwissenschaftler und Kleriker angepackt habe, habe er ganz gemacht. „Dem hochbegabten Wissenschaftler war die Gnade geschenkt, die wunderbare Weisheit Gottes in der Schöpfung zu erkennen. Diese Weisheit und Schönheit Gottes hat er sein Leben lang bezeugt, als Mensch, als Wissenschaftler, als Priester und Bischof.“

Vorbild und Fürsprecher

Niels Stensen habe mit Leidenschaft Gott und die Menschen geliebt. „Es war sein Anliegen, das Herz der Menschen zu bereiten für den Weg, der zu Gott führt“, bezeugte Weihbischof Berenbrinker, der schon selbst mehrere Pilgerreisen auf den Spuren von Niels Stensen begleitet hat. „Wir dürfen Gott danken, dass er uns diesen Seligen zur Orientierung auf unserem eigenen Glaubensweg zur Seite stellt, dass Gott ihn uns schenkt als Vorbild und Fürsprecher“, hob Weihbischof Berenbrinker abschließend hervor.

„Jesus, sei mir Jesus“: Der im Pontifikalamt uraufgeführte Hymnus wurde von Domkapellmeister Thomas Berning komponiert. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
„Jesus, sei mir Jesus“: Der im Pontifikalamt uraufgeführte Hymnus wurde von Domkapellmeister Thomas Berning komponiert. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Verabschiedung als Weihbischof in Paderborn

Erzbischof Hans-Josef Becker verabschiedete Weihbischof Hubert Berenbrinker schließlich offiziell aus seinen Aufgaben als Weihbischof in Paderborn, von seinem Amt als Bischofsvikar für die Begleitung der Ruhestandsgeistlichen sowie als Wirklicher Geistlicher Rat. „Von Herzen wünsche ich Dir Gesundheit, Freude und Gottes reichen Segen. Ich wünsche Dir noch viele erfüllte und gute Jahre“, sagte Erzbischof Becker zu seinem langjährigen Weggefährten.

Im Anschluss an den Gottesdienst betrachteten viele Gläubige die Reliquie des seligen Niels Stensen in der Vitus-Kapelle und nahmen das dort ausgelegte Gebets- und Erinnerungsbildchen mit, um dem Charisma des Seligen auch zuhause zu gedenken.

Seliger Niels Stensen

Niels Stensen wurde am 11. Januar 1638 in Kopenhagen in Dänemark geboren, er verstarb am 5. Dezember 1686 in Schwerin. Nach seinem Studium der Medizin und Anatomie arbeitete er als Arzt und Forscher. Er wurde bekannt als Entdecker und bedeutender Wissenschaftler in den Fachgebieten Anatomie, Geologie, Paläontologie und Mineralogie. 1666 ging er nach Florenz, wo er 1667 zur katholischen Kirche konvertierte. 1675 empfing er die Priesterweihe und wirkte dann als Seelsorger. 1677 wurde er durch Papst Innozenz XI. zum apostolischen Vikar für die Missionen in Skandinavien ernannt, noch im selben Jahr wurde er in Rom zum Bischof geweiht.

Stensen war ab 1680 Weihbischof für Münster und Paderborn. Ab 1683 wirkte er in Hamburg. Kurz vor seinem Tod ging er nach Schwerin, gründete dort eine katholische Gemeinde und war als einfacher Seelsorger tätig. Er starb verarmt in Schwerin. Seine Lauterkeit, sein asketisches Leben und sein vorbildliches Wirken als Priester fanden hohe Anerkennung, auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Niels Stensens Gebeine wurden 1687 in die Gruft der Medici in der Kirche San Lorenzo nach Florenz überführt, dort 1953 in eine Seitenkapelle umgebettet.

Am 23. Oktober 1988 wurde Niels Stensen durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Sein kirchlicher Gedenktag ist der 25. November.

Das Erzbistum erhielt im Jahr 2019 ein Reliquiar mit einer Reliquie des seligen Niels Stensen als Geschenk des Erzbischofs von Florenz, Kardinal Guiseppe Betori. Dem Paderborner Metropolitankapitel ist es ein Anliegen, dass zahlreiche Gläubige die Reliquie des seligen Anatomen, Geologen und Bischofs verehren können.

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Glaube & Vernunft - Die Übertragung des Reliquiars von Niels Stensen in die Vitus Kapelle

In einem Interview stellt Privatdozent Dr. Frank Sobiech den seligen Niels Stensen vor. Der Theologe und Historiker lehrt an der Theologischen Fakultät Paderborn am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie.

Der selige Niels Stensen war nicht nur Priester und Bischof, sondern auch ein bedeutender Wissenschaftler, der unter anderem im Bereich der Geologie verschiedene Entdeckungen machte. In einem Gespräch stellt Dr. rer. nat. Gerhard Müller seine besondere Beziehung zu Niels Stensen vor und bringt den Seligen als Naturwissenschaftler, insbesondere als Geologen näher. Der 81-jährige ehemalige Akademische Oberrat hat rund 32 Jahre an der Universität Paderborn Physische Geographie und Geologie gelehrt.

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle
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