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Pressemeldung
30
März
2021
Paderborn

Priester-Sein in der Nachfolge Jesu

Erzbischof Becker feiert am Beginn der Karwoche Chrisam-Messe / Priester erneuern Weiheversprechen

Am Montag der Karwoche, 29. März 2021, weihte Erzbischof Hans-Josef Becker in der Chrisam-Messe im Paderborner Dom traditionell die heiligen Öle, die über das Jahr zu Weihen und zur Spendung von Sakramenten verwendet werden. Zugleich erneuerten die Priester des Erzbistums Paderborn in dieser Heiligen Messe ihre Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst. In seiner Predigt rief Erzbischof Becker die Geistlichen dazu auf, sich an ihrer Hauptaufgabe zu orientieren: „Der Priester soll Hirte und Diener sein!“. Der Gottesdienst am Karmontag in der Bischofskirche des Erzbistums wurde via Live-Stream übertragen und konnte so auch am Bildschirm mitgefeiert werden.

Erzbischof Hans-Josef Becker weihte am Montag der Karwoche in der Chrisammesse die Heiligen Öle im Hochchor des Hohen Domes zu Paderborn. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Die Chrisam-Messe verdankt ihren Namen der Weihe der heiligen Öle, die über das Jahr zu Weihen und zur Spendung von Sakramenten verwendet werden: Katechumenenöl für Taufbewerber, Chrisam für die Salbung bei Taufe, Firmung und Weihe sowie Krankenöl bei der Spendung des Sakraments der Krankensalbung. Stellvertretend für die Priester des Erzbistums Paderborn konzelebrierte im Gottesdienst mit dem Erzbischof der Geschäftsführende Vorsitzende des Priesterrates, Pfarrer DDr. Markus Jacobs aus Detmold.

Nach der Seele des Menschen fragen

Es könne die Frage gestellt werden, ob das Priestertum nicht ein überholtes Relikt der Vergangenheit sei, das heute niemand mehr brauche, „ob es noch einen Sinn hat, Priester zu werden in einer Welt, in der nur noch der evaluierbare Fortschritt gilt“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt. Er habe den Eindruck, „dass die Menschheit immer mehr in einen selbstmörderischen Wahnsinn hineintaumelt, in dem sich die Maschine des vermeintlichen Fortschritts immer schneller dreht“. Der Paderborner Erzbischof unterstrich in diesem Kontext die Relevanz von Seelsorgern: „Wir brauchen heute mehr denn je Menschen, die nicht Luxusartikel vertreiben und politische Propaganda machen, sondern die nach der Seele des Menschen fragen, die den Menschen helfen, im Gewühl des Alltags die eigene Seele nicht zu verlieren“.

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Montag der Karwoche die Chrisammesse, in der die anwesenden Priester ihr Weiheversprechen erneuerten, so auch Pfarrer DDr. Markus Jakobs (r.) aus Detmold, der als Geschäftsführender Vorsitzender des Priesterrates konzelebrierte. Im Bildhintergrund die im Hochchor aufgestellten Heiligen Öle, die in der Chrisammesse geweiht wurden. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Wort und Sakrament

Für einen Priester sei es in seiner persönlichen Jesus-Nachfolge wesentlich, „Hirte“ zu sein, erklärte Erzbischof Becker. Es komme dabei darauf an, Menschen zu Christus zu führen, ihnen die Wahrheit, die Liebe und den Sinn bewusst zu machen, den sie auch heute brauchen. Dieses Hinführen zu Christus geschehe „in der Weitergabe des Wortes Jesu und in der Ausspendung der Geheimnisse Jesu Christi in den Sakramenten, in denen Jesus selbst uns sein Leben gibt“. Die Hauptaufgaben des priesterlichen Dienstes seien somit „Wort und Sakrament“.

Während des Hochgebetes weihte Erzbischof Hans-Josef Becker das Krankenöl, das bei der Spendung des Sakraments der Krankensalbung verwendet wird. Diakone und Domvikare trugen die Gefäße in den Altarraum des Paderborner Domes. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Während des Hochgebetes weihte Erzbischof Hans-Josef Becker das Krankenöl, das bei der Spendung des Sakraments der Krankensalbung verwendet wird. Diakone und Domvikare trugen die Gefäße in den Altarraum des Paderborner Domes. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Gottes Wort“ ereigne sich nicht allein in der Predigt, es geschehe bei vielen Gelegenheiten, erläuterte Erzbischof Becker weiter. „Gottes Wort“ geschehe im schulischen Unterricht, im Gespräch mit alten oder einsamen Menschen, im Dialog mit Menschen, für die sonst niemand Zeit habe, im Austausch mit Menschen, für die das Leben dunkel und schwer geworden sei. Notwendig seien Menschen, die zuhören können, die mit anderen Menschen sprechen und ihnen Hoffnung und Sinn eröffnen können.

Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte im Hinblick auf den priesterlichen Dienst zudem an das Sakrament der Buße und das Sakrament des Altars: Dass der Empfang des Bußsakramentes seltener geworden sei, bedeute nicht, dass es heute keine Schuld mehr gebe und keine Vergebung gebraucht werde. „Das Wort der Vergebung sprechen zu dürfen, gehört zu den schwersten und schönsten Aufgaben des Priesters“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof: Im Sakrament der Versöhnung lägen Schätze des katholischen Glaubens. Die Eucharistiefeier „ist und bleibt“ der tägliche Höhepunkt priesterlichen Lebens und Dienstes, führte Erzbischof Becker im Hinblick auf das Altarsakrament aus: „Die Eucharistie, bescheiden oder festlich begangen, ist das heilige Fest, das Gott selbst uns bereitet.“

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle