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28
Januar
2021
28.Januar.2021

Orte, die das Herz erfüllen

Menschen erzählen, wo sie ihren persönlichen Friedensort haben

Ein Gefühl von innerem Frieden, wie lässt sich das am besten beschreiben? Mit Empfindungen wie Sorglosigkeit, Ruhe, Gelassenheit, Entspannung oder Entschleunigung vielleicht. Aber innerer Frieden ist oft etwas, das man einfach spürt, und dann genießt man diese Momente. Menschen können uns mit Sicherheit ein solches Gefühl vermitteln, aber vor allem auch Orte.

Orte, die uns frei machen. An denen wir alle Sorgen und Probleme vergessen können. Wo Zufriedenheit und Glück unser Innerstes erfüllen. Wenn Sie ein wenig nachdenken, finden Sie sicher auch einen Ort, an dem es Ihnen so geht – genau wie den fünf Menschen, die uns von ihrem persönlichen Friedensort berichtet haben.

Rebecca Kobusch genießt die Weite des Meeres.
Rebecca Kobusch genießt die Weite des Meeres.

Rebecca Kobusch, Diözesanvorsitzende der KLJB im Erzbistum Paderborn

Mein Friedensort liegt an der Ostsee auf der Insel Poel. Es gibt dort einen abgelegenen, nicht sehr einsichtigen Strand, der deshalb vor allem vor Touristinnen und Touristen geschützt ist. Ich lebe seit einem halben Jahr in Wismar, auf dem Festland unterhalb der Insel Poel und kann mich deshalb mittlerweile als Nicht-Touristin bezeichnen. Dennoch bin ich nicht regelmäßig dort, damit ein Besuch etwas Besonderes bleibt.

Jeder einzelne Sonnenuntergang, den ich an diesem Strand erleben durfte – egal ob im Sommer zu später und im Winter zur frühen Abendstunde – war einzigartig. Egal was an dem Tag passiert war: „Ich konnte damit abschließen und den Tag im Einklang mit mir selbst beenden. Die Stille, wenn es langsam dunkel wird, ist dann sehr friedlich und gleichzeitig ein bisschen geheimnisvoll.”

Die Weite, das Meer und die Natur sind jedes Mal aufs Neue überwältigend und lassen mich als Teil des großen Ganzen fühlen. Meine Probleme scheinen dann nur noch winzig klein zu sein und die Welt ist plötzlich irgendwie in Ordnung. Es ist schön zu sehen, wenn vereinzelt Menschen den Geräuschen des Wassers, der Vögel und der Insekten lauschen und jeder davon mit sich und seinen Gedanken allein ist. Die Leute stecken sich einander mit ihrer Gelassenheit an und alle genießen einfach den Moment.

Mit diesem Ort verbinde ich unglaublich viel: Ich habe den Strand schon als Kleinkind besucht, da hatte er aber noch nicht so eine beruhigende Wirkung. Eher eine abenteuerliche. Ich erinnere mich immer wieder gerne an einen gemütlichen Abend mit Freunden zurück, bei dem wir eine Melonenbowle im Sonnenuntergang geschlürft haben. Das war ein Moment, den man gerne anhalten wollte. Sehr friedvoll und ohne jegliche Sorgen.

Die Heimkehrer-Friedenskapelle in Elleringhausen bei Olsberg.
Die Heimkehrer-Friedenskapelle in Elleringhausen bei Olsberg.

Hans-Dieter Frigger aus Olsberg

„Inneren Frieden spüre ich persönlich in der Natur. Sehr intensiv zum Beispiel, wenn ich mich an einen alten Baum lehne und meine Gedanken wandern lasse.  Ein sprichwörtlicher Friedensort in meiner Heimat ist für mich die Heimkehrer-Friedenskapelle in Elleringhausen. Diese wurde von kriegsgefangenen Soldaten als Dank für ihre späte aber glückliche Heimkehr aus Russland erbaut. Diese sogenannten Spätheimkehrer widmeten die Kapelle der Mutter Gottes, Königin des Friedens. Heute wird die Kapelle von der Dorfgemeinschaft gepflegt.

Die Friedenskapelle liegt an den Wanderwegen “Golddörfer Weg” und “Elleringhauser Panoramaweg”.  Und nur wenige Leute gehen an der Kapelle vorbei, ohne sie sich anzusehen. Wer dort einkehrt, findet Ruhe und Frieden und hat einen wunderbaren Blick auf die Landschaft und die Bruchhäuser Steine. Man kann die Stille genießen, beten oder meditieren. Für mich persönlich ist es ein echter Kraftort in der Natur. Ich finde, dass jeder Mensch einen solchen Ort braucht, um einfach mal Ruhe zu finden und abzuschalten. Innerer Friede, Ruhe, Dankbarkeit, Achtsamkeit und Demut vor der Natur – das alles fühle ich dort. Ein Ort der positiven Gefühle.”

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Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Redakteur