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17
Februar
2020
17.Februar.2020

„Mit weitem Herzen Menschlichkeit vermitteln“

Auf eine Kaffeelänge mit Pater Julian Schaumlöffel

In der Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns auf einen Kaffee mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Die einzige Vorgabe der Serie ist: Die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Dieses Mal haben wir uns mit Pater Julian Schaumlöffel (49) getroffen. Er ist Benediktinermönch in der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede und am zugehörigen Gymnasium als Vertreter des Schulträgers und Lehrer tätig.

Redaktion

Sie haben gerade noch einen Rundgang durch die Mensa gemacht. Was haben Sie mit den Schülern besprochen?

Pater Julian

Das ist ganz interessant, denn die Schüler dort haben gerade eine Freistunde. Einige sitzen dort und sind am Hausaufgaben machen. Andere lernen tatsächlich aus dem Biologiebuch. Der größere Teil hört Musik, guckt irgendwelche Filme oder setzt den Serien-Stream bei Netflix fort. Das finde ich spannend, denn die Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, sind total konträr zu dem, was wir früher machen konnten. Wir hatten diese ganze Digitalisierung ja noch nicht.

Redaktion

Ist das schlechter als früher?

Pater Julian

Nein, das finde ich gar nicht. Es ist anders. Die Schüler sind höflich, wissen sich zu benehmen, sind freundlich. Das ist mir wichtig. Mit den Schülern bin ich gerne zusammen und beschäftige mich mit ihren Themen. Allerdings verstehe ich dann auch nicht mehr alles. Jetzt kamen Schüler zu mir und haben mich gefragt, ob ich das neue Buch der Vongologie kenne. Da musste ich natürlich erstmal nachdenken und konnte mich erinnern, dass es bei Instagram eine Bewegung gibt, Worte durch Zahlen abzukürzen. Es handelt sich um eine bestimmte Jugendsprache.

Pater Julian Schaumlöffel
Pater Julian Schaumlöffel

"Unsere Schüler sind gut, sie sind von Gott geliebt und angenommen."

Pater Julian Schaumlöffel

Redaktion

Was machen Sie denn, um an den Themen, an den jungen Menschen dran zu bleiben?

Pater Julian

In der Benediktsregel und dem Konzept unserer Schule heißt es „Mit weitem Herzen Menschlichkeit vermitteln“, darauf kommt es an. Das ist es, was unsere Schule und was ich persönlich vermitteln will. Unsere Schüler sind gut, sie sind von Gott geliebt und angenommen. So wie jeder von uns. Wenn wir das ernst nehmen, dann bleibt man auch in einem guten Kontakt und kann die Anliegen des anderen wahrnehmen.

Redaktion

Wie nehmen Sie das Interesse der Schüler am Glaubensleben wahr?

Pater Julian

Es sind auf jeden Fall viele Schüler auf einer Entdeckungsreise, die wollen mehr über den Glauben erfahren. Ein Teil der Schüler ist aber auch für den Glauben engagiert, spricht darüber aber nicht so, wie man das vor 30 Jahren getan hätte. Die sind vielleicht Ministranten oder gehen in den Gottesdienst – sie erzählen aber nicht davon. Mein Empfinden ist, dass der Glaube für viele Schüler zu einer absoluten Privatsache geworden ist, die man öffentlich nicht thematisiert. Der Glaube ist zur Intimität geworden.

Redaktion

Warum ist Ihrem Orden das Engagement in der Bildung wichtig?

Pater Julian

Wir gehören ja zu den Missionsbenediktinern und wir fragen uns natürlich, was diese Mission ist. Ein Ort der Mission ist auf jeden Fall unsere Schule. Wir wollen von unserem Glauben, der uns erfüllt, der unserem Leben Sinn gibt, der uns Lebensfreude gibt, den jungen Menschen etwas mitgeben. Und wir wollen eine gute Bildung ermöglichen, damit die Schülerinnen und Schüler mündige Bürger werden.

Redaktion

Was wünschen Sie sich für die Bildungslandschaft?

Pater Julian

Ich würde mir mit Blick auf das Land Nordrhein-Westfalen wünschen, dass deutlich anerkannt wird, wie Schulen in freier Trägerschaft – so wie wir – die Bildungslandschaft mit ihrer Vielfalt bereichern. Dazu gehört es dann aber auch, dass es eine auskömmliche finanzielle Unterstützung gibt. Ein weiterer Punkt ist, dass ich mir wünschen würde, dass die Bildungspolitik bei einer klaren Linie bleibt und nicht je nach regierender Partei wieder alles neu erfindet. Wir brauchen etwas Verlässliches, damit Schüler, Lehrer und Eltern nicht verunsichert werden. Schule ist ein Ort des Lebens und des Lernens und der verändert sich mit den Schülern, den verschiedenen Generationen. Darauf sollte die Politik sensibel eingehen.

Redaktion

Vielen Dank für das Gespräch.

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