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28
Januar
2020
28.Januar.2020

Mit der Methode, die Jesus selbst genutzt hat

Themenspecial „Große Pläne“: Wie die Gemeinschaft Shalom den Frieden verkündet

Für Levi Ehrich ist es die Methode, die Jesus selbst genutzt hat: ein leckeres Essen als Türöffner, um ins Gespräch zu kommen. So läuft es auch für diesen Artikel über die großen Pläne der Gemeinschaft Shalom in Arnsberg. Wir sitzen im Café Shalom, einer Bar in modern-rustikaler Optik, die die Gemeinschaft betreibt. Levi Ehrich (26) und Joao Carlos (36) bereiten Käsebällchen und gefüllte Teigtaschen aus Maniokmehl zu. Ehrich sagt: „Wenn das Café nicht dazu dienen würde, den Glauben zu verkünden, würden wir es nicht brauchen.“

Ein Café als Ort, um jungen Menschen eine persönliche Erfahrung mit Jesus Christus und seiner Kirche zu ermöglichen – mit diesem Grundgedanken eröffnete Moysés Louro de Azevedo Filho im Jahr 1982 die erste “Snackbar des Herrn”. Daraus wuchs nach und nach die Gemeinschaft Shalom, die Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 offiziell als neue Geistliche Gemeinschaft anerkannt hat.

Levi Ehrich (links) und Joao Carlos kochen. Foto: Schulte
Levi Ehrich (links) und Joao Carlos kochen. Foto: Schulte

Acht Brasilianer in Arnsberg

In Arnsberg sind es acht Brasilianer, die gemeinsam leben, beten, kochen und Gottesdienst feiern. Im Juli 2015 ist die Gemeinschaft Shalom im Sauerland eingezogen. Dienstags bis freitags und sonntags öffnen sie das Café in der Prälaturstraße 6 in Arnsberg. Die Männer und Frauen haben ihre Familien und Heimat verlassen, weil sie sich dazu von Gott berufen fühlen. Nach den großen Plänen für ihre Arbeit gefragt, antwortet Levi Ehrich: „Arbeit ist für uns alles, was wir tun können, um den Frieden und den Glauben zu verkünden. Wenn ich ein Gespräch mit dir führe und für dich bete, gehört das zu meiner Arbeit.“

Levi Ehrich sagt diese Sätze mit einer Leichtigkeit und einer Selbstverständlichkeit, die man erlebt haben muss. Und genau darum geht es der Gemeinschaft auch – dass andere Menschen Gott erleben. Joao Carlos zieht den Vergleich zu Jesus, der auf die Frage „Meister, wo lebst du?“, antwortete: „Komm und sieh!“. Carlos sagt: „Bei allem, was wir erleben, sagen wir: ‚Komm und sieh! Du darfst es miterleben.‘“ So kann Evangelisierung in ihren Augen gelingen, wenn eine Erfahrung mit dem Glauben ermöglicht und nicht bloß darüber gesprochen wird.

Klassische Methoden neu beleben

Die Missionare sind davon überzeugt, dass durch Musik, Gebet, Gottesdienst und Gemeinschaft nach wie vor die Nähe Gottes spürbar wird. In Zeiten, in denen sie oft gefragt werden, wie es überhaupt mit der Kirche weitergehen kann, wollen sie die klassischen Methoden neu beleben. Zum Beispiel mit dem Glaubenskurs, der zweiwöchig sonntags vom 8. März bis zum 6. Juni läuft.

Das Angebot ist besonders an Jugendliche gerichtet, die „nicht viel vom Glauben wissen“, wie Levi Ehrich sagt. Sie kommen zum Essen zusammen, machen Musik, hören einen Impuls und tauschen sich darüber aus. So, wie es Jesus vielleicht auch gemacht hätte. Es werden Fragen aufgeworfen wie: Was ist die Seele? Was stelle ich mir unter Glauben vor? Was ist mir im Leben wichtig?

Wie viele Jugendliche zu dem Glaubenskurs in Arnsberg kommen werden, wissen die Missionare noch nicht. Wenn sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken, sehen sie jedoch, wie die Angebote der Gemeinschaft mehr und mehr besucht wurden. Sie nennen eine Vigilfeier beim Ruinenfest mit 100 Menschen, das Heilig-Geist-Wochenende mit 38 Firmlingen und ein Camping in Ungarn mit über 300 Teilnehmenden – um dann zu sagen, dass sie die Früchte ihrer Arbeit eigentlich gar nicht in Zahlen messen können. Levi Ehrich sagt: „Wenn an einem Tag nur eine Person ins Café kommt, diese Person aber spürt, dass wir Gott Platz machen und seine Gnade ausstrahlen können, dann ist es ein Erfolg.“

Das Café Shalom in Arnsberg. Foto: Schulte
Das Café Shalom in Arnsberg. Foto: Schulte

„Ich hatte alles, was sich ein junger Mann wünschen kann“

In ihrer Gemeinschaft gehen die Missionare täglich zur Messe, nehmen sich morgens zwei Stunden Zeit für das persönliche Gebet und beten die Laudes zusammen. Warum erfüllt sie das Leben als Missionar? Levi Ehrich beginnt seine Antwort in Brasilien. Er sagt: „Ich hatte alles, was sich ein junger Mann wünschen kann: gute Freunde, eine tolle Familie, Haus, Auto und Computer. Aber als ich eine wirkliche Erfahrung mit Gott gemacht habe, wurde mir klar, dass nichts davon wichtig im tieferen Sinn ist.“ Wichtig sei der Wille Gottes.

Joao Carlos. Foto: Schulte
Joao Carlos. Foto: Schulte

Joao Carlos ergänzt: „Ich bin seit 18 Jahren Missionar und glaube auch heute, dass das ein sinnvolles Leben ist. Wenn ich im Café arbeite, dann soll ich mich daran erinnern, dass ich für die Menschen hier bin – und indem ich etwas Leckeres verkaufe den Glauben weitergeben kann.“ Im Juli feiert die Gemeinschaft das fünfjährige Jubiläum am Standort Arnsberg. Zu weit in die Zukunft möchte Joao Carlos allerdings nicht schauen. „Wir wissen nicht, wann unsere Zeit hier vielleicht auch vergehen wird“, sagt der 36-Jährige. „Deswegen ist es sinnvoll, dass wir jeden Tag gut leben, alles geben, weil heute der einzige Tag ist, den ich habe, um den Willen Gottes zu tun. Wenn alles vergeht, dann habe ich nur das Heute, um treu zu sein und dem Willen Gottes zu folgen.“

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