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19
Februar
2021
19.Februar.2021

Kraftquellen auf vier Beinen

Ob Haustier oder in der Therapie: Das kraftvolle Wirken von Tieren für unser Leben

Es gibt Szenen, die wird Sylvie Blätgen wohl ein Leben lang nicht vergessen. Wie der Besuch in einem Altenheim, wo sie mit ihrer Hündin Motte einer demenzkranken Frau begegnete. Als diese den Mini-Goldendoodle von Sylvie Blätgen erblickte, freute sie sich ungemein und winkte dem flauschigen Vierbeiner zu – einige Augenblicke später saß Motte auf ihrem Schoß. Die Frau fing an, die Hündin zu untersuchen, strich durch ihr Fell und sagte dann: „Irgendwo muss der Knopf doch sein.“ Als Sylvie Blätgen erklärte, es handle sich um einen echten Hund, löste sich die Verwirrung auf: Die ältere Frau erzählte, sie hätte in ihrer Kindheit einen braunen Stoffbären besessen, der offenbar genau wie Motte ausgesehen hatte. Den Mitarbeitenden des Altenheims brachte das Tränen in die Augen – aus Freude: Denn nach etlichen Jahren war es die erste biografische Erinnerung der demenzkranken Frau. Ein kleines Wunder.

Die Kinder und Jugendlichen in Olsberg sind von der Reittherapie begeistert. Foto: Jugendhilfe Olsberg.
Die Kinder und Jugendlichen in Olsberg sind von der Reittherapie begeistert. Foto: Jugendhilfe Olsberg.

Positive Kraft in vielfältigen Formen

Prof. Dr. Ruster erklärt diese unbändige Liebe der Tiere anhand eines Beispiels: Ein Schüler, der in der Schule unter Mobbing leidet, kommt nach Hause und sein Hund springt an ihm hoch. Das bereitet so viel Freude, dass die Sorgen erstmal vergessen sind. „Da steht jemand bedingungslos zu dir, wo alle anderen dich vielleicht verlassen haben“, erklärt der Theologe der TU Dortmund. Aber eben auch der besondere Einsatz zeige die positive Kraft der Tiere – egal ob als Beistand für einsame Menschen, als Blindenführhunde oder in der Therapie mit Kindern: „Das sind aktive Formen der Nächstenliebe.“

Die Jugendhilfe Olsberg hat in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ebenfalls tierische Hilfe: Bei der Reittherapie stehen die Pferde den jungen Menschen quasi als Co-Therapeuten zur Seite. Ob Putzen und Reiten oder das Versorgen und Beobachten der Pferde: Meist in Einzelstunden werden die Kinder und Jugendlichen gezielt gefördert.

„Pferde leben von Natur aus im Herdenverband und verfügen somit über hervorragende soziale Fähigkeiten. Daher eignet sich die Arbeit mit ihnen besonders für Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten“, erklären Hannah Pröpsting und Anja Basedow von der Jugendhilfe Olsberg. „Die deutliche, aber sensible Körpersprache der großen Tiere ermöglicht eine unmittelbare nonverbale Rückmeldung auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen.“

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Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Redakteur