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31
Juli
2020
31.Juli.2020

Jugendliche beider Nationen leben „ewige Bruderschaft“

Die Deutsch-Französiche St. Liborius Fraternität traf sich zum Austausch mit der kleinen französischen Delegation. (Foto: Ronald Pfaff)
Die Deutsch-Französiche St. Liborius Fraternität traf sich zum Austausch mit der kleinen französischen Delegation. (Foto: Ronald Pfaff)

Treffen der Deutsch-Französichen St. Liborius Fraternität zu Libori – Freude über Engagement der jungen Generation

Der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen Le Mans und Paderborn lebt traditionell beim Libori-Fest auf, wenn Gäste aus Frankreich um Bischof Yves Le Saux in Paderborn weilen. Bedingt durch die Corona-Pandemie war in diesem Jahr vieles anders. Nur eine kleine Delegation aus La Flèche – einem Vorort im Süden von Le Mans – besuchte am Montag Paderborn und nahm auch am Pontifikalamt der deutsch-französischen Fraternität mit Weihbischof Dominicus Meier OSB teil.

„Wir sind sehr froh, dass viele Jugendliche diese Freundschaft der beiden Städte leben. Es ist eine großartige Geschichte, die stets weiter geführt werden muss und auf die wir alle stolz sein dürfen“, freut sich Domkapitular Dr. Thomas Witt, Präsident der Fraternität, über die Entwicklung, dass die Jugend diese Tradition mit großer Intensität fortführt. Stellvertretend konnte er am Montagabend die dreiköpfige Gruppe aus der 15.000 Einwohner Gemeinde aus dem Loire-Tal, La Flèche, begrüßen.

Junge Vikare schlossen Freundschaft

Es ist ein besonderer Kontakt, der durch die Freundschaft zweier junger Priester entstanden ist. Jakob Jan Küchler, Vikar im Pastoralen Raum Meschede-Bestwig, hat in Paris studiert und sich über diese Zeit hinaus mit dem französischen Vikar Marc Isnard angefreundet. Aus diesem Kontakt ist ein reger Austausch von Jugendgruppen zwischen beiden Städten entstanden, über den  Küchler als Jugendbeauftragter der Fraternität begeistert ist: „So eine Partnerschaft braucht nicht nur Verträge, sondern auch Menschen, die sie tragen.“

Vikar Isnard und zwei Jugendliche waren nun ein paar Tage in Paderborn – Corona bedingt nur eine kleine Gruppe. „Aber in Gedanken sind alle dabei und wir tauschen uns täglich auch über die digitalen Medien aus“, weiß Vikar Jakob Jan Küchler, dass die Jugend gut vernetzt ist und gegenseitiges Interesse an den Geschehen der Städte hat. So fahren auch viele junge Leute aus dem Erzbistum Paderborn jedes Jahr im Januar gern mit zum Juliansfest nach Le Mans.

„2006 bin ich zum ersten Mal nach Paderborn gekommen und war dann fast jedes Jahr zu Libori wieder hier“, so Marc Isnard, der seit sechs Jahren Vikar ist. Es sei eine Freundschaft, die wichtig für die Geschichte und die Zukunft sei – sowohl für die Bistümer, die Länder und Europa. „Eine Bruderschaft als Zeichen der Hoffnung, die auch zeigt, dass eine Freundschaft stärker als der Krieg ist und zudem ihre Wurzeln im Glauben hat.“ Gerade vielen älteren Priestern in Le Mans sei der Kontakt wichtig gewesen und sie freuten sich, dass junge Gemeindemitglieder diese lebendig hielten.

Beispielhaft für Europa

Der Vorstand der St. Liborius Fraternität unterstützt die Aktivitäten der Jugend und ist froh, dass der Nachwuchs an dieser einmaligen Freundschaft interessiert ist. Montag ist traditionell der „Franzosen-Tag“ beim Libori-Fest, so dass auch die kleine Delegation aus Frankreich einen besonderen Tag erleben durfte. Beim Abendlichen Austausch erinnert sich Pfarrer Reinhard Bürger, der seit 1983 im Vorstand der Fraternität ist, an seine Anfänge. Gemeinsam mit dem heutigen Kardinal Marx habe er ein Jahr in Frankreich studiert und den Austausch auch unter den Priestern gepflegt.

„Von dieser Freundschaft der beiden Städte bin ich beeindruckt. Sie hat Höhen und Tiefen erlebt und überstanden. Das fasziniert mich absolut. Ich erlebe sie mit viel Herzlichkeit“, bestätigt Dr. Thomas Witt, der als Seminarist in Le Mans war und auch als Sekretär von Erzbischof Degenhardt. „Ich liebe Frankreich und habe später auch als Pfarrer in der Gemeinde nie den Kontakt verloren.“

Die Fraternität sei auch eine Friedensinitiative in der Nachkriegszeit gewesen, erinnert Detlef Müller, Schriftführer im Verein und Geschäftsführer der Gemeindeverbände Hochstift-Paderborn und Minden-Ravensburg-Lippe. Priester aus beiden Nationen hätten nach dem Krieg erste Schritte gewagt, um zusammenzufinden. „Heute ist für mich die Verbindung zwischen Le Mans und Paderborn wie ein konkret gelebtes Europa“, so Müller und ergänzt: „Ich bin auch immer wieder von der Gastfreundschaft der Franzosen begeistert.“

Für die Jugend war der Montag nur ein kleiner Teil ihres Programms. Vikar Küchler reist mit einer Gruppe jetzt nach La Flèche, um von dort aus gemeinsam mit französischen Jugendlichen und Vikar Isnard nach Bordeaux zu fahren. „Dort werden wir gemeinsam weiter an einer Kapelle bauen. Über diese gemeinsame Arbeit kommen sich die Vertreter beider Nationen auch nochmal näher.“

Auszug aus der Präambel der Satzung der St. Liborius Fraternität

Im Jahre 1960 wurde die deutsch-französische Priesterbruderschaft des hl. Liborius durch Priester der Diözesen Le Mans und Paderborn gegründet aus den Gedanken zwischen beiden Völkern Frankreich und Deutschland eine wirkliche Freundschaft zu begründen. Die beiden Diözesen sind seit 835 in einem „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ verbunden. Zunächst waren nur Priester der beiden Diözesen Mitglieder der Bruderschaft. Durch die Entwicklung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil beteiligten sich verstärkt auch Diakone und Laien an Aktivitäten und durften eine Mitgliedschaft eingehen. Die St. Liborius-Fraternität, bestehend aus der französischen und der deutschen Sektion, hat die Aufgabe, die Verbindungen zwischen den Katholiken der Bistümer Le Mans und Paderborn in einer Gemeinschaft des Gebetes und der gegenseitigen Solidarität zu fördern.

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