Kontakt Presse & Medien Für Mitarbeitende Karriere & Jobs
Kontakt
Gestaltungselement Navigation
21
September
2021
21.September.2021

In Uniform das Evangelium leben

Für Felix Lieneke gehören Glaube und Freiwillige Feuerwehr zusammen

Es gibt diese Tage, auf die fiebert man Monate, manchmal Jahre hin: die Hochzeit, der 18. Geburtstag, der Schulabschluss. Für Felix Lieneke war es immer der zehnte Geburtstag. Ab dann durfte er sich einen Traum erfüllen – und in die Jugendfeuerwehr eintreten.

Felix Lieneke, engagierter Christ in Feuerwehr-Uniform
Felix Lieneke, engagierter Christ in Feuerwehr-Uniform
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn
Felix Lieneke, engagierter Christ in Feuerwehr-Uniform
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Heute ist Felix Lieneke 23 Jahre alt. Er ist gerade in seine erste eigene Wohnung in seiner Heimatstadt Salzkotten gezogen. Er hat vor wenigen Monaten seine Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen. Und er ist immer noch: in der Freiwilligen Feuerwehr.

Wir treffen Felix Lieneke im Gerätehaus in Salzkotten. Er öffnet die Tore der Fahrzeughalle, der leichte Geruch von Gummi, der in jedem Gerätehaus schwebt, strömt in die Nase. Sechs Feuerwehrautos schlummern hier. Felix präsentiert die Feuerwehrautos, zieht deren Rolltüren hoch und zeigt Pumpen, Schläuche und Atemschutzgeräte. Hier wird ansatzweise klar, was ihn schon als Kind an der Feuerwehr fasziniert hat: „Blaulicht, große Autos, schweres Gerät“, wie er sagt.

Eine Truppe, auf die er sich verlassen kann

Die kindliche Begeisterung für die Feuerwehr ist bei Felix geblieben. Hinzugekommen ist die Erfahrung, wie es wirklich ist, mit Blaulicht zum Einsatz zu fahren und Menschen zu helfen. An einen erinnert er sich besonders.  Der Piepser geht mitten in der Nacht. Die Meldung: „Person vom Zug erfasst“. Felix steht sofort auf, fährt zum Feuerwehrgerätehaus, steigt in seine Montur und fährt mit zum Einsatzort. Es ist einer der ersten Einsätze, bei dem er „vorne mit dabei“ ist, wie er es nennt.

Felix kümmert sich mit um den Menschen, der aufgrund seiner Verletzung möglichst schonend gerettet werden musste. „Da brauchst du Manpower, um den Patienten achsengerecht auf die Trage zu bekommen und ein paar Hundert Meter vom Einsatzort zum Rettungswagen zu tragen“, erzählt Felix.

Felix Lieneke
Felix Lieneke
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn
Felix Lieneke
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Heute sagt Felix über seinen Glauben an Gott: „Da ist einer, der das schon irgendwie richtet. Der dich auffängt, wenn du fällst. Ich spüre ein Vertrauen darauf – das soll sich jetzt nicht schnulzig anhören – , dass am Ende alles gut wird.“

„Wir beten ihn gesund“

Vor fünf Jahren, erzählt Felix, sei sein Bruder zum ersten Mal an Krebs erkrankt. Im vergangenen Jahr zum zweiten Mal. Ein Einschnitt für die Familie. Doch wenn Felix davon erzählt, kommt er auch zu dem Schluss: „Du kannst nie tiefer Fallen als in Gottes Hand.“

Aus dem Glauben und der Gemeinschaft der Kirche hat Felix in dieser Situation Hoffnung geschöpft, wie er erzählt. Besonders erinnert er sich daran, wie die Schwestern der Franziskanerinnen Salzkotten mit Blick auf seinen Bruder sagten: „Wir beten ihn gesund.“

Dann sagt Felix: „Lange Rede, kurzer Sinn: Meinem Bruder geht es heute besser, als es die Ärzte noch vor wenigen Monaten zu prognostizieren wagten“.

Felix weiß selbst, dass viele Menschen sagen würden: „Das ist Humbug. Das hat doch nichts miteinander zu tun“. Doch er sagt: „Mir gibt es Halt und Zuversicht zu wissen, dass viele Menschen für meinen Bruder beten. Und dass ich einen Gott habe, auf den ich vertrauen darf.“

Beiträge im Themenspecial "Bürgerschaftliches Engagement"

Ein Beitrag von:

Tobias Schulte
Redakteur