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23
Juli
2020
23.Juli.2020

Große Rubens-Ausstellung eröffnet in Paderborn

Sonderausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ ab 25. Juli im Diözesanmuseum

Corona konnte sie nicht aufhalten: die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“, die ab Samstag, 25. Juli, im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen ist (bis 25.10.2020). Die Schau zeigt Peter Paul Rubens‘ Schaffen und sein Wirken auf breiter Ebene. Es war Rubens, der mit seinen neuartigen Bildideen nicht nur die Malerei, sondern auch die Skulptur im 17. und 18. Jahrhundert in Nord- und Mitteleuropa revolutionierte. Ausgehend von der umfangreichen Neuausstattung des Paderborner Domes im 17. Jahrhundert durch Antwerpener Künstler aus dem direkten Rubens-Umfeld nimmt die Schau die bedeutenden Innovationen in Malerei, Architektur und Kirchenausstattung des flämisch geprägten Barock in den Blick.

In Vorfreude auf die Ausstellungseröffnung (v. l.): Generalvikar Alfons Hardt, Karin Wermert, Professor Dr. Christoph Stiegemann und Dr. Christiane Ruhmann. Foto: Besim Mazhiqi

Zu sehen sind rund 120 Leihgaben aus führenden internationalen Museen, darunter das Rijksmuseum Amsterdam, das Victoria and Albert Museum in London, das Museum Plantin-Moretus in Antwerpen, das Statens Museum for Kunst Kopenhagen, die Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien oder das San Francisco Museum of Modern Art. Trotz der Corona-Pandemie haben nahezu alle Leihgeber ihre kostbaren Exponate nach Paderborn gesandt. Zu den Highlights der Ausstellung zählen großformatige Gemälde sowie eine Vielzahl bedeutender, von Rubens eigenhändig geschaffener Ölskizzen, Zeichnungen und Entwürfe. Ein weiterer Bereich widmet sich der Aktualität des Barock mit Arbeiten unter anderem von Gerhard Richter, Tony Cragg oder Hans Op de Beeck.

Auf den Spuren des flämischen Barockmeisters im Norden

Er war der Star des flämischen Hochbarock: Peter Paul Rubens (1577-1640), der in Antwerpen einer weit über die Grenzen der Metropole hinausstrahlenden Werkstatt vorstand. Die große Zahl seiner Mitarbeiter, seine geschickte Arbeitsteilung und sein diplomatisches Geschick ermöglichten es ihm, seine Bildsprache über ganz Europa zu verbreiten. Auch die beiden Brüder Antonius und Ludovicus Willemssens stammten aus Antwerpen und waren maßgeblich von Rubens beeinflusst. Sie wurden von Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke in der Mitte des 17. Jahrhunderts mit der barocken Neuausstattung des Paderborner Domes beauftragt und brachten so die Ideen von Rubens direkt nach Westfalen. Ihre Werke sowie die Arbeiten weiterer flämischer Künstler dokumentieren in der Ausstellung die Verbreitungs- und Erfolgsgeschichte der Kunst der südlichen Niederlande und zeigen, dass Künstlerwanderungen und Kulturtransfer ein wichtiger Motor für die Ausbreitung des Barock war.

Das Interesse der Pressevertreter bei der Pressekonferenz war groß, hier vor dem Rubens-Werk „Beweinung Christi“, einem der Höhepunkte der Ausstellung. Foto: Besim Mazhiqi
Das Interesse der Pressevertreter bei der Pressekonferenz war groß, hier vor dem Rubens-Werk „Beweinung Christi“, einem der Höhepunkte der Ausstellung. Foto: Besim Mazhiqi

Rubens als Impulsgeber für die Skulptur

Nicht nur die Malerei, auch die flämische Skulptur erlebte in der Zeit des Barock – bedingt durch die Neuausstattung zahlreicher, in den vorausgegangenen Bilderstürmen verwüsteter Kirchen – eine Hochphase. Auch hier gilt Rubens als bedeutender Impulsgeber. Er war nicht nur einer Reihe von Bildhauern freundschaftlich verbunden, sondern kooperierte teilweise eng mit ihnen. Plastische Arbeiten und Reproduktionsgrafiken von Künstlern aus dem Umfeld Rubens‘ – etwa des Artus Quellinus d. Ä. (1609-1668) und Lucas Faydherbe (1617-1697) – veranschaulichen die Charakteristika und die Wirkmächtigkeit von Rubens‘ Œuvre.

Vom barocken Welttheater zur Aktualität des Barock

Das Thema von Zeit und Ewigkeit, von Leben und Tod sowie das Anliegen, die Zuhörer und Betrachter innerlich zu bewegen, zu berühren und zu belehren, kennzeichnen das Wesen des Barock. So leitet das „Große Welttheater“, 1655 verfasst vom spanischen Dichter Pedro Calderón de la Barca, zum letzten großen Akt der Ausstellung über: der Aktualität des Barock. In der zeitgenössischen Abteilung der Schau stehen Fragen nach barocken Wahrnehmungsweisen heute im Mittelpunkt. Gerhard Richter etwa vermeidet in seinem großformatigen Gemälde „Ausschnitt (Makart)“ (1971, Duisburg, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Sammlung Ströher) im Unterschied zum Barock jedes schöpferische Pathos, während Tony Cragg in seiner Plastik „It is, it isn’t“ (2016, Wuppertal, Antony Cragg) den Zustand des unentschlossenen Schwebens thematisiert. Der Vorhang der Ausstellung fällt mit Hans Op de Beecks eindringlicher Videoarbeit „Celebration“ (2008, Studio Hans Op de Beeck, Brüssel), die im Bild eines großen Festmahls einen verewigten Augenblick zwischen Leben und Tod einfängt.

Ein reich bebilderter Ausstellungskatalog ist im Michael Imhof-Verlag Petersberg erhältlich (ISBN 978-3-7319-0956-9, Preis im Museum 39,50 Euro, im Buchhandel 49,95 Euro).

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