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Pressemeldung
13
September
2021
Paderborn

„Glauben mitten im Leben“

Im Porträt: Josef Holtkotte, der neue Weihbischof im Erzbistum Paderborn

Die Entscheidung, Priester zu werden, ist wohl nie leicht – heutzutage erst recht nicht. Wie mag es sich da erst anfühlen, wenn man vom Papst zum Weihbischof ernannt wird? Genau das ist Pfarrer Josef Holtkotte gleichsam passiert: Nach neun Jahren, in denen er zuletzt als Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland in Köln ein wichtiges Feld der katholischen Verbandsarbeit bestellt hat, kehrt der 58-jährige Priester des Erzbistums Paderborn als Weihbischof zurück in sein Heimatbistum. Damit folgt Josef Holtkotte dem im September 2020 emeritierten Weihbischof Hubert Berenbrinker nach – für den „Neuen“ im Kreis der Paderborner Weihbischöfe ein „Nach-Hause-Kommen“ mitten in Zeiten kirchlichen Wandels.

Als in diesem Jahr am 23. Juni um Punkt 12 Uhr gleichzeitig die Glocken in Castrop-Rauxel, Hl. Kreuz, der Heimatgemeinde von Josef Holtkotte, sowie in Rom und Paderborn läuteten, war klar: Das Erzbistum Paderborn hat einen neuen Weihbischof. Aber selbst feierliches Geläut als Freudenzeichen kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pfarrer Josef Holtkotte seine neue Aufgabe mitten in einer herausfordernden Situation für die Kirche antritt. Realistisch mit einer nötigen Portion Gottvertrauen stellt sich der künftige Weihbischof dem, was in der gegenwärtigen Situation der Kirche auf ihn zukommen wird. „Kirche als Weggemeinschaft zu verstehen, die aus der Gottesgegenwart lebt und die Kraft hat, Menschen in Bewegung zu bringen“ – dazu möchte Josef Holtkotte seinen Beitrag leisten.

Er spürt auch Vorfreude, wie er sagt: „Ich komme gerne nach Paderborn zurück und freue mich auf das, was vor mir liegt.“ Vor seinem Wechsel nach Köln zum Kolpingwerk Deutschland war er an verschiedenen Orten im Erzbistum Paderborn als Seelsorger tätig, darunter auch mehrere Jahre in der Stadt an der Pader. „Ich bin gerne Seelsorger und möchte das mit meinen Erfahrungen auch als Weihbischof weiterhin bleiben.“

Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.

Pfarrer Josef Holtkotte wird am Sonntag, 26. September 2021 um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn zum Bischof geweiht.

Kind des Ruhrgebiets

1963 in Castrop-Rauxel geboren, ist Josef Holtkotte ein echtes Kind des Ruhrgebiets: bodenständig, mit Humor und dem Herz am rechten Fleck. „Mein Elternhaus, meine Erziehung und auch die Erfahrungen in meiner Heimatgemeinde haben meine Haltung und meinen Umgang mit Menschen stark geprägt. Die offene Art der Menschen im Ruhrgebiet hat mir nicht geschadet“, sagt Josef Holtkotte augenzwinkernd und selbstbewusst zugleich. In Paderborn und Wien studierte er nach dem Abitur Philosophie und Theologie und war dadurch sowohl in der Bischofsstadt an der Pader als auch in einer Metropole im Herzen Europas zuhause.

1990 empfing Josef Holtkotte die Priesterweihe in Paderborn mit damals noch 29 weiteren Mitbrüdern seines Weihekurses. Es folgten Jahre als Vikar in Verl und Paderborn. Schon früh schlug sein Herz für Kolping, so dass er sich gerne von 1997 bis 2005 als Diözesanpräses des Kolpingwerkes Diözesanverband Paderborn engagierte – ein Amt, das seinen späteren Werdegang vorbestimmen sollte.

Zunächst kam jedoch mit einem wichtigen Zwischenschritt der nächste Perspektivwechsel auf Josef Holtkotte zu: Er wurde Pfarrer der Pfarrei St. Jodokus in Bielefeld und gleichzeitig Studierendenseelsorger in der ostwestfälischen Universitätsstadt – ein Feld der Seelsorge, das seinen persönlichen Erfahrungsschatz nachhaltig bereichert hat. „Die Arbeit als Studierendenpfarrer hat mir wieder neue Horizonte im Dialog mit den jungen Menschen eröffnet“, so der künftige Weihbischof. Er freut sich auf Begegnungen mit jungen Menschen und versteht sich als Pastor, als Hirte, der mit Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen auf dem Weg sein will.

Pfarrer Josef Holtkotte (r.) nach seiner Ernennung im Gespräch mit Erzbischof Hans-Josef Becker. Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.
Pfarrer Josef Holtkotte (r.) nach seiner Ernennung im Gespräch mit Erzbischof Hans-Josef Becker. Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.

Verbinden statt Polarisieren

2012 führte Josef Holtkotte sein Weg wieder zu Kolping. Er wurde Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland in Köln. Seit 2014 war er zugleich Europapräses des Kolpingwerkes Europa – bedeutende Ämter in einem Verband mit großer Tradition, in denen er hoch-geschätzt und vielfach respektiert war. Als Bundespräses war er bisher Mitglied der Synodalversammlung des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland – auch als Weihbischof wird der erfahrene Geistliche dies bleiben und die Zukunft der katholischen Kirche nicht nur im Erzbistum Paderborn, sondern auch in Deutschland mitgestalten.

Nicht nur als Mensch und Seelsorger, sondern auch als Synodaler ist Josef Holtkotte ein überzeugter und an Inhalten interessierter Kirchenmann. Der Glaube der Menschen und ihre Erfahrungen im Leben mit Gott sind das, worum es ihm geht. Traditionen müssen immer im Hier und Heute begriffen und verortet werden, damit sich Glaube und Kirche im Alltag der Menschen als lebendig, gehaltvoll und tragend erweisen können.

„Wir brauchen Austausch, der wirklich den Anderen verstehen will, und wir brauchen Mut, um auch neue Wege zu beschreiten“, sagt Holtkotte. „Wenn Menschen auf das Evangelium schauen und aus dem Glauben Kirche gestalten wollen, ist das ein Schlüssel, um die Herausforderungen der Zukunft anzugehen“, ist der neue Weihbischof in Paderborn zuversichtlich. Die Kirche habe „eine gute Zukunft, wenn sie mit Jesus unterwegs bleibt.“

Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn
Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

„Ich komme gerne nach Paderborn zurück und freue mich auf das, was vor mir liegt.“

 

Pfarrer Josef Holtkotte

Christus-Begegnung schafft neue Perspektiven

Für diese Überzeugung steht auch seine langjährige innere Verbindung mit dem Evangelium der Emmaus-Jünger, die nach dem Tode Jesu niedergeschlagen auf dem Weg sind und nicht wissen, wie es weitergehen soll – bis sie den Auferstandenen beim Brotbrechen erkennen. (Lk 24,31a). „Glaube schenkt ein Sehen, das unsere Perspektiven verändert. Durch die Begegnung mit Christus werden unsere Augen geöffnet für seine Wirklichkeit“, sagt Josef Holtkotte. Dies trifft seine persönlichen Glaubenserfahrungen.

„Ich möchte einladen, den eigenen Lebensweg mit allen Herausforderungen und Umbrüchen zu gehen und den Glauben als Kraftquelle zu erfahren“, sagt der künftige Weihbischof in Paderborn. Zum Leben aus der Freude am Auferstandenen zu ermutigen, sei ein Grundauftrag der Kirche – dass Menschen dies erleben können, dazu möchte er als Weihbischof beitragen, so Josef Holtkotte.

Glauben im Alltag entdecken

Wichtige Begleiter auf seinem künftigen Weg als Weihbischof bleiben für den erfahrenen Priester sein Namenspatron, der heilige Josef, und der selige Adolph Kolping. Der heilige Josef sei bodenständig und fest verwurzelt und doch offen für Gottes Pläne, die „oft anders sind, als wir es meinen“, erklärte Holtkotte. „Adolph Kolping zeigt mir eine Haltung, Menschen ernst zu nehmen und mit ihnen Glauben im Alltag zu entdecken. Josef und Kolping stehen für die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen. Sie sind Wegbegleiter und Wegweiser. Mit ihren Haltungen und Überzeugungen zeigen sie einen Glauben mitten in der Welt.“

Pfarrer Josef Holtkotte möchte Erzbischof Hans-Josef Becker und die Weihbischofskollegen „gut und verlässlich unterstützen“ (v.l.): Weihbischof Matthias König, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pfarrer Josef Holtkotte, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB. Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.
Pfarrer Josef Holtkotte möchte Erzbischof Hans-Josef Becker und die Weihbischofskollegen „gut und verlässlich unterstützen“ (v.l.): Weihbischof Matthias König, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pfarrer Josef Holtkotte, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB. Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn.

Mit eigenen Erfahrungen unterstützen

Schon seit der Emeritierung von Weihbischof Hubert Berenbrinker im Herbst 2020 gab es zahlreiche Spekulationen, wer denn wohl der nächste Weihbischof im Erzbistum Paderborn werden würde. „Ich bin in Paderborn zwar nicht ganz unbekannt, aber meine neue Aufgabe beginne ich natürlich trotzdem als ein neues Gesicht“, so der künftige Weihbischof.

Sein Wunsch ist es, „erst einmal in Paderborn anzukommen“ und sich in seine neue Aufgabe einzufinden. „Ich möchte unseren Erzbischof und meine Weihbischofskollegen gut und verlässlich unterstützen und mich und meine eigenen Erfahrungen einbringen“, formuliert Holtkotte. Sein Umzug nach Paderborn und das Einrichten seiner Wohnung werden baldmöglichst erfolgen. Eines steht fest: Der neue Weihbischof im Erzbistum Paderborn kommt in jedem Fall mit viel Erfahrung auf ganz unterschiedlichen Gebieten im Gepäck nach Paderborn.

Hintergrund zur Bischofsweihe

Pfarrer Josef Holtkotte wird am Sonntag, 26. September 2021, um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Bischof geweiht. Aufgrund der geltenden Corona-Regeln kann nur eine reduzierte Zahl geladener Gäste die festliche Weiheliturgie in der Paderborner Bischofskirche mitfeiern. Um dennoch möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, an der Weihe von Pfarrer Josef Holtkotte teilzuhaben, wird diese in zwei Paderborner Innenstadtkirchen (Gaukirche sowie Universitäts- und Marktkirche) übertragen – hier gilt die 3G-Regel.  Ebenso ist die Bischofsweihe im Livestream voraussichtlich auf YouTube, Facebook, LiboriTV oder über die Homepage des Erzbistums Paderborn zu sehen.