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15
Februar
2021
15.Februar.2021

“Geht es uns seelisch gut, haben wir körperlich auch mehr Kraft”

Auf eine Kaffeelänge mit Jana Beckmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin der Intermediate Care-Station  im St. Vincenz Krankenhaus

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Bedingung der Zusammenkunft: Das Meeting endet, sobald der Kaffeebecher geleert ist. Diesmal haben wir uns mit der 22-jährigen Jana Beckmann getroffen. Sie arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Intermediate Care (IMC) im St. Vincenz Krankenhaus Paderborn.

Jana Beckmann, Krankenschwester im St. Vincenz Krankenhaus. (Foto: Ronald Pfaff)
Jana Beckmann, Krankenschwester im St. Vincenz Krankenhaus. (Foto: Ronald Pfaff)

Schon zu Schulzeiten Berufswunsch entwickelt

Bereits zu Schulzeiten zeichnete sich der Berufswunsch von Jana Beckmann ab, die sich für medizinische und biologische Themen schon früh interessierte. Ein Praktikum im St. Vincenz Krankenhaus verstärkte nochmals ihren Wunsch, den Pflegeberuf zu erlernen. 2017 erhielt die Paderbornerin einen Ausbildungsplatz am St. Vincenz-Campus für Gesundheitsfachberufe und wurde nach erfolgreicher Abschlussprüfung 2020 gleich übernommen.

Patienten aller Fachabteilungen

Auf der Intermediate Care wartet eine interessante und vielseitige Aufgabe auf die 22-Jährige. Patienten aller Fachabteilungen sind hier vertreten und erfordern unterschiedliche Anforderungen bezüglich Pflege, Betreuung oder Überwachung. Ihrem Wunsch, Menschen helfen zu wollen, kommt die Katholikin in ihrem Traumberuf nahe. Dabei ist für sie auch der Kontakt zu den Patienten und Patientinnen ganz wichtig. „Viele haben Gesprächsbedarf oder das Verlangen, sich auszutauschen“, so Jana Beckmann. Doch der Arbeitsalltag schränke dies oft ein.

Ein offenes Ohr für die Patienten

Gerade in den zurückliegenden Feiertagen hätten Patienten ein offenes Ohr gebraucht. Das Pflegepersonal sei in der Zeit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Besuchsverboten auch oft die einzige Ansprechperson.

„Das ganze Team versucht so gut es geht immer ein offenes Ohr für unsere Patientinnen und Patienten zu haben besonders, weil zurzeit kein Besuch erlaubt ist. Oft ist es schwer für sie, tagelang im Krankenhaus zu liegen ohne eine geliebte Person zu sehen. Da ist es besonders wichtig für sie da zu sein.“

Kostet die „Covid 19-Zeit“ mehr Kraft als eine “normale Zeit”? Jana Beckmann: „- Ja, ich finde schon, da die Abwechslung im Alltag fehlt. Man versucht jeden Tag neue Kraft zu finden, aber die Freizeit, die eine große Kraftquelle sein kann, ist in der Pandemie Zeit sehr monoton, was das Ganze schwieriger macht. Ich bin froh über eine große Familie und ein Team, mit dem ich mich so gut verstehe und dass ich noch zur Arbeit gehen darf, um Leute zu sehen.“

Kraftquellen: Familie, Freunde und Kollegenteam

Die Familie, Freunde und der Partner gäben ihr Kraft – in Gesprächen oder Aufmunterungen. „Oder einfach mal eine Runde mit dem Hund an die frische Luft oder ein gutes Buch lesen.“ Vieles, was man gewohnt gewesen sei, sei nicht mehr möglich: ausgelassen feiern, tolle Gespräche oder abends ins Restaurant zu gehen. „Wir sind alle gut vernetzt. Doch nur zu telefonieren ist nicht dasselbe wie einen Abend zusammen zu verbringen. Ich denke, das ist für alle ziemlich schwer in diesen Zeiten, doch ich finde es ist wichtig, dennoch über alles zu sprechen und sich virtuell zu verabreden.“

“Auch Patienten können ermutigen”

Kraftquellen für die Arbeit findet Jana Beckmann bei den Kollegen und dem Team, mit dem sie arbeiten darf. Der Zusammenhalt untereinander stärke enorm. Ein schönes Gespräch oder untereinander zu spaßen, könne in Tiefpunkten wahre Wunder wirken. Auch Patienten könnten eine Kraftquelle sein. „Sie ermutigen uns, weiter zu arbeiten und bestätigen uns in dem, was wir tun.“

Schwierige Zeiten erfordern Kraftquellen. Dabei ist die Beziehung zwischen seelischer und körperlicher Kraft von Bedeutung. „Ich denke schon, dass sich die seelische Kraft auf die körperliche auswirkt. Geht es uns seelisch gut, haben wir körperlich auch mehr Kraft. Für meinen Beruf ist beides sehr wichtig“, so Jana Beckmann.

Hintergrund

Die IMC ist das Bindeglied zwischen der Intensivpflegestation und der „Normalstation“. Sie ist für Patienten konzipiert, deren Erkrankung einen hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand verursacht, die jedoch nicht im eigentlichen Sinne intensivpflichtig sind, beispielsweise keine künstliche Beatmung benötigen. Die IMC hat in der Regel einen im Vergleich zur Normalstation deutlich höheren Personalschlüssel und dient der Entlastung sowohl der Intensiv- wie auch der Normalstation.

Ein Beitrag von:

Ronald Pfaff
Redakteur