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4
Oktober
2020
4.Oktober.2020

Freundschaft der Einheit wird gelebt

Themenspecial “Einheit”: Hans-Georg Hunstig – Mann der ersten Stunde bei Partnerschaft des Katholikenrats Magdeburg und Diözesantags Paderborn

„Heute, da wir gemeinsam die Gründung des Bistums Magdeburg feiern, wollen wir uns gegenseitig unseres gemeinsamen Auftrages vergewissern und als Weggefährten Hilfe und Ermutigung versprechen. Die Errichtung des Bistums Magdeburg ruht auf der Wiedervereinigung Deutschlands. Diese Einheit wurde möglich, weil Bürgerbewegungen und Initiativen, später auch die demonstrierenden Bürger den Willen zur Freiheit und Selbstbestimmung in so eindrucksvoller Weise bezeugten. Es gilt, die errungene Freiheit zu bewahren und die Einheit Deutschlands zu gestalten.“

Hans-Georg Hunstig. (Foto: Tobias Schulte)
Hans-Georg Hunstig. (Foto: Tobias Schulte)

Herzlicher Empfang beim ersten Treffen

Freudig ging es auch mit den Kontakten nach Magdeburg weiter. Bereits am 3. Februar 1990 reiste die Paderborner Delegation gespannt in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. „Es war für uns wirklich ein unvergessliches Erlebnis als wir – Christel Sulk, Ulrich Saur, Edgar Schroth und ich – auf unsere Gastgeber trafen, die uns von  den vergangenen Monaten und der Mitarbeit der Christinnen und Christen bei der demokratischen Entwicklung erzählten.“ Besuche im Roncalli-Haus und dem Stasi-Gefängnis in Magdeburg rundeten das Aufeinandertreffen ab. Die Zusammenarbeit wurde konkreter. Eine erste Aktion des Diözesantags sei die Sammlung von gebrauchten Geschichtsbüchern für die Bildungsarbeit an Schulen und kirchlichen Einrichtungen in Magdeburg gewesen, um dem damaligen Mangel an sachgerechten Büchern abzuhelfen.

Zufallsbegegnung mit künftigem Bischof

Beim ersten Treffen in Magdeburg gab es noch eine Zufallsbegegnung mit der Leiter des Seelsorgeamtes, , der nun zehn Tage später eine besondere Bedeutung zukam. Denn da wurde dieser Mann mit den Namen, Leo Nowak zum neuen Bischof von Magdeburg ernannt. „Wir haben ihm in Erinnerung an die brennenden Kerzen der Wendezeit ein Kerzenlicht als Zeichen der Verbundenheit geschickt, das ihn ermuntern sollte, zusammen mit den Christen in Sachsen-Anhalt ihr Licht in die Gesellschaft weiterzugeben, aber auch in unsere westliche Kirche, die von diesem Aufbruch lernen kann.“

Bereits am 31. März 1990 gründete sich der Katholikenrat Magdeburg mit den Paderborner Gästen Irmgard Thierau und Hans-Georg Hunstig. Drei wichtige Erklärungen sind den beiden vor allem in Erinnerung geblieben: Der Aufbruch aus der Zentralisierung in eine stärkere Eigenständigkeit des Einzelnen und der Gemeinden vor Ort. Der Aufbruch aus der Ghettoisierung zu einem bewussten Wahrnehmen des Weltauftrags der Christen. Der Aufbruch aus der Klerikalisierung zu einer Selbständigkeit der Laien in der Kirche.

Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Aus den Anfängen, so Hunstig, habe sich ein intensiver Kontakt mit wechselseitigen Treffen der beiden Laienverbände aus Magdeburg und Paderborn ergeben. Vor allem die Prozesse um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung standen dabei im Mittelpunkt. Zur Bundestagswahl 1998 verständigten sich beide Seiten nach einer ersten gemeinsamen Vollversammlung zu einem gemeinsamen Aufruf.

„Die enge Form dieser Freundschaft zwischen Katholikenrat und dem jetzigen Diözesankomitee wird gelebt“, bestätigt Hunstig, der seit zwei Jahren aber nicht mehr dem Paderborner Gremium angehört. Er hätte es auch spannend gefunden, wenn die beiden Bistümer zusammengeblieben wären, um die Fragen des Ostens mehr auf der Tagesordnung gehabt zu haben. „Ich bin auch sicher, dass an der friedlichen Revolution in der DDR viele Christinnen und Christen beteiligt waren, und es eine große Bereitschaft gab, die Veränderungen mitzutragen.“

Vermerk in der Stasi-Akte

Erstmals war Hans-Georg Hunstig im Übrigen als 15-Jähriger in der DDR zu Besuch in Sachsen. Später nahm er als Jugendleiter der Pfadfinder (DPSG Paderborn) Kontakt mit Ost-Gruppen auf wie zum Beispiel nach Dessau. Der Dorfpolizist habe ihn schon auf den Merkzettel gehabt, schmunzelt Hunstig heute. In seiner Stasi-Akte ist er vermerkt als „der Anwalt aus der katholischen Kirche aus dem Westen“.

Beim Kauf und Aufbau des Zeltplatzes für Pfadfinder im Forsthaus Eggerode im Nordharz war Hunstig 1990 beteiligt. Es hätte eigentlich auch ein Treffpunkt für Ost- und West-Jugend werden sollen, doch das habe nicht so ganz geklappt. Heute ist das Forsthaus Eggerode das Diözesanzentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) im Bistum Magdeburg.

Zu den weiteren Beiträgen des Themenspecials "Einheit"

Ein Beitrag von:

Ronald Pfaff
Redakteur
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