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Pressemeldung
24
März
2021
Paderborn

Erinnerung lebendig halten

Totenleuchte, Totenglocke, Gedächtniskapelle erinnern an die Toten der Luftangriffe auf Paderborn im Jahr 1945

Wenn an drei Tagen des Jahres die Totenglocke des Paderborner Domes zu ganz bestimmten Zeiten weithin zu hören ist, wird der Toten der drei großen Luftangriffe auf Paderborn im Jahr 1945 gedacht. Am 17. Januar, am 22. März und am 27. März ertönt jedoch nicht allein die Totenglocke des Hohen Domes: In einem als Totenleuchte gestalteten Erker eines Giebels der Südseite des Dom-Langhauses leuchtet darüber hinaus ein Licht, das nur an diesen Tagen und an Allerseelen zu sehen ist. Weitere Zeichen der Erinnerung an die Toten der Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges sind die mit Mosaiken ausgestattete Gedächtniskapelle am Nordausgang des Kreuzganges und die Reste einer Luftmine am Eingang zum Kapitelfriedhof. Die Bombardierungen von Paderborn im Jahr 1945 jährten sich im vergangenen Jahr zum fünfundsiebzigsten Mal.

Mit der Gedächtniskapelle am Nordausgang des Kreuzganges wird an die Toten der Bombenangriffe auf Paderborn erinnert. Die Mosaike wurden von der Paderborner Künstlerin Agnes Mann (1907 – 1994) gestaltet. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Mit der Gedächtniskapelle am Nordausgang des Kreuzganges wird an die Toten der Bombenangriffe auf Paderborn erinnert. Die Mosaike wurden von der Paderborner Künstlerin Agnes Mann (1907 – 1994) gestaltet. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Bombardierung am 27. März 1945

Am 27. März 1945 wurde die Stadt Paderborn von der größten Katastrophe ihrer Geschichte heimgesucht: In weniger als einer halben Stunde machten 270 Bomber der britischen Luftwaffe Paderborn dem Erdboden gleich und verwandelten die Stadt in ein riesiges Flammenmeer: Der verheerende Angriff erfolgte am 27. März 1945 ab 17.27 Uhr in vier Wellen: Sprengbomben, Luftminen, Brandbomben und Bomben mit Zeitzündern gingen nacheinander auf die Stadt nieder. 350 Menschen verloren bei diesem Angriff ihr Leben. 2.000 Gebäude wurden zerstört, rund weitere 1.600 leicht bis schwer beschädigt. Die Stadt wurde durch die Angriffe zu einem Flammenmeer, das tagelang nicht verlosch. Von der Paderborner Innenstadt blieben lediglich 15 Prozent unzerstört. Im Zentrum des Infernos stand der brennende Domturm, bis schließlich auch er in sich zusammenfiel – für viele Menschen, so berichten es zahlreiche Augenzeugen, ein schmerzliches Sinnbild für den Untergang Paderborns.

Paderborn gehörte zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands, obwohl es weder eine Großstadt noch ein Industriezentrum von strategischer Bedeutung war. Schon bei den beiden vorausgehenden Luftangriffen auf Paderborn am 17. Januar und 22. März 1945 waren zahlreiche Menschen getötet und viele Häuser zerstört worden. Am 17. Januar fanden 240 Menschen den Tod, am 22. März starben 40 Menschen, davon 14 im Kreuzgang des Domes bei der Explosion einer Luftmine.

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle