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17
September
2020
17.September.2020

Eine Welt – fairer Handel seit 50 Jahren

Themenspecial Kirche und Land(wirtschaft): Brot für die Welt und MISEREOR feiern entwicklungspolitische Bewegung

Vor genau 50 Jahren, im September 1970, kamen die ersten fair gehandelten Produkte in Deutschland auf den Markt: Aktionsgruppen boten in Kirchengemeinden Kunsthandwerk aus Asien, Afrika und Lateinamerika an. Bald darauf gab es auch fair gehandelten Kaffee, das bis heute erfolgreichste Produkt. In der der Fairen Woche feiern Brot für die Welt und MISEREOR gemeinsam mit Engagierten und Fair-Handelsinitiativen aus dem Globalen Süden dieses Jubiläum. Rund 50.000 Menschen sorgen heute in Deutschland in Weltläden, Kirchengemeinden, Jugendverbänden und Schulen dafür, dass Kaffee, Tee, Gewürze und viele andere Produkte zu einem Preis verkauft werden, der den Produzentinnen und Produzenten ein Leben in Würde ermöglicht

Petra Holtgreve vom Weltladen La Bohnita in Paderborn. (Foto: Ronald Pfaff)
Petra Holtgreve vom Weltladen La Bohnita in Paderborn. (Foto: Ronald Pfaff)

Seit zehn Jahren festes Angebot von "La Bohnita"

Inzwischen führt jeder Supermarkt Waren aus fairem Handel, und die Zahl der Kundinnen und Kunden, die mit ihrem Einkauf auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferketten verbessern möchten, nimmt stetig zu. Heute werden in Deutschland 1,85 Milliarden Euro mit fair gehandelten Produkten umgesetzt. Trotzdem sind weiterhin politische Schritte notwendig, um die wirtschaftliche Position der Produzentinnen und Produzenten im Globalen Süden zu stärken.

Konzentriert werden Waren in den Weltläden angeboten. Zu den zahlreichen Fachgeschäften dieser Art des fairen Handels gehört zum Beispiel „La Bohnita“ in Paderborn. Dahinter steckt der gemeinnützige Verein Kaffeebohne, der sich seit über 20 Jahren der Förderung des Fairen Handels und der Bildungsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen widmet. Oberstes Ziel des Fairen Handels ist die Bekämpfung der Armut in den Produktionsländern durch den Aufbau gerechterer Handelsstrukturen. Er trägt dazu bei, die Arbeits- und Lebensbedingungen von kleinbäuerlichen Familien in den Ländern des Südens zu verbessern.

Seit nunmehr zehn Jahren ist „La Bohnita“ an der Michaelsstraße beheimatet, die Ursprünge gehen aber weit in die 80-er Jahre zurück. „Ich erinnere mich noch an die Zeiten, zu denen wir mit einem Tapeziertisch am Marienplatz gestanden haben“, sagt Petra Holtgreve. Sie ist die einzige mit einer halben Stelle im Team, das sonst nur aus Ehrenamtlichen besteht. Zwischenzeitlich hatte der Verein auch einen kleinen Laden im Salesianum und fuhr mit einem mobilen Verkaufsstand den ökologischen Wochenmarkt in Paderborn an. „Seit 2010 sind wir nun sesshaft.“

„La Bohnita“ bietet Produkte an, die den höchsten Fairtrade-Kriterien genügen, aufgestellt von  Organisationen wie gepa fair plus, NaturlandFair und WFTO. Gleiche Kriterien gelten für die  Auswahl der Lieferanten. Eine breite Palette aus Kaffee – besonders die PaderBohne – steht den Interessenten zur Verfügung, ebenso Schokolade und weitere Lebensmittel. „Früher hatten wir eine Sorte Kaffee, Honig und Kakao; heute sind es mindestens 50 Sorten Kaffee und 30 Arten Kakao.“ Nebenher ist auch das Angebot an Kunsthandwerk und Geschenkartikeln gewachsen.

Wandel im Angebot und Nachfrage

Auch die Professionalität sei größer geworden, berichtet Petra Holtgreve, somit auch die Erwartung und Nachfrage beim Kunden. „Zu Anfang kam alles ein wenig aus der alternativen Bewegung. Gekauft wurde aus dem Spenden-Gedanken, ein gutes Werk getan zu haben. Weniger aus Weitblick zur Weltwirtschaft“, blickt Holtgreve zurück. Heute seien die Erwartungen gewachsen, die Nachhaltigkeit stände gleichermaßen im Blick wie die Arbeitsbedingungen. Deshalb sei es auch schwierig, Produkte des „Fairen Handels“ mit Erzeugnissen aus Supermärkten auch finanziell zu vergleichen: „Unsere Produkte müssen anderen Kriterien genügen.“

Wichtig seien auch die Besuche der Erzeuger vor Ort in „La Bohnita“, die in unregelmäßigen Abständen von der Arbeit und den Fortschritten aus den Erzeugerländern berichten. „Das ist beeindruckend und zugleich für uns motivierend“, so Petra Holtgreve.

„Die kirchliche Jugendverbandsarbeit hat vor 50 Jahren gemeinsam mit den kirchlichen Hilfswerken den Fairen Handel vorangetrieben und ihn gegründet. Und auch heute setzen wir uns gemeinsam für ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Herstellungsbedingungen von Produkten in der gesamten Wertschöpfungskette ein und fordern auf politischer Ebene in Deutschland ein Lieferkettengesetz. Darüber hinaus arbeiten wir auch inhaltlich mit Brot für die Welt und Misereor zusammen, wie beispielsweise in unserer jüngsten Ausgabe unserer Broschüre „Faire Ferien – Klimaschutz mit Hand und Fuß“.

Christliche Jugendverbandsarbeit und die Hilfswerke waren und sind starke Partnerinnen und Partner im gemeinsamen Einsatz für eine nachhaltige und sozial gerechte Welt.”

 

Melanie Fecke, Referentin für Entwicklungspolitische Bildungsarbeit BDKJ

Ein Beitrag von:

Ronald Pfaff
Redakteur
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