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Pressemeldung
18
März
2021
Paderborn

„Eine Hoffnung, die größer ist als wir selber“

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert inmitten der Corona-Pandemie „Gottesdienst der Hoffnung“ im Hohen Dom

Als besonderen Akzent in der Fastenzeit setzte Erzbischof Hans-Josef Becker inmitten der Corona-Pandemie ein Zeichen der Ermutigung: Der Paderborner Erzbischof feierte am Mittwochabend, 17. März 2021, im Hohen Dom einen „Gottesdienst der Hoffnung“. Dieser knüpft an sein aktuelles Hirtenwort zur Fastenzeit an, in dem Erzbischof Becker unter dem Titel „Hoffnung in Solidarität“ die Bedeutung der Solidarität mit Mitmenschen und der Schöpfung hervorhebt. Vertreter unterschiedlicher Lebens- und Arbeitsbereiche gaben im Gottesdienst Einblick in ihr Engagement und entzündeten als Zeichen der Hoffnung eine Kerze. Der Gottesdienst mit dem Paderborner Erzbischof, der auch im Live-Stream übertragen wurde, ist Teil der Fastenreihe „Rendezvous im Dom“.

Persönliche Hoffnungsgeschichten

Menschen aus unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen erzählten anschließend ihre persönlichen Hoffnungsgeschichten und gaben einen Einblick in ihr Engagement. Als sichtbares Zeichen entzündeten alle „Hoffnungs-Zeugen“ eine Kerze. Anja Pötting vom Vauß-Hof in Scharmede bekräftigte, dass eine ökologische und solidarische Lebensweise eine Sinn stiftende Erfahrung sei, die sie weitergeben möchte. Schwester Bernadette M. Putz, Geschäftsführerin des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn, möchte in der heutigen Zeit etwas vom Geist des heiligen Vincenz von Paul sichtbar machen. „Meine Hoffnung ist, dass trotz allem technischen Fortschritt medizinisch und pflegerisch tätige Menschen auch die Sehnsucht nach Heilung erfüllen können, ohne dabei selber auszubrennen“, sagte die Ordensschwester.

Zeugnisse für die Hoffnung

Elisabeth Beckers vom „Gasthaus“ in Paderborn und der Obdachlose Thorsten machte die Perspektive aller  Bedürftigen und Obdachlosen eindrucksvoll deutlich: „Neben dem Hunger nach einer Mahlzeit haben Obdachlose Hunger nach Zuwendung. Sie  möchten wahrgenommen werden. Deswegen lassen Sie uns Bedürftigen Ansehen schenken. So geschieht eine wahre Gottesbegegnung“, erzählte Elisabeth Beckers von ihrer Arbeit und ihren bereichernden Begegnungen mit Thorsten und anderen bedürftigen Menschen. Schülerin Eileen Anna Eckertz aus der Paderborner Mädchenkantorei berichtete, wie sehr ihr Singen und auch die sozialen Kontakte in der Schule durch den derzeit schwierigen Alltag helfen, auch wenn vieles nur online möglich sei. Den Gottesdienst bereicherte die Schülerin zudem mit anderen Sängerinnen der Mädchenkantorei unter der Leitung des neuen Domkantors Patrick Cellnik, an der Domorgel spielte Domorganist Tobias Aehlig.

Schwester Bernadette M. Putz, Geschäftsführerin des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn, möchte in der heutigen Zeit etwas vom Geist des heiligen Vincenz von Paul sichtbar machen. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.
Schwester Bernadette M. Putz, Geschäftsführerin des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn, möchte in der heutigen Zeit etwas vom Geist des heiligen Vincenz von Paul sichtbar machen. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.
Dr. Richard Böger, Vorstandsmitglied der Bank für Kirche und Caritas, hält echte Solidarität für möglich. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.
Dr. Richard Böger, Vorstandsmitglied der Bank für Kirche und Caritas, hält echte Solidarität für möglich. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.

Gott kommt uns nahe

Dr. Richard Böger, Vorstandsmitglied der Bank für Kirche und Caritas Paderborn, zeigte sich überzeugt, dass Solidarität möglich ist: „Bei meiner Arbeit stehen Menschen aus Kirche und Caritas im Mittelpunkt, nicht ausschließlich Geld. Wir bemühen uns bei unserer Arbeit nachhaltig darum, dass unsere Tätigkeit nicht auf Kosten anderer geht.“ Als Seelsorger möchte Diakon Florian Reddeker aus Dortmund mit den Menschen, die er auf ihrem Lebensweg begleitet, Gott begegnen. „Ich möchte mit ihnen beten, singen, feiern und lachen, und zwar in der festen Hoffnung, dass Gott uns nahe kommt. Unser Leben liegt in seiner Hand“, so Reddeker. Kurzfristig verhindert war Dr. Frank Brandstätter, Direktor des Dortmunder Zoos, dessen Zeugnis Matthias Micheel als Referent von Erzbischof Hans-Josef Becker stellvertretend vortrug: „Meine Faszination für die Natur ist mit der Zeit zu einem tiefen Respekt vor der Schöpfung geworden. Die Solidarität mit Tieren als Mitgeschöpfen ist heute nötiger denn je. Meine Arbeit sehe ich als Beitrag, um diesen Teil der Schöpfung für die Nachwelt zu bewahren“, schrieb der Dortmunder Zoodirektor.

Hintergrund: Rendezvous im Dom

Bei der wöchentlich stattfindenden Fastenreihe „Rendezvous im Dom“ treffen sich in diesem Jahr in der Fastenzeit Kirche und Kultur. Unter dem Leitmotiv „Ist das Kunst – dann kann das weg?!“ stellt die diesjährige Reihe, die noch bis zum Karfreitag, 2. April 2021 geht, die Kultur in den Fokus. Kunstschaffende gestalten die einzelnen „Rendezvous-Abende“ (jeweils 19 Uhr) mit. Der Gottesdienst der Hoffnung mit Erzbischof Hans-Josef Becker ist in diesem Jahr ein besonderer Akzent der Fastenreihe.

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse