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26
April
2020
26.April.2020

Ein Juwel, das kräftig geschliffen wurde

Jugendhaus Hardehausen feiert 75-jähriges Jubiläum

„75 Jahre Jugendhaus Hardehausen sind eine 75-jährige Erfolgsgeschichte“, sagt Stephan Schröder, seit  zwölf Jahren Direktor des Hauses. Er spricht diesen Satz mit kräftiger Stimme voller Überzeugung – und gleichzeitig mit etwas Wehmut.

Denn die Sehnsucht ist derzeit groß im Jugendhaus Hardehausen. Sehnsucht nach einem Stück Normalität. Nach Jugendlichen, die das Haus beleben. Ausgerechnet im Jahr des 75-jährigen Jubiläums fährt die Corona-Pandemie den Gruppenbetrieb im Jugendhaus Hardehausen herunter. „Unser Jugendhaus lebt von den jungen Menschen, die hierherkommen“, sagt Schröder. Nun herrscht größtenteils Stille auf dem idyllischen Gelände, umringt von Wäldern und Seen. Das sei ihm etwas unheimlich, sagt er.

Portrait
Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder
Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder

Als der Jugendpfarrer um das Kloster verhandelte

Offensichtlich wird das zum Beispiel an der neuen lichtdurchfluteten Kirche, am Kornhaus, das sich zur Freizeitstätte gewandelt hat, und der Eingangshalle des Haupthauses. Einladend soll das ganze Haus wirken. Den jungen Menschen vermitteln, dass sie wertgeschätzt werden. Dazu gehört neben allen pädagogischen Konzepten auch eine gewisse Ästhetik. So hat Erzbischof Hans-Josef Becker das Jugendhaus schon zum 70-jährigen Jubiläum als ein “Juwel” für das Erzbistum bezeichnet.

Dass dieses Juwel ordentlich geschliffen wurde, erkennt der heutige Direktor Stephan Schröder an Bildern von früher. Viele Gebäude seien „heruntergekommen“ gewesen, als das Jugendhaus 1945 aufgebaut wurde. Damals gehörte das Gelände den Amerikanern. Der damalige Erzbischof Lorenz Jaeger beauftragte seinen Diözesanjugendseelsorger Augustinus Reineke, einen Standort für die Ordensschwestern der Augustiner Chorfrauen zu finden. Deren war bei der Bombardierung Paderborns zerstört worden.

Ordensschwestern standen für das geistliche Leben

Reineke, so gibt Schröder die Geschichte wieder, schwang sich auf sein Fahrrad und radelte von Paderborn nach Hardehausen. 30 Kilometer eine Strecke. Er verhandelte mit den Amerikanern – und erreichte, dass die Ordensschwestern in einem Teil des ehemaligen Zisterzienserklosters als Notunterkunft wohnen durften. De facto sei das auch der Startschuss für die Jugendarbeit in Hardehausen gewesen. „Reineke hat seinen Traum, einen Ort für junge Menschen zu erschaffen, Wirklichkeit werden lassen“, erzählt Schröder.

Das Miteinander von jungen Menschen und Ordensschwestern prägte das Zusammenleben im Jugendhaus Hardehausen bis vor wenigen Jahren. Bis 2008 arbeiteten Vinzentinerinnen in der Hauswirtschaft und Küche – ab 2009 lebten Franziskanerinnen mit im Jugendhaus. „Dass hier nun keine Ordensgemeinschaft mehr lebt, ist ein riesiger Einschnitt“, sagt Schröder. „Die Ordensschwestern waren für die jungen Menschen ein sichtbares Zeichen, dass hier geistlich gelebt wird.“ Nun sei quasi das pädagogische Team seine neue geistliche Gemeinschaft, sagt Jugendpfarrer Stephan Schröder.

Die Kirche des Jugendhauses Hardehausen. Foto: Schulte

Die Kirche des Jugendhauses.

Denn einer der Schwerpunkte im pädagogischen Konzept des Jugendhauses ist es, jungen Menschen besondere Glaubens-Momente als Inspiration zu ermöglichen. Dazu kommen die Bereiche der persönlichen Orientierung mit den Orientierungstagen, die Schöpfungsverantwortung mit dem Jugendbauernhof, internationale Reisen und Entwicklungsarbeit sowie die Kultur mit Festivals, Theaterpädagogik und Bandcoachings.

„Hier können junge Menschen erleben“, sagt Stephan Schröder, „dass jeder und jede Einzelne im Mittelpunkt steht. Wir sehen in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes – auch wenn die Person Gott ablehnt. Wir wollen aber auch zeigen, wofür wir stehen, aus welchem Geist wir leben.“ Im besten Fall erlebten junge Menschen im Jugendhaus, dass sie Kirche anders als bisher erleben können – und dass sie neugierig werden auf das Geheimnis Gottes. Ziele auf dem weiteren Weg der „Erfolgsgeschichte Jugendhaus Hardehausen.“

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