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10
Juli
2020
10.Juli.2020

„Dieser Skandal muss endlich beendet werden“

Werkvertragsarbeit in der Fleischindustrie: Caritas für grundlegende gesetzliche Änderungen

Der Diözesan-Caritasverband Paderborn appelliert an die Politik, nach dem Ende des Lockdowns im Kreis Gütersloh nicht zu schnell zur Tagesordnung überzugehen und einseitigen Interessen der Fleischwirtschaft nachzugeben. „Die volle Aufmerksamkeit muss jetzt auf den Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Werkvertragsarbeiter liegen. Dieser Skandal muss endlich beendet werden, falls nötig, durch grundlegende gesetzliche Änderungen“, erklärt Christoph Eikenbusch, Leiter der Abteilung „Armut – Teilhabe“ beim Diözesan-Caritasverband, dessen Verbandsbereich auch den Kreis Gütersloh umfasst.

Besonders erschreckt habe es ihn, dass betroffene Werkvertragsarbeiter nach ihrer Quarantäne die getroffenen Schutzmaßnahmen kritisieren und um ihren Arbeitsplatz fürchten. „Die Sorge um den Arbeitsplatz ist nachvollziehbar. Dass Menschen aber so von menschenfeindlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen abhängig sind, dass sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, muss uns alle alarmieren.“

Wir wissen um die vielen Steine, die man den Engagierten in den Weg gelegt hat

Der Diözesan-Caritasverband würdigt alle Initiativen, die sich in den letzten Jahren dafür eingesetzt haben, die Missstände öffentlich zu skandalisieren und betroffenen Arbeitern und ihren Familien konkret zu helfen. „Durch die Beratungsstelle der Caritas im Kreis Gütersloh, die auch durch kirchliche Mittel des Erzbistums Paderborn gefördert wird, wissen wir um die vielen Steine, die man den Engagierten in den Weg gelegt hat.“ Dazu gehörten auch persönliche Diffamierungen oder soziale Ausgrenzungen, wenn man plötzlich auf der Straße nicht mehr gegrüßt wird. „Wir können nur bitten und appellieren, im Einsatz für faire und menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen nicht nachzulassen und weiterhin die Finger in die Wunden zu legen.“

Klar sei aber auch, dass die Lobbyarbeit vor Ort unterstützt werden muss durch Initiativen, die sich auf Bistums-, Landes- und Bundesebene noch intensiver dieses Themas annehmen. Eikenbusch: „Hier stehen wir gerade als kirchlicher Wohlfahrtsverband in der Pflicht, Anwaltschaft für Menschen in Notsituationen zu übernehmen.“

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