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Pressemeldung
14
April
2021
Paderborn

Dienst am Nächsten unverzichtbar für humane Gesellschaft

Woche für das Leben 2021: Erzbischof Becker fordert Kultur des Lebens, die niemanden im Leid allein lässt

Die Zuwendung zu Kranken und Sterbenden „ist ein existenzrelevantes Geschehen. Der Dienst am Nächsten ist unverzichtbar für eine humane Gesellschaft“, betont der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Grußwort zur diesjährigen Woche für das Leben. Vom 17. bis zum 24. April 2021 nimmt die bundesweite Aktionswoche der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem Leitwort „Leben im Sterben“ Aspekte der menschenwürdigen Begleitung von Sterbenden in den Blick. Angesichts der aktuellen Debatte um den assistierten Suizid hat die Aufklärung über die vielfältigen Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung dabei einen besonderen Stellenwert.

Erzbischof Hans-Josef Becker fordert in seinem Grußwort zur Woche für das Leben 2021 unter dem Leitwort „Leben im Sterben“ eine „Kultur des Lebens, die niemanden ausschließt oder in seinem Leiden allein lässt“. Foto: Erzbistum Paderborn
Erzbischof Hans-Josef Becker fordert in seinem Grußwort zur Woche für das Leben 2021 unter dem Leitwort „Leben im Sterben“ eine „Kultur des Lebens, die niemanden ausschließt oder in seinem Leiden allein lässt“. Foto: Erzbistum Paderborn

Die Corona-Krise habe deutlich gezeigt, dass Menschen in Leid, Einsamkeit und Abschied aufeinander angewiesen seien, erklärt der Paderborner Erzbischof in seinem Grußwort: „Wir sind sprachlos, dass Menschen durch die Corona-Pandemie isoliert werden und manchmal ohne eine letzte begleitende Nähe sterben müssen.“ Nicht jedem Menschen sei es möglich, am Ende seines Lebensweges mit Zuspruch und einem gemeinsamen Gebet „das Schöne und Schwere des eigenen Lebens vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen“.

Die diesjährige Woche für das Leben lenke den Blick auf jene Zeitspanne, die ein letztes Abschiednehmen ermöglichen soll. „Denn ‚Leben im Sterben‘ bedeutet, den sterbenden Menschen auf seinem letzten Weg nicht allein zu lassen, ihn zu begleiten und ihm dadurch eine letzte Geborgenheit zu schenken und eine neue Hoffnung zu vermitteln“, verdeutlicht Erzbischof Becker.

Signal für eine Kultur des Lebens

Die Begleitung von Sterbenden habe Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltkrankentag als „geschwisterliche Liebe“ bezeichnet. „Für uns Christinnen und Christen findet das Liebesgebot Jesu in dieser Weise der Zuwendung seine besondere Realität. Zugleich ist dieser Dienst ein unmissverständliches Signal für eine Kultur des Lebens, die niemanden ausschließt oder in seinem Leiden allein lässt“, macht der Paderborner Erzbischof klar.

Die Begleitung von Kranken und Sterbenden, die von Menschen in palliativen Einrichtungen, Ambulanzen und in der häuslichen Pflege selbstlos geleistet wird, werde gesellschaftlich oft nicht genug gesehen, stellt Erzbischof Hans-Josef Becker fest und ergänzt: „Ich danke allen für ihre großherzige Sorge um unsere notleidenden, kranken oder sterbenden Mitmenschen. Ihre Hilfe ist als sichtbares Zeichen der Liebe Gottes zu uns das Wertvollste, was wir einander geben können.“

Stichwort „Woche für das Leben“

Die „Woche für das Leben“ geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zurück, die in besonderer Weise auf den „Schutz des ungeborenen Lebens“ (so auch das Motto der ersten „Woche für das Leben“ im Jahr 1991) aufmerksam machen wollten. 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland der Aktion an. Mittlerweile ist die bis heute einzigartige Initiative ein Plädoyer für die Würde und den Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen. Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände in allen 27 katholischen Bistümern und 24 evangelischen Landeskirchen nehmen an der „Woche für das Leben“ teil und machen sie damit bundesweit bekannt.

www.woche-fuer-das-leben.de

Hintergrund: Von Auftaktgottesdienst bis Online-Infotagung

  • Der bundesweite Auftakt der diesjährigen Woche für das Leben findet am Samstag, 17. April 2021, mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10.30 Uhr im Dom zu Augsburg statt. Der Gottesdienst mit Bischof Dr. Georg Bätzing als DBK-Vorsitzendem, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm als EKD-Ratsvorsitzendem sowie Regionalbischof Axel Piper (Kirchenkreis Augsburg) und Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg) wird unter anderem auf der Internetseite zur Aktionswoche im Livestream übertragen (www.woche-fuer-das-leben.de).
  • Im Themenheft zur diesjährigen Woche für das Leben setzen sich Mediziner, Theologen und Seelsorger in verschiedenen Beiträgen mit dem Thema „Leben im Sterben“ auseinander. Das Heft ist als gedrucktes Exemplar direkt auf der Homepage www.woche-fuer-das-leben.de kostenlos zu bestellen und steht zum Download zur Verfügung.
  • Im Erzbistum Paderborn werden zwei Online-Infotagungen zum diesjährigen Thema der Woche für das Leben angeboten: Jeweils am 17. und am 24. April 2021 werden dabei Fachreferierende aus den Bereichen der Palliativ- und Hospizdienste sprechen. Die Päpstliche Akademie für das Leben nennt die Palliativbewegung „die menschlichste Antwort auf die Bedürfnisse von schwerkranken und sterbenden Kindern, Erwachsenen und gebrechlichen älteren Menschen, um sicher zu stellen, dass sie bis zum Ende betreut werden können“. Die Teilnahme an den Online-Veranstaltungen ist jeweils kostenlos. Information zu Programm und Anmeldung gibt es hier zur Tagung am 17. April und zur Tagung am 24. April.

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse