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10
Februar
2020
10.Februar.2020

„Der Quartierskümmerer“

Themenspecial „Klimawandel“: Bernd Brakemeier und die Wittener Nachbarschaftshelfer unterstützen bei den kleinen Dingen im Alltag

„Sei gut, Mensch!“ – unter diesem Leitsatz nimmt die Caritas-Jahreskampagne die öffentliche Diskussion über den Zusammenhalt in der Gesellschaft in den Blick. Viele Menschen tun anderen Gutes, übernehmen Verantwortung für den Nächsten und die Gemeinschaft, setzen sich für andere ein und helfen, wo Unterstützung benötigt wird. Statt Anerkennung erfahren einige von ihnen jedoch eine Diffamierung als “Gutmenschen”.

Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft brauche es aber dringend „Gutmenschen“, die Verantwortung für die Nächsten und die Gemeinschaft übernehmen. Einer dieser Menschen, der sich für seine Mitmenschen und somit den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt, ist Bernd Brakemeier aus Witten.

 

Mach mit! Sei da! Hilf anderen!

Angefangen hat es vor 13 Jahren, als Bernd Brakemeier nach seiner Verrentung irgendetwas suchte, „um nicht in ein tiefes Loch zu fallen“. Bei der Caritas Witten wandte er sich an die Abteilung Fokus. Fokus ist eine Beratungs- und Vermittlungsstelle für alle, die sich gerne freiwillig engagieren, sowie für Organisationen, die mit Freiwilligen zusammenarbeiten.

Brakemeier konnte aus einem Katalog von Ausgaben auswählen, so wurde er Integrationslotse. Er half Migranten beim Einfinden in den deutschen Alltag, auch bei der Einbürgerung. Ich bin mein Leben lang im Ausland gewesen, mir macht das Spaß“, sagt er. Als 2015 die vielen Flüchtlinge kamen, gründeten er und andere eine Community. Heute sind die Flüchtlinge mehr oder weniger eingebunden. Witten hat sich stark für Flüchtlinge eingesetzt, es gibt zwar immer noch ein Aufnahmelager mit 600 Betten, die sind aber gar nicht mehr belegt. Da gibt es nicht mehr so viele Brennpunkte.

“Ich helfe einfach.“

Deswegen hat er sich in einem Nachbarschaftstreff eingearbeitet. Dort ist Bernd Brakemeier dann der Quartierskümmerer. „Leute können zu mir kommen mit ihren Sorgen und Problemen und ich versuche dann zu helfen“, sagt er und kommt auch durchaus auf eigene Ideen. Kochen mit Kindern für Kinder zum Beispiel. „Ich komme ja aus der Gastronomie, da liegt das nahe.“ Auch das macht er schon seit zehn Jahren.

„Sind Sie ein Gutmensch, Herr Brakemeier?“ „Das kann ich gar nicht beurteilen. Ich helfe einfach.“, sagt er. Punkt. „Warum helfen nicht mehr Menschen?“ „Ich sehe so viele Menschen, die einfach in den Tag hineinleben“, sagt er, „die würde ich gerne aufrütteln.“ Doch da kommt oft wenig Resonanz, gerade vom mittleren Bürgertum kommt manchmal eher negatives. Seine Mittel seien begrenzt, sagt er, auch sprachlich, er könne nur sagen, „mach mit“. „Sei da!“ Und „Hilf anderen.“

Neues Projekt “Senioren helfen Senioren”

Das neueste Projekt bei der Freiwilligenagentur Fokus heißt „Senioren helfen Senioren“. Sechs oder sieben Rentner, alles selbst Heimwerker und Häuslebauer, bieten kleine handwerkliche Unterstützungen an: einen tropfenden Wasserhahn reparieren, eine Glühlampe wechseln, den Weihnachtsbaum einstielen. Alles Tätigkeiten, für die kein Handwerker mehr kommt, oder die unverhältnismäßig teuer würden. Der Bedarf ist da, sagt Brakemeier und ist auch stolz. „Wir sind alle über siebzig, manchmal ist es schon mühsam, auf eine Leiter zu steigen, – aber wir bemühen uns.“

Dieser Beitrag stammt von Markus Lahrmann,
Chefredakteur caritas in NRW.

Bernd Brakemeier
Bernd Brakemeier bezeichnet sich selbst als "so etwas wie den Kümmerer". Foto: Andre Zelck
Bernd Brakemeier bezeichnet sich selbst als "so etwas wie den Kümmerer". Foto: Andre Zelck

Ehrenamt im Erzbistum Paderborn

Allein in der verbandlichen Caritas im Erzbistum Paderborn engagieren sich mehr als 24.000 Personen in sozial-caritativen Ehrenämtern, darunter allein 16.300 in den Kirchengemeinden innerhalb der Caritas-Konferenzen (CKD). Laut CKD-Statistik sind im Vorjahr über eine Million Stunden ehrenamtlich investiert worden, um Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, in Not- oder Krisensituationen zu helfen. Wichtigste Aktivitäten sind Besuchsdienste im Wohnviertel und in Einrichtungen.

Aber auch andere Caritas-Fachverbände im Erzbistum Paderborn bieten flächendeckende Engagement-Plattformen, so etwa die Malteser. Dort engagieren sich 3.267 Personen ehrenamtlich. In den Diensten und Einrichtungen der 23 örtlichen Caritasverbände sind 3.157 Ehrenamtliche aktiv. Insgesamt rund 1.800 Ehrenamtliche zählen die Sozialdienste katholischer Frauen und Männer, IN VIA kath. Mädchensozialarbeit, die Vinzenz-Konferenzen sowie der Kreuzbund.

Mehr Infos zur Kampagne sowie die sozialpolitischen Positionen gibt es im Internet unter www.SeiGutMensch.de.

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