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13
Juli
2020
13.Juli.2020

Bist du schon oder tust du noch?

Auf eine Kaffeelänge mit Joao Carlos von der Gemeinschaft Shalom in Arnsberg

Für unsere Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Die einzige Vorgabe ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Dieses Mal haben wir uns mit Missionar Joao Carlos von der Gemeinschaft Shalom in Arnsberg getroffen und über Frieden, Berufung und die Liebe gesprochen.

Eigentlich wollte Joao Carlos sich nur verlieben. Beim Karneval in Sao Paolo spricht ihn ein Freund an, ob er zu einem Gebetskreis kommen möchte. Er, der nichts mit der Kirche zu tun hat? Nein, auf keinen Fall. Dann steckte ihm sein Freund, dass doch dieses Mädchen komme, das Joao nett finde. Der damals 16-Jährige sagte zu, um sie kennenzulernen. An dem Abend fand er die Liebe, erzählt der Brasilianer, aber eine viel größere, als er sich vorstellen konnte. Die Liebe Gottes.

“Viele Menschen denken etwas Falschen über die Liebe”

Mit 18 Jahren hat sich Joao Carlos dann dazu entschieden, Missionar bei der Gemeinschaft Shalom zu werden. Um, wie er sagen würde, „umsonst zu geben, was ich umsonst bekommen habe: die Liebe Gottes.“ Liebe ist eines der Worte, das in unserem Gespräch am häufigsten fällt. Frieden, Versöhnung und Berufung sind die anderen.

Der Missionar sagt, dass viele Menschen etwas Falsches über die Liebe denken würden. Für sie sei die Liebe eine Art Austausch: ich gebe dir etwas, du mir etwas und wir tauschen. Aber so sei es nicht. Die Liebe Gottes sei umsonst, grenzenlos, bedingungslos. „Wenn ich das verstehe, verstehe ich auch, wie ich die anderen Menschen lieben soll: so, wie Gott mich liebt.“

Friede – nichts, dass man tut

Die Gemeinschaft Shalom lebt seit 2015 in der Außenstelle in Arnsberg und betreibt dort das Café Shalom. Die Aufgabe der Gemeinschaft, die in fast 25 Ländern verteilt ist, lautet (wie es der Name schon sagt): den Frieden zu den Menschen zu bringen. Wie lebt Joao Carlos das? „Frieden“, sagt er, „ist vor allem eine Erfahrung der Versöhnung. Versöhnung zwischen uns und Gott, uns und unseren Mitmenschen und uns und uns selbst.“ Frieden sei nichts, was man tun könne. Friede, und damit das ganze Leben als Missionar, sei eine Sache des Seins.

Zusätzlich zu der eher abstrakten Definition nennt Joao Carlos ein Beispiel. Im vergangenen Jahr wurde er eingeladen bei einem Theaterprojekt in Meschede mitzuspielen. „Da wollte ich nicht der Beste sein, um mich darstellen und sagen zu können: ‚Guck mal, wie cool ich bin‘. Wenn ich wirklich daran glaube, dass jede Person mein Mitmensch ist, dann sollte ich keinen Wettbewerb daraus machen.“ Durch die Kleinigkeiten des Lebens fänden wir wirklich den Weg, um den Frieden und Glauben weiterzugeben. Und auch den Weg zu unserem Glück.

Eine Sache des Seins – ein Begriff, der nachhallt, der nachdenklich stimmt. Denn, so erklärt es Joao Carlos, das gelte für alle Christinnen und Christen. Jeder und jede Einzelne sei von Gott zur Heiligkeit berufen. Er als Missionar lebt diese Berufung besonders frei. Ab August führt ihn der Ruf der Gemeinschaft von Arnsberg nach Fortaleza in Brasilien. Dort soll er bei einer Fernsehsendung für das WebTV der Gemeinschaft arbeiten. Doch der Grundauftrag bleibt: Christ sein.

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Ein Beitrag von:

Tobias Schulte
Redakteur
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