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Pressemeldung
6
Oktober
2021
Paderborn

Bedeutender Tag für Archivgeschichte des Erzbistums

Erzbistum Paderborn stellt den aufgearbeiteten Gesamt-Nachlass des früheren Bistumsarchivars Dr. Alfred Cohausz vor

In einer Feierstunde stellte das Erzbistum Paderborn am Dienstagabend, 5. Oktober 2021, der Öffentlichkeit den aufgearbeiteten Gesamt-Nachlass von Dr. Alfred Cohausz vor, der von 1945 bis 1981 – und damit weit über drei Jahrzehnte – Bistumsarchivar war. Bis zum Tode von Dr. Cohausz im Jahre 1990 war ein umfangreicher Nachlass entstanden, der im Auftrag des Erzbistums jetzt aufgearbeitet wurde. Die Familie des früheren Bistumsarchivars hat sich entschieden, ihre Nachlassteile dem dienstlichen Nachlass im Erzbistumsarchiv hinzuzufügen. Der Gesamt-Nachlass kann jetzt unter Beachtung der geltenden Schutzfristen im Erzbistumsarchiv auch zu Recherchezwecken genutzt werden.

Die Familie des früheren Bistumsarchivars Dr. Alfred Cohausz hat ihre Nachlassteile dem dienstlichen Nachlass im Erzbistumsarchiv hinzugefügt (v.l.): Johann-Adolf Cohausz, Margareta Seiling (geb. Cohausz), Franz Cohausz, Generalvikar Alfons Hardt, Birgitt Cohausz, Michael Streit, Wolfgang Cohausz. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.

Generalvikar Alfons Hardt würdigte in seiner Ansprache das Lebenswerk von Dr. Alfred Cohausz. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.
Generalvikar Alfons Hardt würdigte in seiner Ansprache das Lebenswerk von Dr. Alfred Cohausz. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn.

Generalvikar Alfons Hardt würdigte in seiner Ansprache Dr. Alfred Cohausz und dessen Lebenswerk. Der 1897 in Castrop-Rauxel geborene und in Herford aufgewachsene Jurist war seit 1931 Stadtsyndikus in Paderborn. Als überzeugter Katholik habe er zu den neuen Machthabern „keinerlei Berührungspunkte“ gehabt und sei deshalb bereits 1936 zwangspensioniert worden. „Gute Kontakte in kirchliche Kreise ermöglichten ihm die Aufnahme einer Tätigkeit, die sein Lebensinhalt werden sollte: die archivische Überlieferung im Erzbistum Paderborn“, erklärte Generalvikar Hardt. Ein besonderes Verdienst von Dr. Cohausz sei es gewesen, während des Krieges erfolgreich für die Auslagerung des Erzbistumsarchivs aus der bedrohten Stadt Paderborn einzutreten.

Archivarbeit als Lebensinhalt

Die Pfarrarchivpflege habe dem früheren Bistumsarchivar sehr am Herzen gelegen. „In vielen Pfarrgemeinden lassen sich Fragen zur Geschichte, aber auch zu rechtlichen Verhältnissen mit Hilfe der von ihm angelegten Findbücher schnell und präzise klären“, erläuterte Generalvikar Alfons Hardt. Seine Tätigkeit als Leiter des Bistumsarchives übte Dr. Alfred Cohausz von 1945 bis 1981 und damit bis ins Alter von 84 Jahren aus. Die jetzt erfolgte Aufarbeitung des Nachlasses sei noch keine Würdigung in Form einer Biographie, so der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. „Material dafür steht aber nun in reichlicher Menge und Qualität zur Verfügung.“

Birgitt Cohausz, Tochter von Dr. Alfred Cohausz. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn
Birgitt Cohausz, Tochter von Dr. Alfred Cohausz. Foto: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn

Hintergrund

Der aufgearbeitete Nachlass von Dr. Alfred Cohausz umfasst 1.835 Nummern und besteht aus verschiedenen Teilen: dem dienstlichen Nachlass und dem bisher im Besitz der Familie befindlichen Nachlass, zu dem private Unterlagen, unzählige Fotos und weiteres Schrift- und Dokumentationsgut aus der Familie gehören. Alle Teile wurden nun im Archiv des Erzbistums zusammengeführt. Eine kleine Ausstellung zum Nachlass von Dr. Alfred Cohausz kann bis zum 19. Oktober 2021 in Absprache mit dem Erzbistumsarchiv im Alten Kapitelsaal besichtigt werden.

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse