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1
Juni
2020
1.Juni.2020

Ausgleich und Ausdruck in der Kunst

Auf eine Kaffeelänge mit Vikar Christian Schmidtke

Für unsere Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns ¬- jetzt selbstverständlich mit gebührendem Abstand – mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Die einzige Vorgabe ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Dieses Mal haben wir uns mit Christian Schmidtke getroffen, Vikar in der Pfarrei St. Dionysius in Herne. Mit ihm haben wir über Kirche, Kunst und Corona gesprochen.

Die besonderen Umstände der letzten Wochen haben auch die Arbeit von Vikar Christian Schmidtke deutlich verändert. „Viel Telefon, viel E-Mail, Schreibtischarbeit und YouTube“, fasst er zusammen. Auf der Videoplattform hat die Pfarrei in ihrem Kanal DIO@home in rascher Folge zahlreiche Impulse und Aufzeichnungen von Gottesdiensten veröffentlicht. „Die Resonanz war sehr gut, über 500 Menschen verfolgten die Gottesdienste im Internet und wir haben in E-Mails und Gesprächen viele positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet der 33-Jährige. Innerhalb von drei Tagen habe man einen Live-Stream aufbauen können und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. „Das wollen wir in St. Bonifatius auch weiterhin fortsetzen“, kündigt Christian Schmidtke an, auch wenn jetzt nach und nach wieder mehr öffentliche Gottesdienste gefeiert würden.

Viele Interessenten

Da es im Moment noch keine Abendtermine gibt, findet Christian Schmidtke etwas mehr Zeit als sonst, um sich seiner Leidenschaft, der abstrakten Acrylmalerei, zu widmen. Ein kleines Zimmer dient ihm als Atelier. Wenige Bilder hängen an den Wänden, auf einer Staffelei steht ein Bild in verschiedenen Blautönen. „Das ist noch nicht fertig“, wiegelt er ab. „Eigentlich habe ich gerne ein volles Atelier, aber es leert sich immer wieder“, sagt er. Seine Bilder finden viele Interessenten und manchmal übernimmt er auch Auftragsarbeiten. Im Kapuzinerkloster in Münster hängt von ihm ein Bilderzyklus zum Sonnengesang des heiligen Franziskus. Meistens inspirieren ihn Bibelverse oder biblische Motive zu seinen Arbeiten. „Über die Kunst komme ich aber mit vielen Menschen ins Gespräch, die mit der Kirche nichts zu tun haben“, erzählt Christian Schmidtke. Kunst führe ja oft zu Fragen des Lebens und ermögliche auch Zugänge zu Glaubensfragen.

Vom Schöpfer geschenkt

Zur Malerei, die für ihn vor allem ein Ausgleich und ein Hobby ist, fand Christian Schmidtke bei einem Aufenthalt im Franziskanerkloster Wiedenbrück. Seitdem hat er seine Bilder mehrfach ausgestellt und ist Mitglied im Verein für Christliche Kunst in den Bistümern der Kirchenprovinz Paderborn e.V.. Christliche Kunst, das kann bei ihm unmittelbar erkennbar sein, wenn beispielsweise der Christus-Korpus eines ausrangierten Kreuzes in seinem Bild einen neuen Platz findet oder es bleibt abstrakt in Farben und Formen. „Wenn wir daran glauben, dass wir unsere Talente und Fähigkeiten vom Schöpfer geschenkt bekommen, ist Kunst aus dieser Perspektive immer christlich“, erklärt Christian Schmidtke.

Veränderungen mit ästhetischem Blick

Kunst und Kirche hätten sich schon seit alters her ergänzt und das sei auch heute noch wichtig. Dabei gehe es nicht darum, dass alle etwas schön finden müssten. Auch die Debatten und der Streit über Kunst seien wichtig. „Wenn ich im Kölner Dom bin, gehe ich immer direkt zum Richter-Fenster“, erzählt er. Um das abstrakt-bunte Fenster des renommierten Künstlers Gerhard Richter im Kölner Dom hatte es 2007 heftige Debatten gegeben. Auch mutige Veränderungen mit einem ästhetischen Blick würden heute so manchem Kirchenraum guttun und Menschen ansprechen, meint Christian Schmidtke. Als größeres Projekt würde er gerne einmal einen modernen Kreuzweg malen, aber dafür müsste es dann wohl noch sehr viele terminfreie Abende geben.

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Ein Beitrag von:

Michael Bodin
Redakteur
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