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2
September
2021
2.September.2021

Auf Leben und Tod

Gemeindereferent Andreas Junker engagiert sich beim Deutschen Roten Kreuz

Es gibt immer wieder Samstage, da schläft Andreas Junker nachts nicht wie gewohnt. Nicht, weil er nicht zuhause schläft. Sondern weil er und seine Kolleginnen und Kollegen in jedem Moment über einen Funkmelder alarmiert werden könnten. Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, vielleicht auch wegen eines Brandes, bei dem Menschen in Lebensgefahr geraten. Nur eines ist sicher: Im Normalfall muss das Team auf der Rettungswache schnell reagieren. Manchmal geht es nämlich im wahrsten Sinn um Leben und Tod. Minuten, vielleicht sogar Sekunden können entscheidend sein.

Andreas Junker im Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes, mit dem er an Samstagen die 24-Stunden-Wache absolviert.
Im Rettungswagen: Andreas Junker kontrolliert die Ausrüstung für den nächsten Einsatz Copyright: Till Kupitz
Im Rettungswagen: Andreas Junker kontrolliert die Ausrüstung für den nächsten Einsatz Copyright: Till Kupitz

„Nächstenliebe ist ganz vorne mit dabei“

Die Rangfolge im Sanitätsdienst: Angefangen beim Ersthelfer, geht es über den Sanitätshelfer und den Rettungssanitäter zum Notfallsanitäter. Bei der 24-Stunden-Wache wirkt Andreas Junker deshalb eher unterstützend für Notfall- und Rettungssanitäter. „Es gibt bei diesen Einsätzen eben Situationen, da muss medizinisch viel geleistet werden. Da bin ich dann eher im Hintergrund und helfe im Rahmen meiner Möglichkeiten und Kompetenzen mit. Dinge wie Blutdruckmessen, EKG-Elektroden kleben, Medikamente anreichen im Beisein der Kollegen gehören dazu.“ An manchen Samstagen fährt der Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes von der Rettungswache nur einmal los, manchmal aber auch fast stündlich.

Die Menschen, mal schwerer oder leichter verletzt, zu versorgen, ist das eine. Bei den Einsätzen geht es aber oft auch um innere Wunden: Leid, Trauer, Verzweiflung,  -Wunden, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Bei denen Andreas Junker aber auch helfen möchte. „Ich will für die Menschen da sein, egal welche Hilfe sie benötigen“, beschreibt er. Die diakonische Fürsorge, die Arbeit mit Menschen, das Unterstützen und Da-Sein – „die Nächstenliebe ist in meiner Arbeit beim DRK ganz vorne mit dabei“, so Andreas Junker. Menschen bräuchten oft jemanden, dem sie etwas erzählen können.

Ehrenamt beim DRK hat Parallelen zur Arbeit als Gemeindereferent

Wie sehr sein christliches Grundverständnis in das DRK-Ehrenamt einfließt, macht ein Satz von Andreas Junker deutlich, den er etwas nebensächlich sagt und der dadurch eine Selbstverständlichkeit bekommt: „Ich lasse den Menschen Mensch sein.“ Den Gegenüber so anzunehmen, wie er ist, und einfach Wegbegleiter zu sein.

Auf einem älteren Plakat im DRK-Zentrum in Rheda-Wiedenbrück steht ein Spruch. „Aus Liebe zum Menschen“. Das beschreibe es passend, so Andreas Junker, für den der Glaube in seinem Leben schon immer gegenwärtig war – von Kirchenbesuchen mit der Großmutter bis zur heutigen Aufgabe als Gemeindereferent. „Aus der Liebe heraus zu handeln, genau deshalb engagiere ich mich als Sanitätshelfer.“

Was die Auseinandersetzung mit Leben und Tod mit ihm persönlich macht? Er sei nicht unbedingt vorsichtiger geworden, sagt Andreas Junker. „Aber das eine oder andere Mal genieße ich das Leben vielleicht noch mehr.“

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Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Redakteur