Kontakt Presse & Medien Für Mitarbeitende Karriere & Jobs
Kontakt
Gestaltungselement Navigation
22
November
2020
22.November.2020

2020: Kein verpasstes Jahr

Das Fest Christkönig lenkt den Blick darauf, wie es der Jugend inmitten der zweiten Corona-Welle geht

Fühlt sich so Studieren an? Zehn Minuten vor Vorlesungsbeginn aufstehen, Laptop aufklappen und auf geht’s. Die Studienstadt? Pulsiert nicht mehr. Der Campus? Leergefegt. Neue Leute kennenlernen? Kompliziert wie nie zuvor. So erleben es Thomas Klon und Josefa Reincke. Thomas Klon, aus Welver im Kreis Soest, studiert im dritten Semester Wirtschaft und Recht in Münster. Josefa Reincke, aus Nörde im Kreis Höxter, studiert im ersten Semester Kommunikationswissenschaften und Soziologie in Bamberg.

Josefa Reincke.

Alternative Fließbandarbeit

„Das Coronavirus“, erzählt Josefa Reincke, „hat meine Jahresplanung durcheinandergewirbelt“. Als der Bundesfreiwilligendienst abgebrochen und das Praktikum abgesagt wurde, wusste sie nicht, was bis zum Studienstart im November überhaupt noch kommen sollte. Rückblickend spricht sie von „Unsicherheit“ und dass die Zeit „so dahingeplätschert“ sei.

Als Alternative tat sich ein Fabrikjob auf, bei dem sie Mund-Nasen-Schutze nähte. „Fließbandarbeit“, sagt Josefa, „da habe ich den ganzen Tag an der Nähmaschine gesessen.“ Ihre Suche nach einem Praktikum mündete in der Lokalredaktion des Westfalenblatts in Warburg. Trotzdem sagt sie: „Ich habe das Gefühl, dass das Jahr extrem schnell vorbeigegangen ist, weil nicht so viele besondere Dinge passiert sind“.

„So dahingeplätschert“

Festivals, Volksfeste, Sportevents – alle Großveranstaltungen, bei denen junge Menschen etwas Einzigartiges erleben, neue Leute kennenlernen und die Sau rauslassen konnten, wurden gestrichen. Statt in Discos oder Schützenhallen verlagerten sich Partys nach draußen oder in private Räume. Dazu waren im Lockdown des Frühjahrs alle Sportvereine, Spielplätze und Jugendtreffs dicht. Viele Jugendliche fühlten sich in dieser Zeit auf ihre Rolle als Schülerinnen und Schüler, die betreut werden müssen, reduziert.

Josefa Reincke erzählt, dass sie es besonders vermisst hat, auf Partys sich aus ihrer gewohnten Clique zu lösen und mit anderen Menschen zu reden. „Im Sommer hat sich immer die gleiche Gruppe getroffen“, sagt sie. Auch bei der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) in Nörde lief weniger als normal. Eine Schatzsuche, die sie mit dem Vorstand der KLJB organisierte, sei noch das spannendste gewesen.

Thomas Klon. Foto: Schulte
Thomas Klon. Foto: Schulte

Was geht? Nicht so viel.

Was geht noch? Wie kann die Gruppe vor Ort am Leben gehalten werden? Die Fragen kennt auch Thomas Klon. Er studiert in Münster und engagiert sich in seiner Heimatgemeinde in Welver im Kreis Soest als Messdienerleiter. Während des Lockdowns im Frühjahr schickte die Leiterrunde jeden Tag eine Aufgabe per WhatsApp an die Kinder und Jugendlichen, die sich dafür angemeldet haben. Am Ende des Tages kamen 20 bis 30 Nachrichten mit den Ergebnissen zurück. In den Sommerferien gestalteten sie in der ersten und letzten Woche jeden Tag eine Aktion, wieder mit hoher Beteiligung.

Nun, zum Start des Wintersemesters, sitzt Thomas Klon in Münster vor dem PC und hört die Vorlesungen. Der persönliche Kontakt zu den Kommilitonen, das Feeling, in einer pulsierenden Stadt zu wohnen – all das fällt weg. Auf die Frage, was momentan so los ist, antwortet er „nicht so viel“ und zuckt mit den Schultern. Vor einem Monat ist er 21 Jahre alt geworden. Dass er seinen Geburtstag gefeiert hat, kann man so nicht sagen. Nur ein paar Verwandte und Freunde seien zu Besuch gewesen.

Ein Beitrag von:

Tobias Schulte
Redakteur
Gestaltungselement Footer
Logo Youpax

Erzbistum Paderborn
Domplatz 3
33098 Paderborn

Tel. +49 (0)5251 125-0 (Zentrale Erzbischöfliches Generalvikariat)
Fax +49 (0)5251 125-1470
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de