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14
Oktober
2020
14.Oktober.2020

100 Folgen zum Leben, Lieben, Hoffen – 100-mal Seelenstärker

Interview mit Dompastor Dr. Nils Petrat zum kleinen Seelenstärker-Jubiläum

Manche beginnen den Tag ganz bewusst mit ihm, einige ziehen ihn in einer ruhigen Minute zu Rate und andere haben noch nie etwas von ihm gehört: die Rede ist vom Seelenstärker, dem Youtube-Format, das sich traut, die großen Fragen des Lebens zu stellen, auf die es oft keine genaue Antwort gibt. Die kurzen, maximal fünfminütigen Clips mit Impulsen zum Innehalten und Nachdenken erscheinen seit dem 14. Juni an jedem Werktag unter der Leitung von Dompastor Dr. Nils Petrat. Wir haben uns mit ihm getroffen und nachgefragt, ob das Format seine Erwartungen erfüllt und wie es nach 100 Folgen weitergehen soll.

Redaktion

Herr Dr. Petrat, haben Sie heute schon einen persönlichen Seelenstärker erlebt?

Dompastor
Dr. Nils Petrat

Ja das habe ich. Mein persönlicher Seelenstärker war ein Mittagskaffee im „CoffeeStore“ gemeinsam mit einem guten Freund. Jeden Tag begleiten mich als Seelenstärker auch Impulse aus dem „Te Deum“ – einem aus dem Benediktiner-Kontext stammenden kleinen Stundenbuch für den Alltag.

Redaktion

Heute läuft die 100. Folge Seelenstärker, wie fällt das Feedback aus?

Dompastor Petrat

Wir erhalten fast nur positive Rückmeldungen, was uns alle sehr freut, da wir keine Profis auf diesem Gebiet sind. Dann und wann kommen auch einmal kritische Stimmen, die anmerken, dass die Themen zu oberflächlich und einseitig betrachtet würden, was ich verstehen kann. Es ist jedoch nicht möglich, in diesen kurzen Sequenzen alle Facetten eines Themas anzusprechen, das wollen wir auch gar nicht.

Wir versuchen stets, soweit es geht, Polarität hereinzubringen und mutig auch einmal gewagte Thesen auszusprechen. Denn der Seelenstärker ist ein Format, das zum Nachdenken anregen soll, um sich eine eigene Meinung zu bilden und vielleicht auch einmal die Blickrichtung zu wechseln.

Redaktion

Und wie geht es nun weiter? Geht es überhaupt weiter?

Dompastor Petrat

Es geht ganz bestimmt weiter. Unser Plan mit Themen für den Seelenstärker steht bis zum Ende des Jahres fest und es gibt auch schon erste Überlegungen für das neue Jahr. Bis dahin können sich die Zuschauer auf einige Besonderheiten freuen.

In der jetzigen Jubiläums-Woche befassen wir uns zum Beispiel mit kniffligen Fragen aus der Welt des Glaubens, die auch ein wenig provokant sein können, etwa, ob Tiere eine Seele haben und in den Himmel kommen. Und für den Advent folgen dann weitere Specials und auch für die Weihnachtsfeiertage haben wir uns etwas Neues ausgedacht.

Redaktion

Wie kam es überhaupt zu der Idee des Seelenstärkers?

Dompastor Petrat

Der Seelenstärker ist sozusagen ein Produkt aus dem Frühjahr, als die Corona-Pandemie einen Großteil des öffentlichen Lebens lahmgelegt hat. Zu dieser Zeit haben wir damit begonnen die Gottesdienste aus dem Paderborner Dom und einige Impulse online zu streamen. Dieses Angebot wurde so gut angenommen, dass wir die Chance nutzen wollten ein Online-Verkündigungsformat zu etablieren, denn plötzlich waren alle Voraussetzungen gegeben – die Technik, die Personen, der Mut etwas Neues zu wagen.

Redaktion

Man könnte also sagen, es waren alle Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Dompastor Petrat

Ganz genau. Ich hatte die Idee für solch ein Format schon länger im Kopf. Ich wollte gerne den Dom und digitale Medien näher zusammenbringen und war sehr froh darüber, dass sich die Gelegenheit nun so gut nutzen ließ.

Dompastor Dr. Nils Petrat
Dompastor Dr. Nils Petrat
Dompastor Dr. Nils Petrat

“Für mich ist der Seelenstärker eine neue, eine andere Form von Kirche und Verkündigung. Unter der Woche erreichen wir mit dem Seelenstärker um ein Vielfaches mehr Menschen als ich es in einer Werktags-Messe tue. Ich sehe darin eine sehr große Chance für die Zukunft.”

 

Dompastor Dr. Nils Petrat

Redaktion

Und wie ist dann der Begriff Seelenstärker entstanden?

Dompastor Petrat

Wir haben im Team nach einem passenden Titel gebrainstormt, der unsere Intention des Formats gut veranschaulicht und mit Seelenstärker schnell einen Namen gefunden, der alles vereint. Wir möchten den Menschen Stärke und Halt mit auf den Weg geben und ihr Inneres, ihre Seele, ansprechen. All dies kommt unserer Meinung nach im Begriff Seelenstärker zum Ausdruck.

Redaktion

Sie sind ein Team aus jungen Mitarbeitenden kirchlicher Einrichtungen. Sie sind durch die Drehs für das ProSieben Motzmobil kameraerfahren, aber für viele der anderen Beteiligten war das Sprechen vor einer Kamera etwas ganz Neues. War das nicht sehr aufregend?

Dompastor Petrat

Zu Beginn war es für uns alle eine ganz neue Erfahrung. Beim Motzmobil stehe ich alleine vor der Kamera, beim Seelenstärker sind wir zu zweit. Das ist eine ganz andere Interaktion. Daher gab es recht zu Beginn für alle ein Kameratraining, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man selbst vor der Kamera wirkt und worauf zu achten ist, aber mittlerweile sind wir sehr gut eingespielt. Haben wir am Anfang für die fünf Folgen einer Woche rund einen Dreh-Tag benötigt, sitzt jetzt oft schon direkt einer der ersten Versuche und wir haben innerhalb von zwei Stunden alle Folgen im Kasten.

Auch insgesamt sehe ich eine große Entwicklung des Formats. Standen die Moderations-Duos zu Beginn fest an einem Ort und haben in die Kamera gesprochen, so können sie nun mithilfe eines Gimbals (Anm.d.Red.: motorisierte Aufhängung, welche die Bewegungen von Kameras flüssiger und stabiler macht) während des Gesprächs kurze Wegstrecken zurücklegen. Dies schafft eine viel höhere Dynamik. Und auch unvorhergesehene Ereignisse, wie ein Laut im Hintergrund oder eine Person, die durchs Bild läuft, nehmen wir viel lockerer und integrieren es auch gerne spontan in das Gespräch.

Redaktion

Sie sagten eben, dass Sie die Idee zum Seelenstärker schon länger hatten. Welche Hoffnungen haben Sie für das Format?

Dompastor Petrat

Für mich ist der Seelenstärker eine neue, eine andere Form von Kirche und Verkündigung. Wenn ich mir anschaue, wie viele Leute ich in einer Werktags-Messe erreiche, sind das vielleicht 20, 30 Personen. Mit einer Folge des Seelenstärkers erreichen wir mehrere hundert Zuschauer.

Ich sehe darin eine sehr große Chance, in Zukunft die Menschen zu erreichen und ich wünsche mir, dass es sich noch weiter in das gesamte Bistum trägt. Bisher sind wir noch sehr Paderborn-zentriert, was auch absolut nachvollziehbar ist, da wir den Dom als Bezugspunkt haben. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir auch einmal Themen aufgreifen, die von außen kommen oder ein Wochen-Special in einer anderen Stadt im Bistum drehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ein Beitrag von:

Lena Jordan
Redakteurin
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