„Menschen brauchen eine Ahnung des Himmels“

Weihbischof Manfred Grothe feiert Libori-Pontifikalamt mit der älteren Generation

Weihbischof Manfred Grothe feierte am Libori-Donnerstag das Pontifikalamt mit der älteren Generation.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 2. August 2018. Am Donnerstag der Libori-Woche feierte Weihbischof Manfred Grothe im voll besetzten Hohen Dom das Pontifikalamt mit der älteren Generation. „Die Erbauer des Paderborner Domes hatten die Vision, dass das christliche Erbe, das sie von ihren Vorfahren übernommen hatten, auch weiter getragen werden müsse durch die Geschichte“, sagte der emeritierte Weihbischof in Paderborn in seiner Predigt mit Blick auf das diesjährige Libori-Leitwort „behütet und bedacht“. Musikalisch wurde die heilige Messe traditionell von den Polizeichören aus Paderborn und Detmold gestaltet, diesmal erstmals ergänzt durch die Männergesangvereine Tandaradei Nordborchen und Cäcilia Schloß Neuhaus.       

In einer zunehmend multi-kulturell geprägten Gesellschaft dürfe es nicht zuvorderst um die Frage gehen, ob eine Gruppe gegenüber einer anderen in der Minderheit sei, so Weihbischof Grothe zu Beginn seiner Predigt. Auch die Menschen, denen die Apostel zuerst die Frohe Botschaft verkündet hätten, hätten damals keine Mehrheit gebildet. „Um Salz der Erde und Licht für die Welt zu sein, müssen Christen keine Mehrheit haben. Das können sie aus der Minderheitsposition heraus ebenso wirksam tun“, erklärte Weihbischof Grothe.  

Weihbischof Manfred Grothe und die Sänger der Polizeichöre aus Detmold und Paderborn sowie der Männergesangvereine aus Nordborchen und Schloß Neuhaus (Gesamtleitung: Melanie Howard-Friedland).Foto: pdp/Maria Aßhauer Auch beim Bau des Imad-Domes vor 950 Jahren seien die Christen in Paderborn in der Minderheit gewesen, führte der Weihbischof weiter aus. Dennoch hätten sie einen Dom erbaut: „Sie bauten ihn für sich, zugleich aber bauten sie ihn so groß, dass er auch Platz bot für andere. Behütet und bedacht sollten in ihm alle sein können, die zu ihm ihren Weg fanden. Er wollte zusammenführen, was verstreut war.“  

Durch den Bau von Kirchen werde ermöglicht, „dass Wirklichkeit werden konnte, was wir im Vater Unser beten: wie im Himmel, so auf Erden! Der Himmel sollte den Maßstab setzen für die Erde, nicht umgekehrt die Erde für den Himmel“, erklärte Weihbischof Grothe.  

Der Dom müsse offen sein für Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. „Menschen brauchen auch heute die Ahnung des Himmels, das ist die Begegnung mit Jesus Christus, das ist die Freude an seiner Botschaft“, veranschaulichte Weihbischof Grothe. „In uns wohnt der Geist Gottes. Mit diesem Geist und in diesem Geist brauchen wir nicht zu verzagen, braucht uns keine Angst zu lähmen. Wir sind behütet und bedacht. Das sagt uns heute aufs Neue dieser unser Dom“, ermutigte Weihbischof Manfred Grothe die Seniorinnen und Senioren zum Abschluss seiner Predigt.  

In guter Tradition sorgten die Polizeichöre aus Detmold und Paderborn für die musikalische Gestaltung. Erstmals gemeinsam sangen sie mit den Sängern aus den Männergesangvereinen Tandaradei Nordborchen und Cäcilia Schloß Neuhaus und bildeten so unter der Gesamtleitung von Melanie Howard-Friedland während des Gottesdienstes ein stimmgewaltiges Ensemble. An der Orgel begleitete Domorganist Tobias Aehlig die Heilige Messe.