„Segen to go“ – Gute Fahrt und schöne Ferien

Ökumenisches Team um Jennifer Schmelzer erteilt Reisesegen an der Autobahnkirche Siegerland

 

Irmtrud von Plettenberg, Hanne-Lore Lux-Gerster, Sandra Flender und Jennifer Schmelzer.pdp / Ronald Pfaff Siegerland, 14. Juli 2019. „Segen to go“ – rechtzeitig zum Ferienstart in Nordrhein Westfalen am Freitag war Jennifer Schmelzer mit ihrem Team bereits zum dritten Mal an der Autobahnkirche Siegerland unterwegs. Jennifer Schmelzer, Gemeindereferentin des Pastoralverbundes südliches Siegerland, hat die Aktion ins Leben gerufen und war mit ihren Mitstreiterinnen der katholischen und evangelischen Kirche auf dem Gelände des Autohofs Wilnsdorf - an der Autobahn A 45 - wieder bereit, mit Reisenden ein kurzes Gebet mit Reisesegen zu sprechen.

Schulschluss in NRW, für rund 2,4 Millionen Schülerinnen und Schüler beginnen die Ferien. Das große Reise-Chaos - wie jedes Jahr wenn NRW in die Urlaubszeit startet - ist auf Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen vorhergesagt. „Gute Fahrt und eine schöne Zeit. Erholt Euch gut“, gehört zu den meistgesagten Sätzen dieser Tage, denen Jennifer Schmelzer und ihr Team gern den „Segen to go“ anhängen möchten.

Die Autobahnkirche Siegerland an der A45 - in Höhe Wilnsdorf.pdp / Ronald Pfaff „Er hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen“, steht in schmucken Lettern an der Eingangstür der Autobahnkirche Siegerland, die etwas abseits der Autobahn A45 (Sauerlandlinie) gut sichtbar am Berg steht und allein durch ihre Bauweise, die durch für ihre Architektur ausgezeichnet wurde, auffällt. Am Freitagvormittag positionieren sich die Frauen aus den beiden Gemeinden auf dem Autohof Wilnsdorf, über den die Kapelle erreichbar ist. Mit ihren orangenen Warnwesten fallen sie gleich ins Auge, auf der Rückseite steht die Aktion „Segen to go“.

„Wenn die ersten zwei, drei Autofahrer mal angesprochen sind, fällt es mir schon leichter auf die Menschen zuzugehen“, gesteht Heike Dreisbach, Referentin für Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Siegen, die sich wieder auf die Aktion riesig freut. Jennifer Schmelzer lässt sich trotz Schwangerschaft ihren Einsatz auch nicht nehmen und stärkt sich mit ihrem Team in einem gemeinsamen Gebet für diese Tagesaufgabe. Irmtrud von Plettenberg, Hanne-Lore Lux-Gerster, Sigrun Münker, Sandra Flender und Monika Becher sind mit Gebetszettel und kleinem Schutzengel ausgerüstet und machen sich auf den Weg. „Sollten längere Begegnungen oder Gespräche gewünscht sein, steht uns die Autobahnkirche zur Verfügung“, so Jennifer Schmelzer.

Zwischen Tankstelle, Fast-Food-Kette, Spielhalle, Hotel und Taverne wird der Verkehr auf dem Parkplatz des Autohofs langsam reger. „Doch der Betrieb ist nicht so stark wie im Vorjahr“, stellt Irmtrud von Plettenberg (Gemeindereferentin mit besonderen Aufgaben) fest und ergänzt, dass die meisten Reisenden doch sehr freundlich auf die Ansprache reagierten und sich gern auf den Segen einließen. „Es ist ein Segen für alle“, bestätigt Jennifer Schmelzer, die Wert darauf legt, dass alle Mitarbeiterinnen darauf achten, die Menschen mit Feingefühl zum Gebet einzuladen. „Aufgrund verschiedener Konfessionen ist es wichtig, die richtigen Worte zu finden. Und dann ist die Resonanz positiv. Denn sie sind dann begeistert, dass der Segen für ALLE gilt und möglich ist.“

Hanne-Lore Lux-Gerster hat zwei „alte Bekannte“ getroffen, die sich schon im Vorjahr den Reisesegen abgeholt hatten. Mit Andreas und seiner Mutter geht sie sogar in die Autobahnkirche, in der der umgebende Lärm verebbt. Die Beschreibung im Flyer zur Kapelle hätte die Atmosphäre nicht treffender schildern können: Die filigrane, hölzerne Innenkuppel vermittelt Geborgenheit – sie öffnet sich zum Altarbereich hin, der durch seine reinweiße Gestaltung geradezu entmaterialisiert erscheint. Durch die beiden Turmspitzen fällt Licht so in den Kirchenraum, dass man zu jeder Tageszeit eine andere einladende Atmosphäre erlebt.

„Ich war 15 Jahre früher Messdiener“, kommt Andreas mit Hanne-Lore Lux-Gerster nach dem Segensgebet noch ins Plaudern. Er sei extra aus Siegen gekommen, um sich den Segen zu holen. Denn am nächsten Tag fahre er mit seiner Mutter zur Bundesgartenschau nach Heilbronn – und das auch noch mit einem neuen Auto. „Dann sehen wir uns wieder im nächsten Jahr“, verabschiedet er sich.

Derweil ist ein junges Paar mit einem Oldtimer direkt vor das Aktionszelt vorgefahren. „Wir  bekommen gerade den Segen Drive-in“, scherzen die Beiden, die sich auf dem Weg von Ahaus nach Frankfurt befinden. Dort nehmen sie an einem Oldtimer-Festival teil. So ein Segen erleichtere ihnen in der Tat die Weiterfahrt, daher hatten sie sich den Zwischenstopp bewusst ausgesucht. „Wir kennen aus unserer Heimatgemeinde den Auto-Segen und gehören auch zu den Leuten, die auch im Urlaub gern vor Ort in die Kirche gehen.“

Jennifer Schmelzer, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Südliches Siegerland.pdp / Ronald Pfaff Die Damen in Orange sind von der Autobahnkirche gut zu sehen, verteilt über das ganze Gelände des Autohofs bieten sie den Segen dezent an. „Natürlich gibt es auch mal ablehnende Haltung, aber die meisten Frauen und Männer sind sehr offen und erfreut“, berichtet Jennifer Schmelzer, die gerade nach den Stationen Tankstelle und Parkplatz eine kurze Pause macht. Es sei tatsächlich nicht so viel Betrieb wie in den beiden Vorjahren, musste sie feststellen. Über die Gründe können man nur spekulieren: verteilte Abfahrtszeiten oder aufgrund des angesagten schlechten Wetters wollten alle schnell und ohne Pause zum Zielort kommen.

Ein großes Dankeschön bringt Dekanatsreferenz Christoph Schüttler mit zum Autohof den Damen von „Segen to go“ mit. „Das ist eine Aktion, die bestens zur Beschreibung der pastoralen Gelegenheit im Sinne des Zukunftsbildes passt. Die Menschen sind meist dankbar und die Aktion findet Zuspruch.“

Immer wieder kommen Reisende auch mit die Autobahnkirche und sprechen mit dem „Segen to go“-Team das Gebet für die Reise, dass aus dem K3 (City Pastoral Siegen) stammt: „Guter Gott. Die Koffer sind gepackt, an die Papiere ist gedacht, nichts ist vergessen. Die Reise kann losgehen. Bewahre mich und alle anderen, die mit mir unterwegs sind, vor Unfall und Schaden. Schenke mir eine gute und erholsame Zeit und eine glückliche Heimkehr. Stelle mir einen Engel zur Seite, der mit mir unterwegs ist. Amen.“

Hanne-Lore Lux-Gerster beim Segensgebet und Gespräch mit Reisenden.pdp / Ronald Pfaff Und manchmal gibt es dann sogar eine Überraschung, zu der Hanne-Lore Lux-Gerster ihre Kollegen herbeiholt. Denn Mitglieder des Chores Cantus Vivendi aus Meinerzhagen sind auf der Durchreise nach Eisenach. „Eigentlich sind wir durch Zufall hier in Wilnsdorf zur Zwischenstation und auch überhaupt das erste Mal an dieser Kirche. Wir sind begeistert“, erklären sie und bedanken sich mit einem Liedvortrag, der von der tollen Akustik im Kirchenraum unterstützt wird.

„Das tat richtig gut mit Ihnen“, bedankt sich das Meinerzhagener Trio und lobt: „Das war überhaupt nicht aufdringlich, sondern nur sehr einladend. Diese Einladung zum Segen haben wir gern angenommen.

 

Autobahnkirche Siegerland

Am 26. Mai 2013 wurde die Autobahnkirche Siegerland, die überkonfessionell ausgerichtet ist, eingeweiht. Ein Förderverein hatte sich 2009 gefunden, um im Siegerland einen weißen Fleck auf der Landkarte der Autobahnkirchen zwischen Kassel und Wiesbaden zu schließen. Die Gemeinde Wilnsdorf stellte das Grundstück am Autohof Nahe der A45 zur Verfügung. Ganz im Zeichen der Ökumene findet regelmäßig jeden Freitag um 18 Uhr eine Wochenschlussandacht in der Autobahnkirche statt, die 24 Stunden am Tag geöffnet hat.

Aktuelle Infos unter: www.autobahnkirche-siegerland.de