Konzert der leisen Töne

"Leerer Dom - Voller Klang" im Hohen Dom zu Paderborn im Rahmen des Chorfestivals

Die Domkantorei der Paderborner Dommusik, Cantores luvenales Moosburg und Domorganist Tobias Aehlig gaben am Freitagabend ein eindrucksvolles Konzert im Hohen Dom.pdp / Ronald PfaffPaderborn, 5. Juli 2019. Mit dem Titel "Leerer Dom - Voller Klang" hatte die Paderborner Dommusik am Freitagabend Erwartungen verknüpft, die ganz und gar erfüllt wurden. Im Rahmen des 8. Chorfestivals Pueris Cantores gaben die Domkantorei, Cantores luvenales Moosburg und Domorganist Tobias Aehlig ein Gemeinschaftskonzert im Hohen Dom mit leisen Klängen auf höchsten Ansprüchen.

Seit Montag sind die Kirchenbänke aufgrund des Chorfestivals aus dem Hohen Dom ausgeräumt, so dass die Klänge im Gemäuer des ehrwürdigen Kirchengebäudes eine neue Atmosphäre schaffen. Das Publikum, das das Angebot mit guter Resonanz annahm, war eingeladen, während des Konzerts unterschiedliche Standpunkte zu suchen, um das Klangerlebnis an verschiedenen Orten im Dom wahrzunehmen.

Perfekt trugen die Sänger von Cantores luvenales Moosburg unter der Leitung von Prof. Stephan Zippe gregorianischen Gesang vor wie den Hymnus Ave Maria stella oder den Introitus Nos autem gloria.

Domorganist Tobias Aehlig nutzte den Klangraum aller drei Orgeln des Doms und ließ seine - teils moderne Orgelmusik - durch den tiefen Raum wirken. Zum Orgelzyklus "Zeitfiguren" von Dominik Sustek heißt es: Die Zeit klopft, tickt wie eine Uhr, wird gemessen. Sie zerfließt, zerrinnt, und doch steht sie. Sie zergeht in Energie und ist nur mit Ordnung messbar. Durch Meditation wird die Zeit gewaltig stark, berstend, wie der eigene Herzschlag. Im Schnellen jagd sie sich, wird flüchtig und vergeht, als gäbe es sie nie. "Harmonies" von György Ligeti war das zweite Orgelstück.

Die Domkantorei unter Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sorgte ebenfalls mit leisen Tönen für eine Stille des Zuhörens. Die Motette "Totus tuus" von Henryk Gorecki, das Pater noster von Peteris Vasks und Knut Nystedts "Immortal Bach - Komm, süßer Tod" wurden perfekt aus der Mitte des Kirchenschiffs vorgetragen. Das Publikum dankte mit großem Beifall.