Wunsch nach Frieden durchzieht das Chorfestival

Friedensgebet an den Paderquellen – Dompropst Göbel: „Eine Umfriedung des Herzens“

"Die guten Quellen in uns sollen Kraft finden", sagte Dompropst Monsignore Joachim Göbel bei seiner Ansprache zum Friedensgebet.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 4. Juli 2019. „Morgen werden alle Kinder der Welt den Frieden Gottes singen“, so die Vision von Abt Fernand Maillet 1947 als er den Kinder- und Jugendchorverband gründete. 35 Länder der Erde haben sich ihm angeschlossen. Der Frieden und das Gebet zum Frieden standen am Donnerstagnachmittag ganz besonders im Mittelpunkt des 8. Chorfestivals Pueri Cantores in Paderborn.

An die Anfänge und die drei Säulen der Gründung – Lob Gottes, Begegnung in Freundschaft und Einsatz für den Frieden – erinnerte Pfarrer Dr. Marius Linnenborn (Trier), geistlicher Beirat des Chorverbandes Pueri Cantores, in seiner Ansprache beim gemeinsamen Friedensgebet am Nachmittag.  Der Deutsche Chorverband Pueri Cantores besteht seit 1951 und wird von etwa 400 katholischen Chören mit mehr als 16.000 Sängerinnen und Sängern getragen Schon tagsüber hatten die Chöre in Gottesdiensten, Begegnungskonzerten und Friedensgebeten für den Frieden gesungen - denn wer singt, betet doppelt.

2.800 Sängerinnen und Sänger bevölkerten das Paderquellgebiet und sorgten für eine eindrucksvolle Kulisse. „Unsere Quelle bist du“, ist nicht nur das Leitmotiv des Chorfestivals, sondern die Pader-Quelle ist auch Mittelpunkt des Geschehens. Daher ging Dompropst Monsignore Joachim Göbel in seiner Rede ganz besonders auf die Ursprünge des Quellgebietes ein.

„Damit die guten Quellen - wie die Freude und die Dankbarkeit -  in uns Kraft haben, muss auch in unserem Herzen so etwas wie eine Umfriedung stattfinden. In der Lesung des Kolosserbriefes seien die Rezepte genannt, um die Quellen einzufassen: Barmherzig sein, gütig sein, milde sein, geduldig sein. „Leitplanken und Regeln, damit der Frieden in die Welt kommen kann. Und was der heutigen Zeit auch gut stände, sich zu ertragen und sich einander zu lieben und auch zu vergeben.“

Zum gemeinsamen Friedensgebet trafen sich am Nachmittag alle teilnehmenden Chöre von Pueri Cantoris an der Quellbühne.pdp / Ronald Pfaff Aber gerade Chorsängerinnen und Chorsängern sei dies nicht fremd und mache es Freude gemeinsam zu singen, weil alle „vom selben Blatt singen, alle die gleichen Zeichen erkennen und deuten können und schließlich danach singen können. Und dieser jeder in seiner Stimme und dort, wo es passt“.

Zum Schluss erinnerte Dompropst Göbel an ein Zitat von Ignatius von Antiochien: Nehmt Gottes Melodie in Euch auf, so werden ihr alle zusammen zu einem Chor und in Eurer Eintracht und zusammenklingender Liebe ertönt durch Euch das Lied Jesu Christi. Alle Kinder singen den Frieden Gottes.“

 Den krönenden musikalischen Abschluss bildete wieder das Mottolied „Unsere Quelle bist du.“

Das Pueri Cantores Team, das das Chorfest seit fast einem Jahr vorbereitet hat.pdp / Ronald Pfaff Am Abend kamen die Gäste der 94 Chöre zur Chorparty in der Maspernhalle zusammen. Maria Elena Priego-Llabres und Ben Pleininger führten durch das Programm und stellten alle Chöre vor. Viel Applaus gab es auch für das Paderborner Team um Domkapellmeister Thomas Berning und Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, die seit fast einem Jahr das Chorfest vorbereitet hatten.

Musikalisch war das Vokalensemble "Pop Pop" (Hochschule für Musik Detmold) unter der Leitung von Anne Kohler das i-Tüpfelchen bei der Chorparty.