Nachhaltige und klimaverträgliche Waldbewirtschaftung

Generalvikar Alfons Hardt besichtigt Waldflächen des Erzbistums im Sauerland

Das Erzbistum Paderborn engagiert sich für eine nachhaltige und klimaverträgliche Waldbewirtschaftung. V.l.n.r.: Heike Hermann vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Generalvikar Alfons Hardt, Revierförster Michael Eilinghoff und Josef Mertens vom Gemeindeverband Katholischer Kirchengemeinden.pdpPaderborn / Elpe (Sauerland), 4. Juli 2019. „Der Wald ist für uns alle wertvoll. Das Erzbistum Paderborn engagiert sich aus diesem Grund für eine nachhaltige und klimaverträgliche Waldbewirtschaftung. Zugunsten von ökologischen Belangen werden wir in der nächsten Zukunft auf die Bewirtschaftung von zwei unserer Waldflächen im Sauerland verzichten.“ Das entschied Generalvikar Alfons Hardt bei seinem Besuch in Elpe im Sauerland, wo er gemeinsam mit Josef Mertens als Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Katholischer Kirchengemeinden Hochsauerland-Waldeck, Revierförster Michael Eilinghoff und Heike Hermann vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW Waldflächen im Besitz des Erzbistums Paderborn besichtigte.      

Zunächst wurde eine Moorfläche im europäischen Schutzgebiet „Schluchtwälder bei Elpe“ im nördlichen Sauerland besucht, die in einer Höhenlage von rund 640 Metern liegt. Dabei handelt es sich um ein degradiertes, aber noch renaturierungsfähiges Hochmoor, das im letzten Jahrhundert durch Beweidung offen  gehalten wurde. Dieses wirklich seltene Ökosystem sei Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere wie den Moorfrosch, Torfmoose und das Wollgras, informierten die Wald-Spezialisten den Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. Eine der wichtigsten Vorhaben für die nähere Zukunft sei hier die Wiederherstellung des Wasserhaushaltes durch den Verschluss von drainierenden Gräben.  

Anschließend wurden Schlucht- und Hangmischwälder innerhalb eines circa 200-jährigen Buchenaltholzes in Augenschein genommen. Neben Buche, Bergahorn, Sommerlinde, Bergulme und Spitzahorn zeichnet sich der Waldbereich durch das Vorkommen verschiedener Spechtarten, Rotmilan und Fledermausarten aus. Aufgrund des hohen Alters der Bäume findet man unzählige Mikrohabitate wie Höhlen, Rindentaschen, abgebrochene Äste vor. Hier sei eine Einstellung der Bewirtschaftung zur Erhaltung und Förderung der Diversität zielführend, erklärten die Fachleute dem Generalvikar. Solche Flächen helfen den Arten als eine Art Trittstein zur weiteren Verbreitung.  

Schließlich wurden dem Gast aus Paderborn zwei Flächen vorgestellt, auf denen durch Borkenkäferbefall Kahlflächen entstanden sind. Hier wurden die Baumarten Weißtanne, Douglasie und Europäische Lärche einbracht, die mit den sich veränderten klimatischen Bedingungen besser zu Recht kommen als die Fichte. Da es aber nicht ausreicht, nur auf Störungsflächen klimastabilere Baumarten einzubringen, sollen in näherer Zukunft einschichte Fichtenbestände mit weiteren Baumarten wie beispielsweise der Weißtanne angereichert werden, empfahlen die Spezialisten.