Singen vereint und macht stark

Friedensgebete und Begegnungskonzerte bestimmten den zweiten Festivaltag von Pueri Cantores

Domkapellmeister Thomas Berning (r.) in Marktkirche mit Ulrich Krupp (Dommusik Trier) an der Orgel.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 4. Juli 2019. „Musik liegt in der Luft“ – zumindest in Paderborn setzt das 8. Chorfestival Pueri Cantores ein musikalisches Zeichen. Am zweiten Tag des Festivals mit rund 2.800 Sängerinnen und Sänger standen Begegnungskonzerte, musikalisch unterstützte Friedensgebete und spontane „Singhaltestellen“ im Mittelpunkt. Harmonie in Dur und Moll bestimmen das Treffen der 94 Chöre, die der Einladung des Erzbistums nach Paderborn gefolgt sind.

„Heute beginnt das Herzstück dieser Festival-Tage, das Singen für den Frieden und das weitere Erkunden von Paderborn“, begrüßte Dompastor Dr. Nils Petrat die Gäste zum Friedensgebet im Hohen Dom. Ihn erfreue es, so viele junge Menschen zu erleben, denen Singen Freude bereite und die auch gern öffentlich ihre Stimme erheben würden. Oft sei ein Fußballstadion der einzige Ort, an dem lautstark mitgesungen würde.

Dompastor Dr. Nils Petrat ist fasziniert vom Gesang der jungen Menschen in Paderborn.pdp / Ronald Pfaff „Im Stadion erleben die Menschen wohl etwas von dem, was für Euch ja auch aus anderen Gesangserfahrungen bekannt ist: Das gemeinsame Singen stiftet Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Durch das gemeinsame Singen kann man Unterstützung für eine bestimmte Sache ausdrücken“, so Dompastor Petrat. In dieser Stunde vereine der Ruf nach Frieden und gegen Gewalt und Hass die Menschen im Hohen Dom. Frieden solle Wirklichkeit werden.

Zugleich ermutigte Petrat die jungen Menschen, weiter gemeinsam im Chor zu singen: „Singen ist wichtig für das Leben und auch für den Glauben.“ Denn Singen befreie und mache nachhaltig positiv, wie es auch der tiefste Wunsch des christlichen Glaubens sei.

Menschen, die ein Gespür entwickelt hätten für resonante Beziehungen zur Welt – Natur und Dingen, Mitmenschen, sich selbst – könnten Frieden schaffen. Gerade Musiker, so Domvikar Dr. Rainer Hohmann in seiner Ansprache des zweiten Friedensgebets, würden das Wort Resonanz kennen, das auch stimmige, gelingende Weltbeziehung beschreibe. „Menschen sind glücklich, wenn sie in einer wechselseitigen Austauschbeziehung mit der Welt stehen“, so Hohmann weiter. Zu Momenten des Glücks, die nicht mit Geld und Macht zu tun hätten, gehörten auch Naturerfahrungen und Musik. „Ihr alle kennt das, dass man von Musik berührt wird, so sehr, dass man gar nicht sagen kann, ob die Musik von außen oder innen ist. Das ist eine sehr tiefe Erfahrung.“

Domvikar Dr. Rainer Hohmann beim Friedensgebet im Hohen Dom zu Paderborn mit Sängerinnen und Sängern von Pueri Cantores.pdp / Ronald Pfaff Bei allen Friedensgebeten unterstützten verschiedene Chöre die Anliegen musikalisch mit eindrucksvollem Gesang. Immer wieder im Fokus stand dabei auch das Mottolied des Chorfestivals „Unsere Quelle bist Du“. Die Eigenkomposition von Thomas Berning und Markus Gotthardt ist schon zur Hymne des Festivals geworden, die bei Aktiven wie Zuhörern mit Begeisterung ankommt. Denn die Melodie ist einprägsam, einfühlsam, ergreifend im Mehrklang des Gesangs und sprudelt wie eine Quelle in die Atmosphäre des Festivals.

Die Begegnungskonzerte in der Marktkirche, Gaukirche und Abdinghofkirche stießen auf großes Interesse beim Publikum, das mit lebhaften und freudigen Vorträgen genauso belohnt wurde wie mit hochklassiger Chormusik. Die Chöre der Paderborner Dommusik waren bei allen Konzerten vertreten, ebenso aber auch kleine Chöre wie der Kinderchor an St. Martin in Bad Lippspringe unter der Leitung von Kantor Reinhold Ix.

Aus dem Erzbistum Paderborn sind ebenfalls vertreten: Jugendchor St. Petri Hüsten, Kinder- und Jugendchor der Dekanatssingschule Erwitte/Geseke, YoungCappella Gütersloh, Jugendchor St. Aegidius Rheda-Wiedenbrück.

Domkapellmeister Thomas Berning ist mit dem Verlauf des Festivals auch am zweiten Tag hoch zufrieden und stolz auf das Team, dass das Treffen „auf die Beine gestellt hat“. Auch Annalena Müller, die vor fast einem Jahr schon die Leitung des Festivalbüros übernommen hat, blickt mit Freude auf den Ablauf und die Harmonie. Und wenn die Helferinnen und Helfer – wie Hildegard Menke (Mutter eines Domchorkindes und selbst Sängerin) – dann noch so ein großartiges Feedback geben. Hören in die Orginaltöne und Stimmen des zweiten Tages:

Pueri Cantores_mixdown.mp3