Katholische und evangelische Kirche gestalten gemeinsam Zukunft

Werkstatt „Ökumenisch Kirche sein“ beleuchtet auf Evangelischem Kirchentag die Früchte gemeinsamen Engagements

Offizelles Plakat des Evangelischen Kirchentages 2019. Das Leitwort lautet: \"Was für ein Vertrauen\".Evangelischer Kirchentag Paderborn / Dortmund, 11. Juni 2019. Wie steht es eigentlich um die Ökumene in Nordrhein-Westfalen? Ideale Gelegenheit, diese Frage zu stellen, ist der Evangelische Kirchentag in Dortmund vom 19. bis 23. Juni 2019. Besonders intensiv widmet sich die Werkstatt „Ökumenisch Kirche sein“ im Katholischen Centrum (Propsteihof 10, 44137 Dortmund) der Situation der Ökumene in NRW. Dabei geht es sowohl um aktuelle theologische Fragen als auch um Praxisbeispiele. Geöffnet hat die Werkstatt am Donnerstag (Fronleichnam), Freitag und Samstag, jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr.

Ihre Wurzeln hat die Werkstatt in dem Aufruf „Ökumenisch Zukunft gestalten“, die von den Leitungen der katholischen Bistümer und evangelischen Kirchen NRWs zum Ende des Reformationsjahres 2017 unterzeichnet wurde. Das Ziel: die Zusammenarbeit der Kirchen weiter verstärken und vertiefen. Die Unterzeichner empfahlen den Gemeinden, das Miteinander zu intensivieren und fest im Alltag zu verankern. Außerdem verpflichteten sie sich selbst dazu, den großen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen. Die Werkstatt auf dem Ökumenischen Kirchentag präsentiert erste Früchte dieser Vereinbarung.

Im Erzbistum Paderborn und anderen Bistümern ist das zum Beispiel der konfessionell-kooperative Religionsunterricht, in dem Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Konfessionen und Glaubensrichtungen gemeinsam lernen. Auf dem Podium „Ökumenisches Lernen – Gemeinsam verantworteter Religionsunterricht in NRW“ (Freitag, 21. Juni, 15 Uhr) tauschen sich Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Roland Gottwald aus der Schulabteilung des Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn und Rainer Timmer, Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen (Schwerte) über erste Erfahrungen aus.

Am Samstag, 22. Juni 2019, haben Kirchentagsbesucher ab 15 Uhr Gelegenheit, die ökumenische Tauffeier kennenzulernen, die stets am Pfingstmontag in Opherdicke (Kreis Unna) stattfindet: Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes werden Kinder durch das Sakrament der Taufe in die katholische oder evangelische Kirche eingegliedert. Alternativ besteht zur gleichen Zeit die Möglichkeit, sich über Ökumenische Pilgerwege in NRW zu informieren. Der Ökumenische Pilgerweg Ostwestfalen-Lippe wird vom Dekanat Herford-Minden mitorganisiert.

\"Wir sind auf einem guten gemeinsamen Weg\", sagt Msgr. Dr. Michael Hardt, Ökumene-Referent im Erzbistum Paderborn.pdpAuch aktuelle theologische Themen kommen im Rahmen der Werkstatt zur Sprache. Professor Dr. Wolfgang Thönissen, Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik, nimmt an einem Podium zum Thema „Gemeinsam am Tisch des Herrn – wer ist eingeladen?“ teil (Donnerstag, 15 Uhr). Ein weiteres Podium am Samstag, 11 Uhr, widmet sich ökumenischen Neuaufbrüchen nach 2017. Zu den Teilnehmern zählt der Bischof von Essen Dr. Franz-Josef Overbeck.

„Mit der Werkstatt wollen katholische und evangelische Kirche in NRW zeigen, dass wir auf einem guten gemeinsamen Weg sind“, so Monsignore Dr. Michael Hardt, Ökumene-Referent des Erzbistums Paderborn. „Vor Ort in unseren Gemeinden ist eine gute Nachbarschaft und eine gute Zusammenarbeit vielfach selbstverständlich geworden. Initiativen wie der konfessionell-kooperative Religionsunterricht oder die Ökumenische Tauffeier in Holzwickede finden auf dem Evangelischen Kirchentag eine angemessene Bühne.“ An der Werkstatt beteiligt sind das Erzbistum Paderborn, die Bistümer Essen und Münster, die Evangelische Kirche von Westfalen sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in NRW.

Ein Flyer mit dem vollständigen Programm der Werkstatt "Ökumenisch Kirch sein" steht hier zum Download zur Verfügung:

Werkstatt "Ökumenisch Kirche sein"