„Eingeweiht in Christus“

Erzbischof Hans-Josef Becker weiht drei Priester für das Erzbistum Paderborn

Durch Handauflegung und Gebet spendet Erzbischof Hans-Josef Becker drei Männern das Sakrament der Priesterweihe, hier Patrick Kaesberg. Zuvor hatte er Sascha Heinrich und Daniel Wäschenbach die Hände aufgelegt.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 8. Juni 2019. Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag vor Pfingsten drei Männern im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Durch das Weihesakrament mit Handauflegung und Gebet des Erzbischofs wurden Sascha Heinrich (Letmathe), Patrick Kaesberg (Paderborn-Schloß Neuhaus) und Daniel Wäschenbach (Bielefeld) in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Familienmitglieder der Weihekandidaten sowie zahlreiche Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden nahmen an der festlichen Weiheliturgie am Vigiltag von Pfingsten teil. „Wachstum im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe kann es nur geben, wenn wir in Christus bleiben“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.      

Die Diakone Sascha Heinrich, Daniel Wäschenbach und Patrick Kaesberg (v.l.n.r.) haben sich im Altarraum des Hohen Domes hingekniet, um von Erzbischof Hans-Josef Becker das Sakrament der Priesterweihe zu empfangen.pdp / Thomas Throenle Wer sich in Gemeinschaft mit Jesus befinde, sei in dieser Gemeinschaft gut aufgehoben und habe darin seine Bleibe, führte der Paderborner Erzbischof im feierlichen Gottesdienst aus. Das Sakrament der Priesterweihe schenke diese Gewissheit. Denn was den priesterlichen Dienst konstituiere, sei nicht das Produkt des eigenen Wissens oder der persönlichen Leistung. „Sie werden durch das Sakrament der Priesterweihe in Christus ‚ein-geweiht‘. Durch die Verbindung mit ihm empfangen Sie, was Sie sich selbst nicht schaffen können“, sagte Erzbischof Becker. „Sie dürfen in Ihrem Dienst weitergeben, was nicht aus Ihnen selbst kommt. Darum kann sich niemand selbst zum Priester erklären und keine Gemeinde kann mit ihren Beschlüssen jemanden dazu machen.“  

„Eingeweiht in Christus“ bedeute, erläutere Erzbischof Becker weiter, dass bei der Priesterweihe Christus „seine Unterschrift und sein Siegel“ unter diesen Akt setze. „Das ist die Weiheurkunde. Kein Mensch der Welt kann dieses Siegel auslöschen.“ Der Paderborner Erzbischof bekräftigte: „Das Sakrament der Priesterweihe ist Zeichen der bleibenden Initiative Gottes vor allem menschlichen Handeln, trotz aller menschlichen Schwäche.“ „Aber es liegt auch an uns, dass wir, dass Sie, liebe Weihekandidaten, dabei bleiben. Da ist Treue gefragt, Standhaftigkeit: Ich stehe zu meinem Wort.“  

Erzbischof Hans-Josef Becker nimmt das Weiheversprechen der Priesterkandidaten entgegen. Hier legt Diakon Sascha Heinrich seine Hände in die Hände des Paderborner Erzbischofs.pdp / Thomas Throenle Der Gottesdienst begann mit einem feierlichen Ritual: Die drei Weihekandidaten wurden durch Diakon Michael Stiehler namentlich aufgerufen, sie traten vor Erzbischof Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Mit den Worten „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Priestern“ antwortete Erzbischof Hans-Josef Becker auf die im Namen der Kirche ausgesprochene Bitte von Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, den Weihekandidaten das Sakrament der Priesterweihe zu spenden. Die versammelte Gemeinde bekundete ihre Zustimmung zur Erwählung der Weihekandidaten mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“. Zuvor hatte Regens Monsignore Dr. Menke-Peitzmeyer bestätigt, dass die drei Weihekandidaten würdig seien, das Sakrament zu empfangen: „Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt. Ich bezeuge, dass sie für würdig gehalten werden.“  

Als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus salbt Erzbischof Becker den Neugeweihten die Hände mit Chrisam-Öl, hier die Hände von Daniel Wäschenbach.pdp / Thomas Throenle Zu Beginn der Weiheliturgie sangen die Weihekandidaten gemeinsam mit der Schola des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn im Wechsel mit der Gottesdienstgemeinde das Lied „Veni, creator Spiritus, … - Komm, Heilger Geist, …“ und riefen damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann legten die drei Weihekandidaten vor Erzbischof Becker und der Gemeinde ihr Weiheversprechen ab. Sie erklärten sich bereit, das Priesteramt als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und „unter Führung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten“, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Mysterien Christi „zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht“ zu feiern, für die ihnen anvertraute Gemeinde zu beten, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen und zu helfen und ein Leben in enger Christus-Verbundenheit zu führen und „so zum Heil der Menschen für Gott zu leben“. Während die Weihekandidaten einzeln vor Erzbischof Hans-Josef Becker knieten und ihre Hände in seine Hände legten, versprachen sie ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.  

Zum Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester legen die anwesenden Priester den Neupriestern die Hände auf. V.l.n.r.: Weihbischof Mattias König, Weihbischof Hubert Berenbrinker, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Generalvikar Alfons Hardt, Prälat Thomas Dornseifer.pdp / Thomas Throenle Im anschließenden Gebet der Gottesdienstteilnehmer für die Weihekandidaten wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen. Zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen die drei Priesteramtskandidaten währenddessen flach ausgestreckt auf dem Boden des Altarraums im Hohen Dom. Diese Geste bringt den Willen und die Bereitschaft der Weihekandidaten zum Ausdruck, sich Gott in Jesus Christus ganz zu übergeben, dass sie aus sich selbst heraus schwach sind und ihre Stärke und Kraft allein von Gott empfangen, der sie aufrichtet.  

Nach der Allerheiligenlitanei legte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem Weihekandidaten schweigend die Hände auf den Kopf und erbat für ihn Kraft und Vollmacht Gottes. Auf diese Weise wird seit den Tagen der Apostel das geistliche Amt in der Katholischen Kirche weitergegeben. Auch die zahlreich anwesenden Priester legten danach ihren neuen Mitbrüdern die Hände auf zum Zeichen ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Im Anschluss sprach Erzbischof Hans-Josef Becker das Weihegebet, das das Sakrament der Priesterweihe vollendet, mit der Bitte an Gott: „Gib diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums“.  

Erzbischof Hans-Josef Becker überreicht den Neupriestern Brot und Wein als Zeichen für ihren Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Neupriester Patrick Kaesberg kniet hier vor Erzbischof Becker, der ihm die Schale mit Brot und den Kelch mit Wein anvertraut.pdp / Thomas Throenle Die Neupriester erhielten dann von ihren Heimatpfarrern und Priestern, die ihnen verbunden sind, Pfarrer Frank-Dietmar Niemeier (Letmathe), Pfarrer Peter Scheiwe (Paderborn-Schloß Neuhaus) und Propst Meinolf Kemper (Marsberg), ihre priesterlichen Gewänder: Stola und Messgewand angelegt. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Neugeweihten in der heiligen Weihe Christus wie ein Gewand angezogen haben, in seiner Vollmacht handeln und ihn in der Mitte seiner Gemeinde darstellen. Erzbischof Hans-Josef Becker salbte den drei Neugeweihten jeweils die Hände mit heiligem Chrisam-Öl als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus, dem Gesalbten Gottes. Dabei sprach Erzbischof Becker: „Unser Herr Jesus Christus, den der Vater mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat, behüte dich. Er stärke dich in deinem Dienst, das Volk Gottes zu heiligen und Gott das Opfer darzubringen“.  

Erzbischof Hans-Josef Becker, die Neupriester und die Ausbildungsleiter des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn feierten nach der Priesterweihe gemeinsam die Eucharistie.pdp / Thomas Throenle Schließlich überreichte der Paderborner Erzbischof den drei Neupriestern jeweils Brot in einer Hostienschale und Wein in einem Kelch als Zeichen für den Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Dabei sagte Erzbischof Becker: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes“. Zum Abschluss der Weihehandlung tauschten Erzbischof Hans-Josef Becker und die Konzelebranten mit den neugeweihten Priestern den Friedensgruß als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft. Dann feierten Erzbischof Becker und die Konzelebranten gemeinsam mit den drei neuen Priestern die Eucharistie.  

Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning, die Schola des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn unter der Leitung von Tim Störmer, Domkapitular Dr. Thomas Witt als Kantor und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.  

Familienmitglieder der Weihekandidaten sowie zahlreiche Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden nahmen an der festlichen Weiheliturgie am Vigiltag von Pfingsten teil und freuten sich über die Neupriester des Erzbistums Paderborn.pdp / Thomas Throenle Die neuen Priester des Erzbistums Paderborn feiern in den kommenden Tagen in ihren Heimat- und Diakonatsgemeinden ihre Primiz.  

Das Sakrament der Priesterweihe empfingen:  

Neupriester Sascha Heinrich aus der Pfarrei St. Kilian in Iserlohn-Letmathe. Er wurde 1987 geboren. An der Realschule Letmathe erwarb er 2003 die Fachoberschulreife. Von 2003 bis 2012 war Sascha Heinrich berufstätig bei der Stadtwerke Iserlohn GmbH: Nach seiner Berufsausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik qualifizierte er sich weiter zum Wassermeister (IHK). Von 2012 bis 2013 absolvierte er das Propädeutikum im Erzbischöflichen Priesterseminar und studierte anschließend von 2013 bis 2017 Katholische Theologie im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Nach seinem Abschluss am überdiözesanen Seminar zur Priesterausbildung wurde Sascha Heinrich 2017 in den Pastoralkurs des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Er absolvierte sein Diakonatspraktikum im Pastoralverbund Siegen-Süd und im Pastoralverbund Siegen-Mitte.
Als Neupriester wird Heinrich seine Primiz am Sonntag, 16. Juni 2019, 10 Uhr, in der Pfarrkirche St. Kilian in Letmathe feiern. Die Nachprimiz von Neupriester Heinrich wird sein an Fronleichnam, 20. Juni 2019, 8.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Siegen und um 11.30 Uhr in der Kirche St. Michael in Siegen.
Neupriester Sascha Heinrich wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum Pastoralverbund Attendorn im Dekanat Südsauerland. Leiter des Pastoralen Raumes ist Dechant Pfarrer Andreas Neuser.

Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars, bittet zu Beginn des Gottesdienstes Erzbischof Hans-Josef Becker, den Weihekandidaten Sascha Heinrich, Daniel Wäschenbach, Patrick Kaesberg das Sakrament der Priesterweihe zu spenden.pdp / Thomas Throenle Neupriester Patrick Kaesberg aus der Pfarrei Heiliger Martin in Paderbor-Schloß Neuhaus. Er wurde 1986 geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium Schloß Neuhaus war er von 2006 bis 2008 Vertragsfußballer in Darmstadt und Aachen. Anschließend absolvierte er ein Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach, das er mit dem Bachelor in Business Administration abschloss. Von 2012 bis 2017 studierte er in Paderborn, Jerusalem und München Katholische Theologie. Sein Studium schloss er mit dem Magister ab. Als Diakon wurde Patrick Kaesberg im Pastoralen Raum „Am Phoenixsee“ in Dortmund eingesetzt.
Als Neupriester wird Kaesberg seine Primiz am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019, in der Kirche St. Heinrich und Kunigunde in Schloß Neuhaus feiern. Die Nachprimiz von Neupriester Kaesberg wird am Sonntag, 16. Juni 2019, in der Kirche St. Joseph in Dortmund-Berghofen sein.
Neupriester Patrick Kaesberg wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum Pastoralverbund Netpherland im Dekanat Siegen. Leiter des Pastoralen Raumes ist Pfarrer Werner Wegener.

Zu Beginn der Weiheliturgie sangen die Weihekandidaten gemeinsam mit der Gottesdienstgemeinde das Lied „Veni, creator Spiritus, … - Komm, Heilger Geist, …“ und riefen damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an.pdp / Thomas Throenle Neupriester Daniel Wäschenbach aus der Gemeinde St. Elisabeth in Bielefeld. Er wurde 1990 in Bielefeld geboren. Nach seinem Abitur im Jahr 2010 studierte Wäschenbach Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und an der Universität Wien. Nach dem Abschluss seines Studiums als Magister Theologiae wurde er 2016 in den Pastoralkurs des Priesterseminars Paderborn aufgenommen. Sein Diakonatspraktikum absolvierte Daniel Wäschenbach im Pastoralen Raum Pastoralverbund Attendorn und im Pastoralen Raum Soest.
Als Neupriester wird Wäschenbach seine Primiz am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019, in der Propsteikirche Sankt Patrokli in Soest feiern.
Neupriester Daniel Wäschenbach wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum Pastoralverbund Lippe-Detmold im Dekanat Bielefeld-Lippe. Leiter des Pastoralen Raumes ist Pfarrer DDr. Markus Jacobs.

Sehen Sie hier die drei Neupriester im Filmportrait: