Verstorbene beerdigen und Angehörigen Halt sein

Am Sonntag endet der erste Kurs zur Ausbildung ehrenamtlicher Laien für den Begräbnisdienst

Brennende Kerze Paderborn, 24. Mai 2019. „Tote begraben“ und „Trauernde trösten“ – dies sind zwei elementare Werke der Barmherzigkeit. Bislang nehmen diese Aufgabe vorrangig Geistliche oder dazu berufene hauptamtliche Laien wahr. Am kommenden Sonntag werden in der Bildungsstätte Elkeringhausen zum ersten Mal ehrenamtliche Laien für den Begräbnisdienst im Erzbistum Paderborn beauftragt, nachdem sie einen Ausbildungskurs absolviert haben. „Der Begräbnisdienst als Werk der Barmherzigkeit ist im ursprünglichen Sinn Aufgabe der Gemeinde. Wir sind sehr froh, dass Erzbischof Hans-Josef Becker ausdrücklich wünscht, dass diesen besonderen Dienst nun auch Laien ohne theologische Ausbildung übernehmen können“, verdeutlicht Gemeindereferentin Michaela Welling, die Teil des Leitungsteams des Kurses ist.

Die 17 Kursteilnehmer sind in Zukunft dazu berechtigt, allen Formen des christlichen Begräbnisdienstes vorzustehen. Sie führen das Kondolenzgespräch, bereiten die Begräbnisfeier inklusive Ansprache vor und führen diese selbständig durch. Dazu feiern sie einen Wortgottesdienst und bestatten den Verstorbenen, wobei sowohl Erdbestattungen als auch Urnenbestattungen möglich sind.

Helga Renneke Helga Renneke ist eine von 17 Ehrenamtlichen, die am Sonntag für den Begräbnisdienst beauftragt werden.Renneke „Für mich ist der Begräbnisdienst ein sehr wichtiger Dienst der Nächstenliebe. Ich möchte Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten und den Angehörigen in der Trauer, beim Abschied, eine gute Begleitung geben. Dieser Dienst zeugt aus meiner tiefen Überzeugung unseres christlichen Auferstehungsglaubens heraus“, beschreibt Teilnehmerin Helga Renneke ihr inneres Bedürfnis, welches sie dazu veranlasst hat sich als Laiin für den ehrenamtlichen Begräbnisdienst ausbilden zu lassen. „Ich bin auch davon überzeugt, dass es gut ist, dass Laien diesen Dienst mit übernehmen. Zunächst ist es aus der personellen Not heraus geboren, aber ich denke, dass Kirche neue Wege gehen muss, um direkt am Menschen zu sein.“

Dass in Zukunft auch ehrenamtliche Laien Beerdigungen durchführen, ist zudem eine Entlastung für viele Geistliche. „Mein Arbeitsalltag ist oft eng durchgeplant, sodass die Trauerbegleitung und die Vorbereitung auf die Begräbnisfeier teilweise unter Zeitdruck geschehen und das ist nicht gut. Unter Zeitdruck können wir den Trauernden nicht gerecht werden“, erläutert Pastor Andreas Kreutzmann, der den Ausbildungskurs mit geleitet hat. „Daher bin ich froh, dass auch ehrenamtliche Laien bald diese Aufgabe übernehmen werden.“

Michaela Welling Als spirituelle Wegbegleiterin hat Michaela Welling den Kursteilnehmern viele wertvolle Inhalte mit auf den Weg geben können.Welling „Das Besondere an dem Kurs war für mich, dass durch diese Zugangsmöglichkeit große persönliche Schätze gehoben werden konnten“, führt Michaela Welling weiter aus. „Die Menschen, die diesen Kurs absolviert haben und zukünftig in den Gemeinden des Erzbistums ihren Dienst tun werden, haben viel Lebenserfahrung eingebracht, waren bereit ihren eigenen Umgang mit Tod und Trauer zu reflektieren und sind sich der Verantwortung mit der Übernahme des Dienstes sehr bewusst. Jeder und jede wird in der Gemeinde das tun, wozu er oder sie sich berufen fühlt. Ich bin wirklich froh sagen zu können, dass, wenn die Beauftragten nun in den Dienst vor Ort gehen, die Menschen von echten ‚Seelsorgern‘ begleitet werden.“

Für das kommende Jahr ist bereits ein weiterer Kurs geplant, der im Januar beginnen soll.