Prävention braucht Achtsamkeit, Aufmerksamkeit – und Vorbilder

Leitung des Erzbistums nimmt an Vertiefungsschulung teil / Bereits über 35.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter informiert und geschult

Wissen vertiefen, Haltung zeigen – darum geht es bei den Vertiefungsschulungen. Die Leitung des Erzbistums Paderborn hat jetzt an einer solchen Schulung teilgenommen.pdp / Maria AßhauerPaderborn, 10. Mai 2019. Prävention sexualisierter Gewalt braucht als Grundlage eine Haltung der Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Wertschätzung – und Vorbilder. Auch darum – neben der Vermittlung von Wissen – geht es in den Präventionsschulungen des Erzbistums Paderborn. Sie werden seit 2013 durchgeführt. Die gesamte Bistumsleitung geht dabei voran und hat am Donnerstag (9. Mai) zum zweiten Mal eine solche Schulung absolviert – unter anderem Erzbischof Hans-Josef Becker, die Weihbischöfe Matthias König, Hubert Berenbrinker und Dr. Dominicus Meier sowie Generalvikar Alfons Hardt.

Das Erzbistum Paderborn nimmt mit seinem umfassenden Präventionskonzept eine Vorreiterrolle ein. Die Schulungen für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Seelsorgeauftrag sind in der Präventionsordnung des Erzbistums ausdrücklich festgeschrieben. Der Umfang der Schulungen ist dabei gestaffelt nach Art, Intensität und Dauer des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen und anderen Schutzbefohlenen.

Priester, Diakone, Gemeindereferenten, Schulleiter, Lehrer und alle Haupt- und Ehrenamtlichen mit leitender Verantwortung und/oder regelmäßigem Kontakt zu Kindern und Jugendlichen durchlaufen eine Intensivschulung.

Seit dem Jahr 2013 haben rund 35.000 Personen in den Gemeinden, Diensten und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn an einer Informationsveranstaltung oder Präventionsschulung teilgenommen. Bisher wurden 578 Priester, 103 Diakone, 283 Gemeindereferentinnen und -referenten sowie 150 weitere Personen (Dekanatsmusiker, Mitarbeitende der Familienberatung, Klinikseelsorger, etc.) geschult. Im vergangenen Jahr haben die Träger mit den Auffrischungs- und Vertiefungsschulungen nach fünf Jahren begonnen. An einer solchen Schulung nahm heute die gesamte Leitung des Erzbistums Paderborn teil.

Die kontinuierlich laufenden Präventionsschulungen werden durch qualifizierte Referenten durchgeführt. Aktuell sind 92 Schulungsreferenten qualifiziert und beauftragt. Hinzu kommen weitere 127 in der Katholischen Jugendarbeit.

„Prävention sexualisierter Gewalt kann als partizipativer, kommunikativer und gewinnbringender Prozess gestaltet werden, der von einer Grundhaltung der Achtsamkeit, des Respekts und der Wertschätzung getragen wird“, sagt der Präventionsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Karl-Heinz Stahl. „So kann eine gemeinsame Haltung gefördert werden, die weder verordnet noch allein durch einzelne Personen verwirklicht wird. Dabei wird deutlich, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Schutz von anvertrauten Menschen als selbstverständlichen Auftrag in ihrem Tun verstehen.“