Kirchensteuer: Eine Abgabe, die viel Gutes möglich macht

Wie Mitglieder helfen, den Auftrag ihrer Kirche zu verwirklichen

Kirchensteuer Paderborn, 2. Mai 2019. Die Kirche erfüllt in der Gesellschaft viele Aufgaben: Sie steht Menschen in der Seelsorge zur Seite, engagiert sich im sozialen Bereich, in Sachen Bildung oder übernimmt Verantwortung in der Weltkirche. Das wäre nicht möglich ohne das Engagement vieler Menschen – aber auch nicht ohne das dafür oftmals nötige Geld. Dafür, dass die Kirche in Deutschland mit einer ausreichend finanziellen Grundlage Gutes tun kann, leisten die Kirchenmitglieder selbst den größten Anteil: durch die Kirchensteuer.

Das Erzbistum Paderborn hat im Jahr 2017 über 381 Millionen Euro für seine Aufgaben ausgegeben, davon etwa weit über 200 Millionen Euro für die Seelsorge, rund 37 Millionen Euro für Soziales und über 70 Millionen Euro für die Bereiche Kindertagesstätten, Bildung und Schulen. Die Kirchensteuer ist die wichtigste Finanzierungsquelle für die Kirchen in Deutschland. Kirchenmitglieder finanzieren damit die gesellschaftlichen Aufgaben ihrer Kirche mit. Das verpflichtet kirchliche Organisationen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Geld, das ihnen von ihren Mitgliedern anvertraut wird.

Bei der Erhebung der Kirchensteuer arbeitet die Kirche in Deutschland mit dem Staat zusammen: Die Finanzämter erheben die Kirchensteuer zusammen mit der Lohn- und Einkommenssteuer, von der die Kirchensteuer in der Regel neun Prozent beträgt (acht Prozent in Bayern und Baden-Württemberg). Die Kirchen erhalten die Kirchensteuer weitergeleitet – das Erzbistum Paderborn bekommt beispielsweise für jeden kirchensteuerpflichtigen Katholiken, der hier seinen Wohnsitz hat, die entsprechende Kirchensteuer. Für die Erhebung bezahlen die Kirchen den Finanzämtern eine Gebühr – zwischen zwei und vier Prozent des Steueraufkommens. Der Vorteil: Die Kirchen müssen keine eigene Kirchensteuerverwaltung aufbauen.

Kirchensteuern zahlen nur die Katholiken, die lohn- und einkommensteuerpflichtig und damit wirtschaftlich dazu in der Lage sind. Konkret heißt das: Nur knapp die Hälfte der Katholiken zahlt Kirchensteuer. Wie hoch das Kirchensteueraufkommen ist, hängt von der Zahl der Beschäftigten und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland ab. Im Jahr 2017 haben die kirchensteuerpflichtigen Katholiken deutschlandweit insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro Kirchensteuern gezahlt. Wie die Kirchensteuermittel in einem Bistum letztlich verteilt werden, entscheidet nicht allein der Bischof, sondern auch das Gremium des Kirchensteuerrats mit gewählten, fachkundigen ehrenamtlichen Vertretern.

Fazit: Das System der Kirchenfinanzierung sorgt dafür, dass der Dienst der Kirche in der Gesellschaft auf einer soliden Basis steht. Jeder trägt mit seiner Kirchensteuer dazu bei, dass Kirche weiterhin Gutes tun kann.

Hintergrund: Wie kam es zur Kirchensteuer-Finanzierung in Deutschland?
Als 1803 im Zuge der Säkularisation die Kirche auf deutschem Gebiet in weiten Teilen enteignet worden war, wurden die einzelnen deutschen Länder zu Staatsleistungen verpflichtet, die den Kirchen ermöglichen sollten, ihren Auftrag weiterhin wahrnehmen zu können. Im 19. Jahrhundert wurde diese Pflicht von vielen Ländern auf die Kirchenmitglieder verteilt. Rechtlich ist die Erhebung der Kirchensteuer in der Verfassung verankert und kann von sämtlichen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wahrgenommen werden, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind.

Das Erzbistum Paderborn gibt in seinem Finanzbericht detailliert Auskunft über seine Finanzmittel. Er legt das Vermögen offen und zeigt, woher das Geld kommt und wofür es verwendet wird.

Wenn Sie sich noch detaillierter zum Thema Kirchensteuer informieren möchten, haben wir hier weitere Informationen für Sie zusammengestellt.