„Aus dem scheinbaren Ende schafft Gott die Wende“

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert die Osternacht im Hohen Dom

Im Paradiesportal begann die Feier der Osternacht am Osterfeuer.pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 20. April 2019. „Wo das Machbare an seine Grenzen stößt, erinnert diese Nacht an die Möglichkeit der Unmöglichkeit. Wo uns nur Kleinmut übrig zu bleiben scheint, verkündet die Osternacht: Gott hat uns Freude und Zukunft eröffnet“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt bei der Feier der Osternacht im Hohen Dom. Zur Eröffnung der Feier, zu der zahlreiche Gläubige am Abend des Karsamstags in den Hohen Dom gekommen waren, hatte Erzbischof  Becker vor dem Paradiesportal des Doms die Osterkerze entzündet. Das „Licht Christi“ wurde dann, wie in allen katholischen Kirchen, in den Hohen Dom getragen und von den Gläubigen weitergegeben.      

„Was überwindet die Brüchigkeit des Lebens, hinter dem als Fragezeichen auch noch der Tod steht? Was stillt den Hunger nach einer neuen bleibenden Lebensqualität?“, fragte Erzbischof Becker zu Beginn seiner Predigt. Die Jünger Jesu hätten nach der Katastrophe des Karfreitags vor ähnlichen Fragen gestanden, bevor „die große Überraschung Gottes“ geschehen sei: „Aus dem scheinbaren Ende schafft Gott die Wende und setzt den endgültigen Anfang. Er lässt seinen Sohn nicht im Tod“, so der Paderborner Oberhirte.

Erzbischof Hans-Josef Becker entzündete zu Beginn der Osternacht die Osterkerze.pdp/Maria Aßhauer Die Auferstehung Jesu betreffe das persönliche Leben eines jeden Einzelnen: „Gott durchbricht in der Auferstehung Jesu Christi unsere gesamte Lebenswelt und Sterbewelt. Er sprengt ihre unerbittlichen Grenzen.“  

Das gesamte menschliche Dasein erhalte durch die Auferstehung Jesu ein neues Erlebnismuster, erklärte Erzbischof Becker weiter: „Wir verlassen ja kaum unsere Höhlen des abgestumpften Dahinlebens, unserer Ängste und Sorgen. Da ruft der Auferstandene uns heraus: Vertraue, glaube, riskiere neue Schritte, igele dich nicht ein! Lass dich vielmehr ein mit mir und mit dem Lebensprogramm, das ich dir zutraue!“ Vor diesem Hintergrund gelte es, begründete Osterwünsche zuzusprechen: „Machen wir uns als Erlöste neu auf den Weg. Der Lebendige, der uns das Brot reicht, begleitet uns durch dieses Leben in das neue Erleben“, fasste Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt zusammen.      

Vor der Osterkerze, die in den Hohen Dom getragen worden war, befragte Erzbischof Hans-Josef Becker die Gläubigen nach der Erneuerung ihres Taufversprechens.pdp/Maria Aßhauer Hintergrund: Liturgischer Ablauf der Osternacht  
Die Feier der Osternacht gliedert sich in vier Haupteile. Im ersten Teil, der Lichtfeier, wird das Licht der Osterkerze in die Kirche getragen und dort von den Gläubigen weitergegeben. Teil der Lichtfeier ist das Singen des „Osterlobs“ (Exsultet). Im zweiten Teil der Osternacht schließt sich der Wortgottesdienst an, bei dem Texte aus dem Alten und Neuen Testament vorgetragen werden. Im dritten Hauptteil, der Tauffeier, wird das Taufwasser geweiht und die Gläubigen erneuern ihr Taufversprechen. Als vierter Teil folgt die Feier der Eucharistie.