Große Pilgerkerze entzündet

Lourdeswallfahrt: Leyla Kangal aus Fürstenberg und Antonia Brinkmann aus Bad Driburg tragen Pilgerkerze

Layla Kangal (vorne) und Antonia Brinkmann trugen die Malteser Pilgerkerze der großen Prozession voran. Hinter Ihnen schritt Weihbischof Matthias König. Im Hintergrund die Rosenkranzbasilika.Frank KaiserPaderborn/Lourdes, 16. April 2019. Für Leyla Kangal (15 Jahre) aus Fürstenberg und Antonia Brinkmann (14 Jahre) aus Bad Driburg war Freitag ein aufregender Tag: Aktuell sind die beiden auf Pilgerfahrt mit den Maltesern in Lourdes – u.a. gemeinsam mit 16 anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich bei den Maltesern in Höxter engagieren. Gleich am Tag der Ankunft übernahmen Leyla und Antonia große Verantwortung: Denn nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Rosenkranzbasilika, mitten im Heiligen Bezirk, trugen sie die große Pilgerkerze. Diese war zuvor während einer feierlichen Zeremonie durch Paderborns Weihbischof Matthias König gesegnet und endzündet worden.

Für Leyla und Antonia hieß es dann, die Kerze einer Prozession mit über 900 Pilgern voran zu tragen und sie nahe der Grotte aufzustellen – dem Ort, an dem vor über 160 Jahren dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous die Mutter Gottes erschienen ist. Die Kerze wird die gesamte Pilgerfahrt über brennen. Sie steht symbolisch für all die Anliegen, die Pilgerinnen und Pilger vor die Muttergottes bringen.

Leyla und Antonia sind am Donnerstag gemeinsam mit einem Pilgerbus der Malteser ab Höxter nach Lourdes gestartet. Sie fuhren lange 20 Stunden, bis sie am Freitag den südfranzösischen Wallfahrtsort erreichten. Neben ihnen sind weitere 180 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Erzbistum Paderborn, viele von ihnen Firmbewerber, Teil der Pilgergruppe.

Wie schon im letzten Jahr führen viele Wege nach Lourdes: Der Sonderzug mit 620 Pilgern startete am 11. April frühmorgens in Altenbeken. Vor allem auf dem Paderborner Bahnhof wurde es eng, als um 7:31 Uhr 278 Pilger einstiegen. Weitere Zustiegsorte waren u.a. Lippstadt, Soest, Hagen, Dortmund und Köln. Zudem starteten zwei Busse mit 65 Gläubigen. Weitere 190 Pilger hoben mit einem Charterflug vom Flughafen Paderborn-Lippstadt ab sowie 40 Pilger mit einem Linienflug ab Düsseldorf.

Insgesamt gehören 40 Menschen mit Behinderungen und schweren Krankheiten zur Pilgergruppe, die ohne diese Hilfe eine Reise nach Lourdes nicht antreten könnten. Sie werden mehrheitlich von 40 Mitgliedern des Lourdes Krankendienstes des Malteserordens umsorgt. Dieser steht unter der Leitung von Valerie Gräfin von Magnis und Constantin Graf Droste zu Vischering. Zum Organisationsteam gehören außerdem 104 ehrenamtliche Helfer des Malteser Hilfsdiensts unter Leitung von Thomas Ohm (Beauftragter) aus Dortmund, und Geschäftsführer Franz Anton Becker aus Paderborn.

„Selig ihr Armen, denn Euch gehört das Reich Gottes“, lautet der Leitspruch der diesjährigen Wallfahrt. Dieser ist der sogenannten Feldrede im Lukas-Evangelium entnommen, die ungefähr der Bergpredigt Jesu im Matthäus-Evangelium entspricht. Noch bis zum 17. April sind die Wallfahrer unterwegs. Im Marienwallfahrtsort Lourdes feiern sie über Palmsonntag mehrere Gottesdienste. Insbesondere an der Grotte, an der vor über 160 Jahren dem Bauernmädchen Bernadette Soubirous die Mutter Gottes erschienen ist. Die internationale Messe am Palmsonntag bildet traditionell den Höhepunkt der Malteser Wallfahrt.

Mehr als fünf Millionen Menschen pilgern Jahr für Jahr nach Lourdes, dem größten europäischen Wallfahrtsort. Im Jahre 2008 haben die Malteser die Organisation der Familienwallfahrt im Erzbistum Paderborn übernommen.