Eine Institution in Sachen Ökumene

Jahrestagung vom Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik/Pater Augustinus Sander OSB wird Mitglied im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen

Erzbischof Hans-Josef Becker (3.v.r.) begrüßte die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des Johann-Adam-Möhler-Instituts zur jährlichen Tagung in Paderborn, auch Kardinal Kurt Koch aus dem Vatikan (2.v.r.) nahm daran teil.pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 4. April 2019. Paderborn spielt in Sachen Ökumene eine bedeutende Rolle. Sinnbildlich dafür steht das vom Erzbistum Paderborn getragene Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik. Seit gestern tagt der Wissenschaftliche Beirat des Instituts, dessen Mitglieder aus dem In- und Ausland sich einmal jährlich treffen. Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte als Präsident des Instituts die Beiratsmitglieder zur dreitägigen Zusammenkunft. Auch ein Teilnehmer aus dem Vatikan war zur Tagung nach Paderborn gereist: Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.      

Erzbischof Becker hieß neben allen Teilnehmenden den Gast aus dem Vatikan besonders willkommen: „Ich freue mich, dass Sie wieder einmal persönlich zu uns gekommen sind, um uns die römischen Perspektiven der Ökumene darzulegen.“ Neben dem Bericht von Kardinal Kurt Koch werden weitere Fachbeiträge die Agenda der Tagung bestimmen, die von Professor Dr. Wolfgang Thönissen als Direktor des Möhler-Instituts moderiert wird. Besonders hob der Paderborner Erzbischof in seinem Grußwort hervor, dass die Vereinbarungen zum konfessionell-kooperativen Religionsunterricht immer konkretere Formen annehmen. „Die Schulabteilungen sind damit intensiv befasst“, freute sich der Paderborner Erzbischof über die große Resonanz auch im Erzbistum Paderborn.  

Pater Dr. Augustinus Sander OSB, hier vor dem Bildnis von Johann Adam Möhler, wird neuer Mitarbeiter im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen.pdp/Maria Aßhauer Eine wichtige Personalie gab es ebenfalls zu verkünden: Monsignore Dr. Matthias Türk, der zwanzig Jahre im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen im Vatikan tätig war und im Beirat des Möhler-Instituts mitgearbeitet hat, wird persönlicher Referent des Bischofs von Würzburg. Sein Nachfolger im Päpstlichen Rat wird Pater Dr. Augustinus Sander OSB. Der gebürtige Siegener ist Benediktiner der Abtei Maria Laach. Dem Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik ist er seit 2005 verbunden: Bis 2008 vollzog er hier Studien und war anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Pater Augustinus wird in seiner neuen Funktion zuständig sein für den Dialog der katholischen Kirche mit den lutherischen Kirchen und dem lutherischen Weltbund. Sein Amt wird er am 2. Mai 2019 in Rom antreten.      

Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und Wissenschaftlicher Beirat  
Das Ökumene-Institut wurde am 19. Januar 1957 durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger gegründet. Träger ist das Erzbistum Paderborn, Präsident der Erzbischof von Paderborn. Das Institut soll durch die wissenschaftliche Erforschung von Lehre und Leben der nicht-katholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften das ökumenische Anliegen der sichtbaren Einheit der Kirche fördern. Dem Wissenschaftlichen Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik gehören 30 Theologinnen und Theologen aus dem In- und Ausland an. Das Institut trägt den Namen des katholischen Theologen Johann Adam Möhler (1796-1838), der die wissenschaftliche Erforschung der Lehrunterschiede zwischen den Konfessionen begründet hat. In Paderborn gibt es die größte Spezial-Bibliothek für Ökumenik, die über 160.000 Bände und circa 200 laufende Zeitschriften umfasst.