„Am Anfang steht Gottes Sendung!“

Erzbischof Hans-Josef Becker weiht acht Männer aus dem Erzbistum zu Ständigen Diakonen

Durch Handauflegung und Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker acht Männern die Diakonenweihe. Hier spendet er die Weihe Björn Kölber, zuvor hatten Reinhard Sandbothe, Klaus Rosenkranz und Dr. Krzystof Mainka (v.l.n.r.) das Weihesakrament empfangen.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 23. März 2019. Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag acht Männern aus dem Erzbistum Paderborn durch Handauflegung und Gebet im Paderborner Dom die Diakonenweihe. Als Ständige Diakone werden Matthias Bauer (Freudenberg), Björn Kölber (Bigge-Olsberg), Christoph Krutmann (Menden Lendringsen), Dr. Krzysztof Mainka (Soest), Christian Majer-Leonhardt (Soest), Klaus Rosenkranz (Obermarsberg), Stefan Saalmann (Herford) und Reinhard Sandbothe (Hövelhof) mit der Seelsorge im Pastoralverbund oder Pastoralen Raum ihrer Heimatgemeinde beauftragt. „Das Erzbistum Paderborn bringt Lob und Dank vor Gott für die Berufung von acht Ständigen Diakonen, die nach ihren Kräften und an ihrem Platz Zeugnis geben wollen für den Samariter Jesus Christus“, sagte Erzbischof Becker zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes.

„Am Anfang steht Gottes Sendung. Am Anfang steht Gottes Auftrag. Am Anfang steht nicht menschliches Können“, führte der Paderborner Erzbischof im Hinblick auf das Thema „Berufung“ in seiner Predigt aus. Gottes Ruf fordere die großmütige Bereitschaft eines Menschen, sich auf einen Weg einzulassen, den er im Voraus nicht kenne. „Gott braucht auch heute Menschen mit kühnem Mut und prophetischem Vertrauen, Menschen, die es wagen, sich auf einen unbekannten Glaubensweg zu machen.“ Vieles sei heute im Umbruch, vieles müsse neu gestaltet werden, fuhr Erzbischof Becker fort. Gerade dazu seien Menschen gesucht, die mit Mut und Gottvertrauen diesen Weg mitgehen und bereit seien, ihr Leben einzubringen. „Die Diakonenweihe regt uns an zum Nachdenken über unser eigenes Profil als Christen, wo immer wir stehen. Jetzt liegt es an uns, dass wir uns wieder neu vom Weg des ersten Diakons Jesus Christus prägen und ergreifen lassen“, so der Paderborner Erzbischof zum Abschluss seiner Predigt.

Zu Beginn der Weiheliturgie versprachen die Weihekandidaten dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Hier legt Christian Majer-Leonhard seine Hände in die Hände von Erzbischof Hans-Josef Becker. Im Hintergrund: Björn Kölber, Dr. Krzystof Mainka, Klaus Rosenkranz, Reinhard Sandbothe (v.r.n.l.).pdp / Thomas Throenle Im feierlichen Gottesdienst wurden die acht Diakonatweihekandidaten durch Diakon Thomas Huneke aus Rheda-Weidenbrück mit Namen aufgerufen, sie traten vor Erzbischof Hans-Josef Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Dann bat der Diözesanbeauftragte für den Ständigen Diakonat, Pastor Andreas Kreutzmann, den Paderborner Erzbischof im Namen der Kirche, den Männern die Diakonenweihe zu spenden. Erzbischof Becker sagte: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen“. Die Gottesdienstgemeinde stimmte mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn.“ zu.

Zu Beginn der Weiheliturgie sang die Gottesdienstgemeinschaft das Lied „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft …“ und rief so den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann wurden die Weihekandidaten von Erzbischof Hans-Josef Becker nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst und zum Gehorsam gegenüber den Weisungen der Kirche befragt. Jeder Kandidat erklärte seine Bereitschaft, sich zum Diakon weihen zu lassen, in Gemeinschaft mit dem Bischof und den Priestern dem Volk Gottes zu dienen, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet zu feiern, den Bedürftigen zu helfen und sein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu gestalten. Danach traten sie einzeln vor den Erzbischof und versprachen ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Dazu knieten sie vor dem Paderborner Oberhirten nieder und legten ihre Hände in die Hände des Erzbischofs. Im anschließenden Gebet der Gemeinde wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen. Hierzu legten sich die Weihekandidaten als Zeichen der Hingabe im Altarraum ausgestreckt auf den Boden. Danach knieten die Kandidaten im Altarraum: Durch Auflegen der Hände und sein Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker dann den Kandidaten die Weihe.

Bevor Erzbischof Hans-Josef Becker ihnen durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe spendete, knieten die acht Männer auf den Stufen zum Altarraum des Hohen Domes. V.l.n.r.: Matthias Bauer, Christoph Krutmann, Christian Majer-Leonhard, Stefan Saalmann, Reinhard Sandbothe, Klaus Rosenkranz, Dr. Krzysztof Mainka, Björn Kölber.pdp / Thomas Throenle Die neuen Diakone erhielten aus den Händen ihrer Heimatpfarrer die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem einzelnen Diakon symbolisch das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Im Anschluss tauschten auch alle anwesenden Diakone mit den Neugeweihten den Friedensgruß als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt.

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Stefan Saalmann und Diakon Reinhard Sandbothe, den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie in Empfang.

Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte den zuvor geweihten Diakonen das Evangelienbuch als Zeichen, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden und zu leben. Hier empfängt Diakon Matthias Bauer das Evangelienbuch. Im Hintergrund: Björn Kölber, Dr. Krzystof Mainka, Klaus Rosenkranz, Reinhard Sandbothe (v.r.n.l.).pdp / Thomas Throenle Erzbischof Hans-Josef Becker spendete diesen acht Männern am Samstag im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe:

• Matthias Bauer aus der Kirchengemeinde St. Marien in Freudenberg. Bauer wurde 1962 geboren, ist seit 2013 verheiratet und hat ein Kind. Er studierte Pharmazie und ist tätig als Leiter der PTA-Fachschule Siegen. In der Kirchengemeinde engagiert sich Bauer als Lektor und Kommunionhelfer, zudem in verschiedenen Projekten im Rahmen der jährlich stattfindenden Woche für das Leben.

• Björn Kölber aus der Kirchengemeinde St. Martin in Bigge-Olsberg. Er wurde 1972 in Hamm/Westfalen geboren und ist seit 2009 verheiratet. Er arbeitet als Diplom-Theologe bei der Josefsgesellschaft, einem katholischen Träger für Krankenhäuser, Altenheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Sein kirchengemeindliches Engagement gilt der Caritasarbeit: Er war viele Jahre Geistlicher Begleiter der Caritaskonferenzen auf Dekanatsebene, zudem bereitet Kölber im Rahmen der Olsberger Motorradtage gemeinsam mit anderen einen Ökumenischen Gottesdienst mit anschließender Ausfahrt vor.

• Christoph Krutmann aus der Kirchengemeinde St. Josef in Lendringsen. Krutmann wurde 1957 geboren, ist seit 1982 verheiratet und hat vier Kinder. Er ist leitend tätig in einer psychotherapeutischen Abteilung. In der Kirchengemeinde engagiert sich Krutmann in der Kommunion- und Gottesdienstvorbereitung, als Lektor und zudem leitet er ein Vokalensemble.

Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neu geweihten Diakon den Friedensgruß, hier mit Diakon Stefan Saalmann. Zuvor hatte er mit Diakon Christian Majer-Leonhard den Friedensgruß getauscht.pdp / Thomas Throenle • Dr. Krzysztof Mainka aus der Pfarrei St. Bruno in Soest. Er wurde 1978 geboren, ist seit 2004 verheiratet und hat ein Kind. Er ist in Elektrotechnik promoviert und ist tätig als Applikationsingenieur. Dr. Mainka engagiert sich im Pfarrgemeinderat seiner Kirchengemeinde, im Bereich der Sakramentenpastoral, als Lektor und Kommunionhelfer.

• Christian Majer-Leonhardt aus der Kirchengemeinde St. Patrokli in Soest. Er wurde 1976 geboren, ist seit 2009 verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Oberstudienrat i.E. am St. Ursula-Gymnasium Arnsberg. An der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schule unterrichtet er die Fächer Deutsch und Religion, zudem ist er dort Beauftragter für die Schulpastoral. In seiner Kirchengemeinde engagiert sich Majer-Leonhardt als Kommunionhelfer, Lektor, im Pfarrgemeinderat und im Bereich der Sakramentenpastoral, zudem im Besuchsdienst im Marienkrankenhaus.

• Klaus Rosenkranz aus der Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Obermarsberg. Er wurde 1975 geboren, ist seit 2015 verheiratet und hat drei Kinder. Rosenkranz ist tätig als Leiter des Haupt- und Personalamtes der Stadt Marsberg. In seiner Kirchengemeinde engagiert sich Rosenkranz als Kommunionhelfer und Lektor, zudem im Bereich der Caritas Obermarsberg und er ist Mitglied des Schola des Pastoralverbundes Marsberg-Mitte.

• Stefan Saalmann aus der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Herford. Er wurde 1983 geboren, ist seit 2009 verheiratet und hat drei Kinder. Saalmann ist tätig als Staatlich geprüfter Techniker im Garten- und Landschaftsbau. In seiner Kirchengemeinde engagiert sich Saalmann als Kommunionhelfer, in der Messdiener- und Jugendarbeit, im Pfarrgemeinderat, als Küster und in der Steuerungsgruppe des Pastoralverbundes Herford.

Nach dem feierlichen Gottesdienst stellten sich die neu geweihten Diakone gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker zum Gruppenfoto auf. V.l.n.r.: Diakon Dr. Krzysztof Mainka, Diakon Reinhard Sandbothe, Diakon Klaus Rosenkranz, Diakon Stefan Saalmann, Pastor Werner Beule, Diakon Björn Kölber, Erzbischof Hans-Josef Becker, Diakon Matthias Bauer, Diakon Christian Majer-Leonhard, Generalvikar Alfons Hardt, Diakon Christoph Krutmann, Diakon Thomas Huneke, Pastor Andreas Kreutzmann.pdp / Thomas Throenle • Reinhard Sandbothe aus der Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk in Hövelhof. Er wurde 1965 geboren, ist seit 1990 verheiratet und hat drei Kinder. Sandbothe hat Elektrotechnik / Nachrichtentechnik studiert und ist tätig als Sales Director eines Unternehmens. In seiner Kirchengemeinde engagiert er sich als Kommunionhelfer und Lektor, zudem ist Sandbothe Mitglied des Pfarrgemeinderates und in verschiedenen Arbeits- und Steuerungsgruppen der Kirchengemeinde aktiv.

Domorganist Tobias Aehlig spielte die Orgel im Hohen Dom, Dekanatskirchenmusiker Johannes Krutmann wirkte als Kantor und leitete die Mendener Kantorei und den Bach-Chor Hagen, die die Liturgie musikalisch mitgestalteten. Den Ministrantendienst im feierlichen Gottesdienst übernahmen Messdienerinnen und Messdiener aus den Heimatgemeinden der Weihekandidaten.

Im Anschluss an die Weiheliturgie und Eucharistiefeier im Paderborner Dom fand im Foyer des Konrad-Martin-Hauses ein Empfang statt. Hier hatten die zahlreich anwesenden Familienmitglieder, Freunde und die Mitglieder der Herkunfts-Kirchengemeinden die Gelegenheit, den zuvor geweihten Diakonen zu gratulieren.

Die neuen Diakone erhielten aus den Händen ihrer Heimatpfarrer die Stola sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Hier Propst Meinolf Kemper (Marsberg) und Diakon Klaus Rosenkranz (Obermarsberg).pdp / Thomas ThroenleStichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia - Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.

Aus Soest wurden zwei Männer zu Diakonen geweiht. Hier half Propst Dietmar Roettger Diakon Dr. Krzysztof Mainka in die liturgichen Gewänder, rechts Diakon Björn Kölber.pdp / Thomas ThroenleZitate

„Jesus Christus nimmt acht Männer aus unserer Mitte als Diakone in seinen Dienst, er gibt ihnen seine Prägung, sein Profil mit auf den Weg, damit sie ihr eigenes Leben immer mehr von ihm bestimmen lassen.“ Erzbischof Hans-Josef Becker

„Für alle, die ihm nachfolgen, gibt Jesus Christus ein klares Profil vor. Es ist das Profil des Diakons, des Dienens in Liebe.“ Erzbischof Hans-Josef Becker