Den Segen der Stille spüren

Geistlicher Abend bietet Einstimmung auf die Fastenzeit

Der „Geistliche Abend in der Fastenzeit“ begann in diesem Jahr mit einer Andacht in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen Salzkotten.pdp Salzkotten / Paderborn, 18. März 2019. „Pax et bonum - Friede und Gutes“, wünschte Stephan Winzek (Bildungshaus Liborianum) am Sonntag den über 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die er in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen Salzkotten zum „Geistlichen Abend in der Fastenzeit“ begrüßte. Dazu hatten die Franziskanerinnen gemeinsam mit dem Bildungshaus Liborianum, den Dekanaten Paderborn und Büren-Delbrück, der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Paderborn sowie der Abteilung Schulpastoral des Erzbischöflichen Generalvikariates eingeladen.

Aufgrund der Umbauarbeiten im Liborianum waren die Franziskanerinnen diesmal die Gastgeberinnen für den schon traditionellen „Geistlichen Abend“. Das Motto „welt-gewandt“ passe sehr gut zu der Kongregation, deren Schwestern in acht Ländern vertreten seien, sagte die Provinzoberin Schwester M. Angela Benoit. Es gebe etwas vom Geist und Selbstverständnis der Gemeinschaft wieder und erinnere an das Wort des hl. Franziskus „Unser Kloster ist die Welt“.

Aktion und Kontemplation - die eucharistische Anbetung und das Dasein für die Nöte der Zeit - würden das Ordensleben der Franziskanerinnen Salzkotten seit bald 160 Jahren ausmachen, betonte Schwester Angela Benoit. Ein breites Spektrum zwischen Aktion und Kontemplation kennzeichneten auch die insgesamt 15 Workshop-Angebote an diesem Abend, der mit einer Andacht in der Mutterhauskirche begann.

„Einfach beten“ hieß das Angebot von Schwester M. Birgit Henning und Schwester M. Gabriele Lüdenbach auf der Empore der Mutterhauskirche, dem Ort der Ewigen Anbetung der Schwestern.pdp Auf der Empore der Kirche, dort, wo das Allerheiligste Tag und Nacht zur Anbetung ausgesetzt ist, versammelte sich eine größere Gruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Schwester M. Birgit Henning und Schwester M. Gabriele Lüdenbach informierten über die Ewige Anbetung als einen Gründungsauftrag ihrer Gemeinschaft und luden die Gruppe ein, dem nachzuspüren. Dazu lasen sie kurze Texte aus dem Markus-Evangelium: „In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.“ (Mk 1,35) Es gelte den „Segen der Stille“ zu spüren, regten die Schwestern an.

MISEREOR-Gast Fernando Manuel Renderos Arrué aus El Salvador (links) gestaltete einen der Workshops beim „Geistlichen Abend in der Fastenzeit“. Sein Vortrag wurde von Roswitha Strauch (rechts) übersetzt.pdp Um die Situation von Kindern und Jugendlichen in El Salvador, ging es im Vortrag des MISEREOR-Gastes Fernando Manuel Renderos Arrué. Er beschrieb in einem Workshop, wie es im „gewalttätigsten Land der Welt“ gelingen kann, Kindern und Jugendlichen eine Zukunftsperspektive zu bieten, damit sie nicht einen Familienersatz in einer der kriminellen Banden suchen, die für zahlreiche Morde verantwortlich sind. Der junge Mann berichtete davon, wie die MISEREOR-Partner ihm und seinen Geschwistern geholfen hätten, das Beste aus seiner Zukunft zu machen. Fernando Renderos ist seit acht Jahren freiwilliger Mitarbeiter in der Jugendgruppe El Sauce. Die Gruppe bietet tägliche Angebote für Kinder und Jugendliche sowie kulturelle und sportliche Aktivitäten an.

Weitere Workshops an diesem Abend boten kreatives Gestalten, Improvisationstheater, Musik, Körperwahrnehmung und anderes mehr. So gab es zahlreiche Impulse für die Fastenzeit, welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dankbar aufgriffen.