Glaube, der Herzen berührt

„Nacht der Lichter“ erleben rund tausend junge Menschen in eindrucksvoller Atmosphäre

Die Nacht der Lichter sorgt im Hohen Dom zu Paderborn für eine besondere Atmosphäre.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 15. März 2019. Durch das Licht und die Wärme von mehr als tausend Kerzen, durch biblische Texte, besinnlich-melodisch vorgetragene Taizé-Gesänge, aber auch durch Stille entstand am Freitagabend im Paderborner Dom eine eindrucksvolle Atmosphäre, die rund tausend zumeist junge Besucher des Gotteshauses ansprach und anrührte: Glaube und Spiritualität waren mit Augen, Herz und Händen zu erfahren. Die bereits 17. Auflage der „Nacht der Lichter“ im Hohen Dom zu Paderborn mit Gesängen aus Taizé fand bei Jugendlichen und Erwachsenen großen Anklang. Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder freute sich über einen „vollbesetzten“ Dom in der Fastenzeit.      

Rund eintausend Jugendliche und Erwachsene füllten den Paderborner Dom in der Nacht der Lichter.pdp / Thomas Throenle „Licht ist Voraussetzung für Leben, Gott will, dass alles wächst und gedeiht, dass Leben möglich ist“, so Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder ausgehend von der Lesung aus der ersten Schöpfungserzählung der Bibel. Im Hinblick auf die Initiative „Fridays for future!“, bei der Schüler für einen Wandel in der Klimapolitik demonstrieren, sagte der Seelsorger: „Wenn sich schon so viele junge Menschen Sorgen um ihre Zukunft und die Umwelt machen, dann wollen wir heute Nacht daran erinnern, dass Gott das Leben will. Heute Nacht empfangt Ihr das Licht, das uns an den Schöpfungsmorgen erinnert. Wer dieses Licht empfängt, der übernimmt Verantwortung für Mutter Erde und für das Leben. Das ist die beste Voraussetzung für eine gute Zukunft!“  

Die Kreuzverehrung am Ende des Gottesdienstes war ein besonderes Element der Nacht der Lichter.pdp / Elias Throenle Mehr als tausend Kerzen, Gesänge, Texte aus der Heiligen Schrift, aber auch Stille und der besonders gestaltete Altarraum sorgten im Hohen Dom für die Atmosphäre, die das Erlebnis Taizé so einzigartig macht. Gläubige aller Generationen sind von dieser Atmosphäre seit vielen Jahren angerührt und begeistert. Die „Nacht der Lichter“ im Paderborner Dom ist den Gebetsgottesdiensten nachempfunden, die in der „Kirche der Versöhnung“ im südburgundischen Taizé gefeiert werden. Sie wird von der Abteilung für Jugendpastoral und Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat und der Kolpingjugend Diözesanverband Paderborn vorbereitet und gestaltet.  

„Ich freue mich, in die Gesichter so vieler Menschen zu schauen“, sagte zu Beginn des Gottesdienstes Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. „Mit den Gesängen aus Taizé, der Lichterfeier, einer Zeit der absoluten Stille, der Kreuzverehrung und den seelsorglichen Gesprächen erfahrt ihr hoffentlich stille und besondere Momente der Gegenwart Gottes.“  

Ein Projektchor und Instrumentalisten sorgten für die musikalische Gestaltung.pdp / Elias Throenle Kennzeichen der Liturgie in der „Nacht der Lichter“ sind kurze, biblische Textimpulse sowie Zeiten der Stille. Getragen wird der Gottesdienst von den bekannten, mehrsprachigen Taizé-Gesängen. Während der Kreuzverehrung, die fester Bestandteil der Liturgie ist, bestand die Möglichkeit, mit einem Seelsorger in ein persönliches Gespräch zu kommen oder von ihm gesegnet zu werden.  

Die Texte aus der Heiligen Schrift wurden in diesem Jahr im Gottesdienst auf Deutsch, Spanisch, Französisch und Arabisch vorgetragen. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Sänger und Instrumentalisten eines Taizé-Chores unter der Leitung von Dr. Jan Stollmeier und Norbert Neumann.      

Stichwort Taizé  

Die „Communauté“ von Taizé ist eine Gemeinschaft von Brüdern, die von Frère Roger Schuetz 1940 im südburgundischen Dorf Taizé gegründet wurde. Zu ihr gehören Männer aus über 25 Ländern, die entweder der katholischen oder einer evangelischen Kirche angehören. Bekannt geworden ist Taizé vor allem durch die internationalen Jugendtreffen. Jährlich verbringen zehntausende Jugendliche von allen Kontinenten eine Woche in Taizé. Auf diese Art und Weise ist das kleine französische Dorf zum Inbegriff ökumenischer und multikultureller Verständigung geworden.